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Sehnde Nasser Boden aus der Schanze musste teuer entsorgt werden
Umland Sehnde

Sehnde: Nasser Boden aus der Schanze muss teuer entsorgt werden

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19:35 28.11.2019
Ein Gericht hatte die Stadt dazu verpflichtet, das Gewässer Schanze im Ortsteil Haimar auf einer Länge von rund 150 Metern zu verrohren, damit die Böschung nicht mehr abrutschen kann. Quelle: Oliver Kühn
Haimar

Nach dem jahrelangen und leidigen Ärger bis hin zum Gerichtsstreit mit Anwohnern um das Gewässer Schanze in Haimar muss die Stadt nun noch einmal tief in die Tasche greifen. Für die vom Gericht angeordnete Verrohrung des Bachlaufs in der Straße An der Schanze fallen weitere Kosten in Höhe von rund 50.000 Euro an, weil der ausgehobene Boden aus dem Kanalgraben so nass war, dass er nicht mehr für den Wiedereinbau verwendet werden konnte. Er musste deshalb kostspielig abgefahren und ersetzt werden.

Stahlbetonrohr stabilisiert Böschung

Die Stadt hatte die Schanze auf einer Länge von rund 150 Metern mit einem Stahlbetonrohr versehen, um die Böschung vor der Häuserzeile zu stabilisieren. Man habe zwar vor den Bauarbeiten Bodenproben genommen, heißt es in einer Vorlage für den Rat, doch erst nach Beginn festgestellt, dass das Erdreich aus dem Graben so stark vernässt war, dass es nicht ordnungsgemäß verdichtet werden konnte. „Ein Wiedereinbau würde Folgeschäden nach sich ziehen.“ Der überwiegende Teil musste somit abgefahren und auf Grund der Belastung auf eine Sonderdeponie gebracht werden.

Das Gitter am Eingang soll noch mit einem Schloss gegen spielende Kinder gesichert werden, fordert der Ortsrat. Quelle: Oliver Kühn

Die jetzigen Mehrkosten resultierten aus den hohen Deponiegebühren, dem Transport von der Baustelle zur Deponie sowie aus der Anlieferung des Ersatzbodens. Ein weiterer Kostenfaktor sei die Säuberung, Freilegung und Sanierung des vorhandenen Grabens und die Neugestaltung des Zu- und Ablaufs gewesen. Dazu gehört auch ein Gitter, damit keine größeren Objekte in das Rohr gelangen und dieses verstopfen können. Das Gitter verschließe den Eingang zwar – sei aber nur an das Betonrohr aufgesetzt, wie Ortsbürgermeister Konrad Haarstrich moniert. Der Ortsrat Dolgen-Evern-Haimar hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend gefordert, dies mit einem Schloss zu sichern. Sonst könnten es spielende Kinder womöglich anheben und in das Rohr kriechen.

Anwohner siegten vor Gericht

Den Umbau und die Regulierung des Grabens hatten Anwohner vor Gericht erstritten. Schon vor fünf Jahren hatte es einen Ortstermin mit dem Verwaltungsgericht Hannover gegeben. Die Anwohner hatten der Stadt vorgeworfen, es mit der Pflege des 1859 künstlich angelegten Entwässerungsgrabens am Südrand von Haimar übertrieben und damit Schäden an den angrenzenden Häusern verursacht zu haben. Sie habe den Graben ausgebaggert und die nördliche Böschung zu steil gestaltet, sodass die Böschung insbesondere bei Hochwasser nachgegeben habe und abgerutscht sei.

So sah das Gewässer Schanze in Haimar früher ohne Rohr aus. Die Stadt ließ den Bachauslauf deshalb oft ausbaggern. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Ein Gutachter hatte dann an angrenzenden Gebäuden und Einfriedungen Schäden wie Risse und abgesackte Fundamente festgestellt. Die Stadt hatte anfangs noch mit dem Argument dagegen gehalten, die Anwohner hätten ihre Häuser auf unsicherem Fundament gebaut – auf jahrzehntealten Aufschüttungen am Graben, die lange vor dem Bau ihrer Häuser geschehen seien.

Die rund 200.000 Euro teuren Arbeiten sollten eigentlich schon vor zwei Jahren abgeschlossen sein, hätten sich jedoch nicht zuletzt wegen der Rechtsstreitigkeiten immer wieder verzögert, sagt Haarstrich. Aber auch erneute Forderungen der Wasserbehörde hätten dazu geführt, fügt Fachdienstleiter Godehard Kraft hinzu. Mit betroffenen Anwohnern habe man einen Vergleich über eine Entschädigung getroffen.

Glück für die ohnehin angespannte Kassenlage der Stadt: Das Geld muss nicht woanders eingespart werden, sondern steht bereits zur Verfügung, weil der Ausbau der Rudolf-Wahrendorff-Straße in Ilten günstiger ausgefallen ist als geplant. Der Rat hat der überplanmäßigen Ausgabe zugestimmt.

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Von Oliver Kühn

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