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Sehnde Einsturzgefahr: Kita Ladeholz muss für Jahre schließen
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Sehnde: Kita Ladeholz muss für Jahre ausgelagert werden

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17:29 25.10.2019
Das womöglich einsturzgefährdete Flachdach der Kita wird als erste Sofortmaßnahme jetzt mit Metallstangen abgestützt. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Sehnde

Die wegen statischer Probleme völlig unerwartete Schließung der Kindertagesstätte Ladeholz hat drastische Folgen: Die Stadt geht nach ersten Untersuchungen des Gebäudes davon aus, dass der Standort „für einen Zeitraum von mehreren Jahren“ nicht mehr genutzt werden kann. Bis eine Übergangslösung gefunden sei, müssen die sechs Gruppen aus Sehndes größter Kita mit 130 Kindern über Monate als Untermieter in verschiedenen Einrichtungen einquartiert werden. Das marode Flachdach des Gebäudes an der Ladeholzstraße ist als erste Sofortmaßnahme innen und außen mit zahlreichen Metallstangen abgestützt worden.

Die Kita war am Dienstagnachmittag geschlossen worden, nachdem ein Statiker das Gebäude untersucht hatte. Vorausgegangen war nach Angaben der Ersten Stadträtin Bettina Conrady eine Mitteilung der Kita-Leitung an die städtische Gebäudewirtschaft, dass sich Risse in der Decke und an Wänden gezeigt hätten. Daraufhin habe man eine externe Firma zurate gezogen und die weitreichende Entscheidung getroffen. Conrady betont jedoch, dass die Kita entgegen anders lautender Gerüchte nicht während des laufenden Betriebes geräumt worden sei: „Das ist absolut falsch.“ Die Verwaltung habe sich erst nach Betriebsende für eine Schließung ab Mittwoch entschieden.

Schäden noch nicht benannt

Wie lange die Gruppen auf die fünf Standorte verlagert bleiben müssen, sei ebenfalls noch völlig offen, teilt die Stadt mit. Die Verwaltung gehe jedoch davon aus, dass „zeitnah“ eine gemeinsame Interimslösung für alle sechs Kita-Gruppen gefunden werde, damit diese wieder gemeinsam unter einem Dach sein könnten – dies allerdings dann für mehrere Jahre. Welche Schäden an dem rund 45 Jahre alten Gebäude bestehen und wodurch sie verursacht wurden, könne jetzt noch nicht abschließend gesagt werden, erklärt die Erste Stadträtin. Und Vermutungen wolle sie nicht anstellen.

An der Westseite ist die Holzdecke geöffnet worden - ein Wasserschaden ist deutlich sichtbar. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

An der Westseite ist an einer geöffneten Holzdecke aber bereits ein großer Wasserschaden zu sehen. Im Inneren seien bereits Wandverkleidungen abgenommen worden, um der Ursache für die statischen Probleme auf den Grund zu gehen. Auch wie es mit dem Gebäude künftig weitergeht, sei noch völlig offen. „Bereits jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass für die Wiederaufnahme des Betriebs umfassende und aufwendige Sanierungsarbeiten notwendig sind.“ Inwieweit eine Sanierung des rund 45 Jahre alten Gebäudes wirtschaftlich sei und welche weiteren Optionen infrage kommen, müsse nun gemeinsam mit der Politik erörtert werden.

Die Diskussion ist schon alt, denn die Probleme vor allem mit dem Flachdach beschäftigen Stadt und Politik seit acht Jahren. In dieser Zeit ist in der Kita immer mal wieder etwas saniert worden, rund 114.000 Euro sind dafür bereits geflossen. Vor drei Jahren stand schon einmal die Entscheidung an, ob ein Neubau nicht die bessere Lösung sei – doch wegen der damals bereits aufgerufenen Kosten von 3,5 Millionen Euro hatte sich der Rat letztlich für eine mit 900.000 Euro veranschlagte Sanierung entschlossen.

Weitgehend gewohnte Öffnungszeiten

Inzwischen steht auch fest, wie es nach dem ersten Durcheinander nach der Schließung ab Montag nächster Woche weitergeht. Die Betreuung wird auf insgesamt fünf Standorte verteilt, aber weitgehend mit den gewohnten Öffnungszeiten: In der Astrid-Lindgren-Grundschule werden alle Vorschulkinder der Kindertagesstätte Ladeholz sowie eine Gruppe bis 17 Uhr und eine Gruppe bis 13 Uhr beziehungsweise 15 Uhr untergebracht. In der Kita Berliner Straße in Ilten gibt es eine Gruppe bis 17 Uhr. In der ehemaligen Außenstelle des Horts Kunterbunt in der Breiten Straße 38 werden anderthalb Gruppen bis 15 Uhr betreut. Im Kinder- und Jugend-Treff (KiJu) am Papenholz entsteht eine Kleingruppe bis 13 Uhr und in der Kita Marggrafstraße in Sehnde schließlich eine Kleingruppe am Nachmittag.

Die Kinder würden fast überall den gewohnten Zeiten betreut, teilt die Stadt mit – lediglich für die 15 Uhr-Betreuung in der Breiten Straße könne vorerst kein Frühdienst angeboten werden. Darüber seien alle betroffenen Eltern von der Verwaltung am Donnerstag auch telefonisch informiert worden.

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Sanierung war im vergangenen Jahr auf 900.000 Euro geschätzt worden.

In 2018 musste eine Gruppe nach einem Rohrbruch wegen eines Wasserschadens ausgelagert werden.

Von Oliver Kühn

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