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Sehnde Rat stimmt Kita-Plan trotz Kritik zu
Umland Sehnde

Sehnde: Rat stimmt Kita-Plan trotz Kritik zus

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14:07 02.12.2019
Die Stadt will die Kinderbetreuung deutlich ausbauen und nimmt dafür im nächsten Jahr rund 358.000 Euro in die Hand. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)
Sehnde

Eine Erweiterung der Betreuungszeiten, mehr Springkräfte, Stellen für Auszubildende, Sozialassistenten und Erzieher: Die Stadt Sehnde will die Kinderbetreuung ausbauen und hat dafür im nächsten Jahr mehr als 358.000 Euro zusätzlich vorgesehen. Auch eine neue Kindertagesstätte für Rethmar ist dort mit aufgenommen worden. Der Rat hat dem Paket zwar zugestimmt, dennoch gab es Kritik an der Gesamtplanung. „Wir stimmen zu –aber der Bedarfsplan ist kein vorausschauendes Werk, sondern nur ein Reagieren auf die Situation, kein eigenständiges Agieren“, monierte Andrea Gaedecke (SPD), die auch Vorsitzende des Ausschusses für Kindertagesstätten und Jugend ist, für die Gruppe SPD/Grüne.

Neu im Kita-Plan ist eine Kindertagesstätte für das geplante Neubaugebiet Rethmar-West verankert. Doch diese Forderung stamme vom dortigen Ortsrat und nicht von der Verwaltung. Der Ortsrat habe vorausschauend gehandelt, die Verwaltung lediglich nachgezogen. Außer einem neuen Gebäude stand bislang auch immer noch ein Umbau des ehemaligen Bundessortenamtes zur Disposition. „Aber ob das Bundessortenamt dafür geeignet ist und wie teuer ein Umbau würde, ist noch völlig unklar“, kritisierte Gaedecke.

Umbau des Bundessortenamts wäre schwierig

Ihr Fraktionskollege Edgar Bäkermann, seines Zeichens auch Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, erinnerte zudem daran, dass man schon vor eineinhalb Jahren über die Probleme bei einem Umbau des Bundessortenamtes gesprochen habe. „Der ist aufwendig, teuer und dauert lange.“ Weil schon heute im Osten Sehndes Kita-Plätze fehlten und sich die Situation mit den Neubaugebieten in Rethmar und Haimar noch verschärfen werde, habe sich der Ortsrat klipp und klar für einen Neubau im Neubaugebiet Rethmar-West ausgesprochen. Eine Einrichtung mit vier Gruppen ist deshalb jetzt im Kindertagesstätten-Bedarfsplan festgeschrieben worden, ebenso wie eine zwei- bis viergruppige neue Kita für das Baugebiet Maschwiesen in der Kernstadt.

CDU-Fraktionschef Klaus Hoffmann hat eine etwas andere Einschätzung. Er sehe zwar wegen der geplanten Neubaugebiete in Rethmar-West die Notwendigkeit für eine neue Kindertagesstätte. Wenn diese im Neubaugebiet entstünde, gingen der Stadt aber Einnahmen verloren, weil dann weniger Grundstücke an Bauherren vergeben werden könnten. „Im Bundessortenamt gäbe es deshalb wirtschaftliche Vorteile.“ Diese Planung solle die Stadt zuerst verfolgen, und erst, wenn dies nicht wirtschaftlich ist, einen Neubau vorantreiben.

Nach einer Gesetzesänderung auf Bundesebene im vergangenen Jahr können Kommunen Immobilien des Bundes wie das Bundessortenamt günstiger erwerben, wenn sie etwa für sozialen Wohnungsbau oder andere öffentliche Aufgaben wie den Bau einer Kita verwendet werden. Derzeit liegt der Kaufpreis bei 1,35 Millionen Euro. Doch die Planungen hängen momentan in der Luft. Denn die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der das Bundessortenamt gehört, seien ins Stocken geraten, sagt Bäkermann verärgert. „Dabei müssen wir so schnell wie möglich anfangen.“

Doch das sei nicht absehbar, wie Bürgermeister Olaf Kruse einräumen muss. „Ich habe die Bundesanstalt angerufen, aber eine Antwort kann noch bis zum nächsten Frühjahr dauern.“ Für die Nutzung des Bundessortenamtes als Kindertagesstätte gebe es darüber hinaus auch noch keine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Die AfD stimmte dem Ausbau der Kinderbetreuung grundsätzlich zu, forderte aber gleichzeitig vom Land mehr finanzielle Unterstützung bei den Personalkosten.

358.000 Euro für die Kinderbetreuung

Der Kindertagesstätten-Bedarfsplan für das nächste Jahr umfasst fünf Kernpunkte und hat ein Volumen von mehr als 358.000 Euro. Im Dorfkindergarten Dolgen wird die 13-Uhr-Betreuung zum 1. Januar um 20 Plätze und bis 15 Uhr erweitert. Dafür bekommt der Kindergarten zusätzlich 15.000 Euro. Zudem werden die Springkraftkapazitäten um 81 Wochenstunden aufgestockt, um die Betreuung in der Stadt sicherzustellen. Dafür sind rund 105.000 Euro an zusätzlichen Personalkosten nötig. Ferner sollen je zwei Erzieher und zwei Sozialassistenten mit jeweils 33 Wochenstunden eingestellt werden, was Personalkosten von rund 166.000 Euro nach sich zieht.

Außerdem werden drei Stellen für Auszubildende als Quereinsteiger zum Sozialassistenten mit je 25 Wochenstunden zum 1. August nächsten Jahres eingerichtet, die 24.000 Euro je Stelle kosten. Darüber hinaus sollen zur Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergarten- und Krippenplatz weitere Betreuungskapazitäten mit einer viergruppigen Kindertagesstätte in Rethmar-West sowie einer zwei- bis viergruppigen Kita im Baugebiet Maschwiese geschaffen werden. Beide sollen bis 2021 in Betrieb gehen.

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Von Oliver Kühn

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