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Sehnde CDU und AfD fordern Abriss der Kita Ladeholzstraße
Umland Sehnde

Sehnde: Kita Ladeholzstraße: CDU und AfD fordern Abriss

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18:00 01.11.2019
Die Kita Ladeholz ist wegen statischer Probleme geschlossen und wird mit Metallstangen abgestützt. Inzwischen ist dort eine Bodenabsackung festgestellt worden. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Sehnde

Die überraschende Schließung der Kindertagesstätte Ladeholz wegen möglicher Einsturzgefahr ruft die Politik auf den Plan. Die CDU-Fraktion fordert einen „schnellstmöglichen“ Planungsbeginn für einen Abriss und Neubau von Sehndes mit 130 Kindern größter Kita und will dafür im Haushalt für das nächste Jahr 50.000 Euro einstellen. Auch die AfD fordert einen Neubau an der Ladeholzstraße und greift dabei eine alte Idee der Fraktion auf: Am Standort soll das Familienzentrum integriert werden, das die Ratsmehrheit eigentlich in der Mittelstraße verwirklichen will. Bis die Kita entweder saniert ist oder ein Neubau steht, will die Stadt die sechs Gruppen in Containern unterbringen – voraussichtlich für mehrere Jahre.

Boden unter Kita ist abgesackt

Was die Ursachen für die statischen Mängel sind, sei noch nicht abschließend geklärt, sagt die Erste Stadträtin Bettina Conrady. Inzwischen sei jedoch eine Bodenabsackung unter der Kita festgestellt worden. Ob dafür die extreme Trockenheit der vergangenen zwei Jahre verantwortlich ist oder es andere Hintergründe hat, ist noch unklar. Bis voraussichtlich Ende nächster Woche soll das Gutachten endgültig vorliegen. Dann müsse die Politik über die Frage Sanierung oder Neubau entscheiden. Eine Sanierung wurde im vergangenen Jahr auf rund 1 Million Euro, ein Neubau auf 3,6 Millionen Euro geschätzt.

Containerlösung für mehrere Jahre

Unterdessen sucht die Stadt bereits nach geeigneten Flächen für Container als Übergangslösung. Diese soll nach derzeitiger Planung in sechs Monaten zur Verfügung stehen und dann wieder alle derzeit auf verschiedene Einrichtungen im Stadtgebiet verteilten sechs Gruppen an einem Standort zusammenführen. Dort sollen sie bleiben, bis die Kita Ladeholz saniert oder neu gebaut ist. Favorisiert wird von der Verwaltung wegen der räumlichen Nähe zum bisherigen Standort die Grünfläche hinter der Turnhalle Breite Straße. „Die Größe würde passen, doch es gilt noch Details abzuklären“, meint Conrady.

So sei etwa eine Baugenehmigung nötig, und auch die Betreuungsstandards müssten noch mit dem Kultusministerium erörtert werden. In zwei bis drei Wochen, wenn mehr Klarheit herrsche, gebe es dazu noch ein Gespräch mit den Eltern. Unterdessen sei in allen fünf Einrichtungen, in denen die Gruppen verteilt sind, die Betreuung zu den gewohnten Zeiten vor der Schließung angelaufen. Lediglich im Hort Breite Straße gibt es erst ab Montag, 4. November, wieder einen Frühdienst.

Planungskosten sollen schnell bereitgestellt werden

Die Schließung stelle ein großes Problem für die Betreuung von 130 Kindern dar, sagt CDU-Fraktionschef Klaus Hoffmann. „Eine Sanierung des 45 Jahre alten Gebäudes lehnen wir unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit ab, stattdessen brauchen wir einen baldigen Neubau.“ Deshalb müssten schon fürs nächste Jahr entsprechende Planungskosten bereitgestellt werden. Doch mit dem derzeitigen Personal sei das nicht zu schaffen, ist sich Hoffmann sicher. Schon jetzt könnten verabschiedete Baumaßnahmen aufgrund fehlender personeller Ressourcen im Fachbereich Gebäudemanagement nicht zeitnah umgesetzt werden. Dies betreffe etwa auch Unterhaltungsmaßnahmen an den stadteigenen Immobilien und Gemeindestraßen. Seine Fraktion fordere deshalb weitere Stellen.

Die Stadt brauche im Fachdienst mindestens eine Stelle mehr, beziffert Conrady den Bedarf. Doch das ist leichter gesagt als getan. „Das wird wegen des Fachkräftemangels nicht einfach“, meint Edgar Bäkermann, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses. Solche Fachleute seien gefragt. Was auch immer in den nächsten Wochen und Monaten geschehe, es werde eine große Herausforderung: „Wir brauchen vermutlich unkonventionelle Lösungen.“ Wie diese aussehen könnten, müsse man abwarten.

AfD fordert Kita mit Familienzentrum

Einen Neubau am Standort Ladeholzstraße fordert auch die AfD-Fraktion – allerdings mit einem anderen Hintergrund. Dort soll in einem Zug auch gleich das Familienzentrum integriert werden, das die Ratsmehrheit allerdings auf einem Kirchengrundstück an der Mittelstraße vorsieht. Diese Planungen sollen deshalb sofort gestoppt werden, meint Fraktionschef Wolfgang Ostermeyer, der sich schon wiederholt gegen dieses Vorhaben ausgesprochen hatte: „Das Familienzentrum muss nun auf den Prüfstand.“ Stattdessen solle an der Mittelstraße zunächst mit Containern eine Übergangslösung für die Kita Ladeholzstraße geschaffen und dort später in Kooperation mit der Kirchengemeinde aufgrund des weiterhin hohen Bedarfs eine neue Kita gebaut werden.

Von Oliver Kühn

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