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Sehnde Umfrage: Wie kommen die Rethmarer ohne Dorfladen klar?
Umland Sehnde

Sehnde: Nahversorgung: Umfrage in Rethmar geht in die zweite Runde

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07:07 27.01.2020
Der Dorfladen Rethmar ist seit Ende März vergangenen Jahres geschlossen. Quelle: Oliver Kühn
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Rethmar

Die Bewohner von Rethmar bekommen am Mittwoch, 29. Januar, Post vom Braunschweiger Thünen-Institut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei. Nach der Schließung des Dorfladens vor etwa zehn Monaten und einer ersten Umfrage zur künftigen Versorgung im Ort mit Waren des täglichen Bedarfs geht die Haushaltsbefragung des Instituts nun in die zweite Runde.

Während die erste Befragung im März 2019, also etwa einen Monat vor der Schließung des letzten Lebensmittelladens, durchgeführt worden war, befragen die Forscher die Haushalte nach der Schließung nun ein zweites Mal. „Durch die wiederholte Befragung wollen wir herausfinden, was sich seit der Schließung für die Bewohner verändert hat und welche neuen Einkaufsroutinen und Strategien sie mittlerweile entwickelt haben, um mit dem Verlust des Ladens umzugehen“, erklärt Matthias Seel vom Thünen-Institut. Für die Rethmarer könne die zweite Fragerunde daher auch zur Selbstreflexion dienen.

Viele Fragen aus dem ersten Fragebogen, aber auch einige neue

Die Forscher interessiert aber auch, welche Personengruppen besonders von der Schließung betroffen sind. „Wir wollen zudem sehen, ob und wie sich das Antwortverhalten und die Bewertungen von damals verändert haben und ob der Wegfall des Dorfladens vielleicht gar nicht so schlimm für die Rethmarer ist, wie sie noch vor der Schließung angenommen haben“, sagt Seel.

In der zweiten Fragerunde werden daher viele Fragen aus dem ersten Fragebogen erneut auftauchen. Es wird aber auch neue Fragen geben, eine lautet etwa „Was haben Sie konkret nach der Schließung des Dorfladens unternommen?“ Auf dem neunseitigen Fragebogen bekommen die Rethmarer mehrere Optionen, bei denen sie Ja oder Nein ankreuzen können – zum Beispiel, ob sie sich beim Ortsbürgermeister oder beim Rat der Stadt über die Schließung beschwert, Menschen mit Versorgungsproblemen mit zum Einkaufen genommen oder mit anderen Dorfbewohnern über das Nahversorgungsproblem gesprochen haben. Sie können zudem ankreuzen, ob sie die Gründung eines von Bürgern getragenen Dorfladens angeregt oder vielleicht sogar über eine Wegzug aus Rethmar nachgedacht haben.

Forscher hoffen auf rege Beteiligung

Seel hofft, dass auch diesmal wieder möglichst viele Haushalte an der Umfrage teilnehmen. An der ersten Befragung hatte sich mit 375 Haushalten fast die Hälfte aller Haushalte im Ort beteiligt. Von den Befragten kauften 89 Prozent im Dorfladen ein. Nur 8 Prozent nutzten den Laden als Haupteinkaufsstätte. 81 Prozent gaben an, dort gelegentlich einzukaufen, etwa wenn sie bei einem anderweitigen Einkauf etwas vergessen hatten. Fast 90 Prozent der Befragten haben für ihre Einkäufe immer oder fast immer ein Auto zur Verfügung. Rund 75 Prozent verbinden ihren Einkauf mit anderen Aktivitäten, wie etwa dem Weg zur Arbeit oder zu Freizeiteinrichtungen.

Die Mitarbeiter des Thünen-Instituts verteilen die Fragebögen am 29. Januar. Bis Mitte Februar sollten die Bögen anonym ausgefüllt wieder an das Institut geschickt werden. Dafür liegt ein frankierter Rückumschlag bei. Mitte des Jahres wollen die Wissenschaftler die Ergebnisse beider Befragungen präsentieren und mit den Rethmarern darüber diskutieren. Die Aufgabe des Thünen-Instituts ist damit erledigt. „Wir arbeiten nicht an der konkreten Verbesserung im Ort, sondern geben lediglich Anstöße“, betont Seel.

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Von Katja Eggers

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