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Sehnde Das hat der Nabu Sehnde mit der zugewucherten Streuobstwiese vor
Umland Sehnde

Sehnde: Nabu Sehnde pflegt Streuobstwiese bei Gretenberg

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13:27 29.12.2019
Pflegeschnitt für einen Apfelbaum: Wilfried Brauns (von links), Noah (10) und Anne Wiegels setzen die Baumscheren an. Quelle: Katja Eggers
Gretenberg

Zugewuchert und sich selbst überlassen: Um die Streuobstwiese an der Gretenberger Straße hat sich rund 30 Jahre niemand mehr gekümmert. Jetzt übernimmt der Naturschutzbund (Nabu) Sehnde die Pflege der 3000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Sehnde und Gretenberg. Im nächsten Jahr soll zwischen der Nabu-Ortsgruppe und der Stadt, der die Wiese gehört, eine entsprechende vertragliche Vereinbarung getroffen werden.

Schnittstellen werden versiegelt

Die erste Pflegemaßnahme gab es auf der Wiese aber schon am Sonnabend. Acht Nabu-Mitglieder rückten dort mit Motorsägen und Baumscheren erstmalig zum Baumschnitt an. Sie verpassten den Apfel-, Birnen- und Kirschbäumen einen sogenannten Pflegeschnitt, damit die Bäume im nächsten Jahr besser austreiben. „Dafür ist im Winter die richtige Zeit, weil die Bäume dann ruhen“, erläuterte Wilfried Brauns vom Sprecherteam des Nabu Sehnde. Damit die Bäume an den großen Schnittstellen nicht „ausbluten“, versiegelten die Naturschützer sie mit Wundverschlussmitteln.

Wundschutz aus der Tube: Alexander Poch versiegelt die frischen Schnittstellen. Quelle: Katja Eggers

Ausschließlich alte Sorten auf der Gretenberger Streuobstwiese

Alle Bäume schafften die fleißigen Helfer allerdings nicht in ihrem rund dreistündigen Arbeitseinsatz. Auf der Wiese stehen laut Brauns weit mehr als 30 Obstbäume. Es handelt sich bei ihnen ausschließlich um alte Sorten. Welche genau dies sind, ist noch unklar. „Es gibt leider keine Aufzeichnungen darüber“, sagte Brauns bedauernd. Der Nabu will die Sorten daher demnächst von Experten bestimmen lassen.

Äpfel und Birnen durfte die Ortsgruppe dort aber schon im Herbst ernten. Den daraus gewonnen Apfelsaft boten die Mitglieder beim diesjährigen Sehnder Weihnachtsmarkt an. Auch künftig soll auf der Wiese Obst geerntet werden. Ziel ist es, die Streuobstwiese wieder begehbar zu machen und in ein Idyll zu verwandeln. „Wir wollen hier ein schönes Stück Natur für die Bürger erlebbar machen“, sagt Nabu-Mitglied Alexander Poch.

Totholzhecke bietet Unterschlupf für Vögel und Insekten

Unterschlupf für Kleintiere, Vögel und Insekten: Thomas Skuppin schichtet Äste zu einer Totholzhecke auf. Quelle: Katja Eggers

Zudem soll die Wiese ein Schutzraum für Tiere werden. Kleintiere, Vögel und Insekten können dort künftig Unterschlupf in einer sogenannten Benjes- oder Totholzhecke finden. Die Nabu-Mitglieder schichteten dafür den Baumschnitt bis zur Höhe von etwa einem Meter auf. „Die Äste sollen sich dabei gegenseitig ineinander verhaken, das sorgt für Stabilität“, sagte Nabu-Mitglied Thomas Skuppin. Künftig sollen auf der Wiese auch Insektenhotels aufgestellt werden.

Acker reicht zu nah an die Wiese heran

Andreas Tangen vom Nabu Hannover überprüft mit einem speziellen GPS-Messgerät die Grenzpunkte zwischen Streuobstwiese und Acker. Quelle: Katja Eggers

Der Nabu will der Stadt zudem Messdaten zukommen lassen. Landschaftsplaner Andreas Tangen vom Nabu Hannover überprüfte dafür mit einem speziellen GPS-Messgerät die Grenzen zwischen der Wiese und dem angrenzenden Acker. „Das Problem ist, dass der Landwirt seinen Acker mitunter zu nah an die Streuobstwiese gezogen hat – das reicht teilweise bis ans Wurzelwerk der Bäume heran, eigentlich müsste da mehr Platz dazwischen sein“, erklärte Brauns.

Für den Nabu Sehnde ist die Streuobstwiese dennoch ein echter Glücksfall. „Nach so einer Fläche haben wir immer gesucht“, betonte Brauns. Erst jetzt habe man aber von der Streuobstwiese erfahren. Im nächsten Jahr soll es dort die weiteren Einsätze geben.

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Von Katja Eggers

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