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Sehnde Verein Down-Syndrom feiert 20-jähriges Bestehen
Umland Sehnde

Sehnde: Kinder mit Down-Syndrom sollen nicht am Rand leben

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13:58 26.05.2019
Thaddäus hat sichtlich Spaß, wenn sein Vater Alfred Dröse ihn in einer Seifenkiste über den mit Strohballen gesicherten Parcours schiebt. Quelle: Thomas Böger
Dolgen

Thaddäus macht die Fahrt in der Seifenkiste auf der gesperrten Straße offensichtlich Spaß, aber dann will er doch lieber wieder auf den Basketballkorb werfen – denn das kann er besonders gut. Deshalb läuft er schnell auf den Hof seines Vaters Alfred Dröse zurück, auf dem sich am Sonnabend zahlreiche Familien zu einem Picknick getroffen haben. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Sie haben ein Kind mit Down-Syndrom und sind Mitglied im gleichnamigen Verein mit Sitz in Hannover. Rund 100 Mitglieder aus der Region Hannover und zum Teil darüber hinaus haben sich darin zusammengeschlossen. In diesem Jahr feiert er sein 20-jähriges Bestehen.

Nur ein kleiner genetischer Unterschied

Es ist nur ein kleiner genetischer Unterschied zwischen Down-Menschen und solchen, die das Syndrom nicht haben: Das 21. Chromosom kommt bei ihnen dreimal vor statt nur doppelt – Trisomie 21 heißt das in der Medizin. Christiane Joost-Plate, Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom und stark für Behinderte engagierte Musiklehrerin, beschreibt die betroffenen Kinder so: „Intellektuell durchaus hilfebedürftig, aber ungebrochen in ihrem vitalen Lebensgefühl, staunend über die Vielfalt des sie umringenden Lebens, freundlich und liebevoll das Leid der anderen mitfühlend, im Grunde zufrieden mit dem, was ihnen ihr Leben bietet, arglos, vertrauensvoll und unmaterialistisch.“ Droste und seine Mitstreiter erleben ihre Kinder ähnlich: „Freundlich, Menschen zugewandt und meistens fröhlich“, schildert er seinen Sohn.

Allerdings muss man mit Down-Kindern Geduld haben. „Es geht alles langsamer: laufen und sprechen lernen, auch sauber werden – alles ist verzögert“, berichtet die Vereinsvorsitzende Tanja Zurek. „Aber wenn sie etwas gelernt haben, machen sie es zuverlässig“, ergänzt ihr Stellvertreter Dröse. In jedem Fall sollen die Betroffenen „nicht am Rand leben“, fordert er und begrüßt ausdrücklich die Inklusion in Kindergarten und Schule. „Aber die sind oft nicht ausreichend ausgestattet“, kritisiert Zurek. Das gelte für Material ebenso wie für Personal. Manchmal, wie bei ihrer Tochter in Garbsen, klappe das das jedoch sehr gut. Dort seien vier Förderkinder in einer Klasse, deshalb sei immer eine zusätzliche Förderlehrerin im Unterricht dabei.

Picknick, Spielenachmittage und Workshops

Das Picknick auf Dröses Hof gibt es bereits seit 17 Jahren. Weitere regelmäßige Angebote des Down-Syndrom-Vereins sind monatliche Spielenachmittage für kleine Kinder, aber auch Workshops für die Geschwister. Die hatten am Freitag auch die Seifenkisten gebaut. Außerdem gibt es jedes Jahr im Herbst eine Veranstaltungswoche mit Filmen, Vorträgen, Seminaren und Theaterprojekten.

Weitere Informationen:

Das ist der Verein Down-Syndrom Hannover

Von Thomas Böger

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