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Sehnde Justizministerin erfährt: So leben psychisch kranke Häftlinge in der JVA
Umland Sehnde

Sehnde: Justizministerin Barbara Havliza besucht JVA Sehnde

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18:12 13.08.2019
Justizministerin Barbara Havliza (Zweite von links) und JVA-Leiterin Regina Christine Weichert-Pleuger (Zweite von rechts) werden beim Rundgang durch das Sehnder Gefängnis von den Landtagsabgeordneten Silke Lesemann (SPD) und Rainer Fredemann (CDU) begleitet. Quelle: Katja Eggers
Sehnde

Jede Menge Lob hat es am Montagnachmittag für die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Sehnde gegeben. Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza hat es JVA-Leiterin Regina-Christine Weichert-Pleuger bei einem Rundgang durch das Gefängnis am Schnedebruch ausgesprochen. Havliza war dort mittlerweile zum dritten Mal zu Gast. Bei früheren Terminen hatte sie sich unter anderem die Betriebe und Werkstätten angeschaut. Diesmal informierte sie sich insbesondere über die Abteilungen für auffällige und psychisch kranke Gefangene.

Beide Abteilungen sind stets voll belegt. Während in der psychiatrischen Abteilung elf Plätze für Inhaftierte mit psychischen Erkrankungen, wie vor allem Psychosen, zur Verfügung stehen, bietet die Abteilung mit speziellen Sicherheitsvorkehrungen 20 Plätze. In beiden Abteilungen leben Gefangene, die im normalen Vollzug nicht untergebracht werden können, weil sie etwa aggressiv gegen sich selbst, Mithäftlinge oder Bedienstete geworden sind. Ob sie im Strafvollzug oder in einem psychiatrischen Krankenhaus landen, entscheidet in solchen Fällen ein psychiatrischer Gutachter.

Psychiatrische Krankheiten nehmen zu

„Aber psychiatrische Erkrankungen nehmen deutlich zu, das merken wir auch hier in der JVA“, sagte Weichert-Pleuger. Gründe dafür gebe es viele. Auch Drogen würden zunehmend eine Rolle spielen. „Unsere psychiatrische Abteilung ist zwar die drogenfreiste in der ganzen JVA, aber dass Drogen trotz Kontrollen und Drogenspürhund ins Haus gelangen, können wir nicht immer verhindern“, betonte Weichert-Pleuger.

Ein großes Problem würden derzeit vor allem synthetische Drogen darstellen. Diese werden mitunter als getränktes Papier per Post eingeschleust. Die Auswirkungen seien unvorhersehbar. „Gefangene können nach dem Konsum äußerst aggressiv und gewalttätig werden“, berichtete Weichert-Pleuger.

Alphabetisierungskurse für Gefangene

Havliza erfuhr bei ihrem Rundgang zudem, dass die JVA Sehnde für psychisch kranke Gefangene landesweit zuständig ist und auch Häftlinge aus anderen Gefängnissen aufnimmt, etwa wenn diese keine eigene Psychiatrieabteilung haben oder ausgelastet sind. „Auch Schwerstdrogenabhängige vom hannoverschen Raschplatz kommen zum Beispiel bei uns unter“, erklärte JVA-Pressesprecherin Marianne Schmidt.

Havliza schaute sich zudem die pädagogische Abteilung der JVA an. Gefangene können dort sowohl schulische als auch berufliche Maßnahmen nutzen. Sie können Deutsch- und Alphabetisierungskurse besuchen und Schulabschlüsse nachholen oder etwa Ausbildungen in Berufen wie Tischler, Koch, Schlosser oder Gebäudereiniger machen.

Lob für engagierte Mitarbeiter

Die Justizministerin zeigte sich am Ende ihres Besuchs vor allem von den JVA-Bediensteten beeindruckt. „Es ist toll, wie engagiert, motiviert und menschenfreundlich die Mitarbeiter hier sind“, betonte Havliza.

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Von Katja Eggers

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