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Sehnde Machtsumer Mühle repräsentiert Sehnder Geschichte
Umland Sehnde Machtsumer Mühle repräsentiert Sehnder Geschichte
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00:18 27.02.2019
Alois Graën (links) und Josef Sander mit der Wetterfahne in Form eines Fisches. Quelle: Michael Schütz
Rethmar

Dass im Regionalmuseum in Rethmar alte Sehnder Geschichte ausgestellt wird, ist nicht verwunderlich. Bei der neuen Sonderausstellung, die am kommenden Sonntag eröffnet wird, sieht es aber auf den ersten Blick gar nicht nach der Historie Sehndes aus. Schließlich ist es der Verein zur Erhaltung der Windmühle Machtsum, einem Ort im Landkreis Hildesheim, der die Ausstellung zum großen Teil bestückt. Zwei Modelle der Machtsumer Mühle zieren dann auch das Erdgeschoss des Museums.

In der Ausstellung wollen die Vereinsmitglieder zusammen mit dem Museum einen Eindruck des Handwerks eines Müllers geben. So sind Puppen in Müllerkleidung zu sehen, aber auch Originalteile aus der Machtsumer Mühle. Darunter ist beispielsweise die Wetterfahne aus dem Jahr 1888 in Form eines Fisches. „Einen Wetterhahn konnte man damals nicht nehmen, da er den Kirchen vorbehalten war“, erklärt Graën. „Da es aber ein christliches Symbol sein sollte, wurde es der Fisch.“ Außerdem ist eine so genannte Jalousie aus einem Flügel zu sehen. Mit solchen beweglichen Holzlamellen konnte man die Kraft einstellen, mit der der Wind auf die Blätter wirkt.

Ein neuer (links) und ein gebrauchter Zahn aus einem Kammrad des Mühlwerks. Quelle: Michael Schütz

Ein Fünf-Kilo-Sack in einer Vitrine zeigt die Menge, die ein Haushalt in der Regel beim Müller abholte. „Damals wurde das Brot noch selbst gebacken“, meint Graën. „Das war etwas anderes als die heutigen Kilopakete im Supermarkt.“

Die Mühle hat nicht immer im Kreis Hildesheim gestanden. Bis 1888 mahlte die Bockwindmühle Getreide in Müllingen im heutigen Stadtgebiet Sehndes. Dorthin kam sie 1638, als sie im benachbarten Wirringen abgebaut und in Müllingen wieder aufgebaut wurde. Der Müller Joseph Vollmer hatte die Mühle 1888 in Müllingen erstanden und sie in Machtsum bei Harsum wieder aufgebaut.

Verkauf für symbolischen Preis

Heute gehört sie Josef Sander, dem Urenkel Vollmers. Der Finanzbeamte ist Mitglied im Machtsumer Verein, der die Mühle seit 1976 für einen symbolischen Preis gepachtet hat, um sie zu erhalten. „Allein in der Familie hätten wir das nicht geschafft“, sagt Sander. „Das Müllerhandwerk macht nicht reich.“ Damals stand zu befürchten, dass die dreieinhalb Jahrhunderte alte Mühle abgebrochen wird, meint Sander. Die Gemeinde hätte sie kaufen können. „Aber der Rat war damals strikt dagegen“, sagt Alois Graën, Vorsitzender des Vereins. „Wir aber wollen diese Mühle der Nachwelt erhalten“, sagt er.

Mithilfe von Jalousien ist der Winddruck auf die Mühlenblätter geregelt worden. Quelle: Michael Schütz
In Fünf-Kilo-Säcken wie diesem haben Familien früher ihr Mehl vom Müller geholt. Quelle: Michael Schütz

Die Ausstellung zur Machtsumer Mühle wird am Sonntag, 3. März, um 15 Uhr im Regionalmuseum Rethmar, Gutsstraße 15, eröffnet. Die Einführung hält das Wehminger Museumsvereinsmitglied Olaf Kruse. Das Museum ist sonn- und feiertags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Michael Schütz

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