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Sehnde Darum steht dieses merkwürdige Gerät auf der Drösewiese
Umland Sehnde

Sehnde: Neue Messstellen sollen Salzgehat des Grundwassers kontrollieren

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17:12 30.01.2020
Eine Firma richtet für das Unternehmen K+S drei neue Grundwassermessstellen ein. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
Sehnde

Viele Sehnder haben sich bereits gefragt, was da seit Tagen für ein merkwürdiges Gerät auf der Drösewiese mitten im Stadtzentrum steht. Die Antwort: Das Unternehmen K+S lässt dort von einer Fachfirma eine neue Messstelle für Grundwasser einrichten. Mit dem sogenannten Grundwassermonitoring wird überwacht, wie viel Salz aus dem Niederschlag wie Regen und Schnee vom stillgelegten Bergwerk Friedrichshall an der Bismarckstraße noch in das Grundwasser gelangt. Im vergangenen Jahr hatte das niedersächsische Umweltministerium mitgeteilt, dass bei den Halden Friedrichshall und Bergmannssegen-Hugo in Ilten die Grenzwerte für die Salzbelastung deutlich überschritten seien.

Auch Messstelle an Maschwiesen

Insgesamt drei neue Grundwassermessstellen will K+S in Sehnde errichten, zwei an der Peiner Straße und eine dritte auf dem alten Bahndamm der Zuckerfabrik an den Maschwiesen. „Mit den Messstellen kontrollieren wir, ob unsere Prognosen bei der Verfüllung stimmen“, sagt K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Dies sei Teil der Gefährdungsabschätzung. Damit könnten auch die Grundwasserverhältnisse und Ströme nachvollzogen und aufgezeichnet werden. Die Bohrungen reichen bis in eine Tiefe von 16 bis 20 Metern, der Abschluss der Arbeiten ist für Mitte Februar geplant.

Das Oberflächenwasser von der Halde Friedrichshall fließt auch in den Billerbach. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Der K+S-Sprecher räumt ein, dass in einzelnen Bereichen wie etwa im Billerbach der Grenzwert nicht eingehalten werde. Das hatte auch das Umweltministerium im vergangenen Jahr festgestellt. Die Anlage genießt aber Bestandsschutz. Dennoch habe sich der Salzgehalt des Grundwassers im Umfeld der Halde Friedrichshall allgemein deutlich verringert, sagt Göbel. Durch die inzwischen fast abgeschlossene Abdeckung des Kalibergs mit Drainage und Deckschichten habe der Salzgehalt des von dort abfließenden Oberflächenwassers spürbar abgenommen. Viel Wasser versickere auf den Grünflächen und werde von den Pflanzen aufgenommen. Dieses Verfahren ist für K+S ein Pilotprojekt und soll auch für die Halde in Wathlingen (Kreis Celle) angewandt werden.

Die Grünen im Landtag hatten sich im Herbst allerdings grundsätzlich gegen Bauschutt als Abdeckung von Kalihalden ausgesprochen. „Die Bauschuttabdeckungen können das Problem der Grundwasserversalzung nicht lösen“, sagte die umweltpolitische Sprecherin Imke Byl. Und die Bürgerinitiative (BI) „Assewasser – Nein danke“ hatte im vergangenen Jahr kritisiert, dass sie es nicht nachvollziehen könne, warum Behörden die Versalzung des Grundwassers seit Jahren dulden und unter Bestandsschutz gestellt haben.

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Von Oliver Kühn

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