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Sehnde Schlagen mit Gefühl: So verläuft eine Golf-Schnupperstunde
Umland Sehnde

Sehnde: Schlagen mit Gefühl: So verläuft eine Golf-Schnupperstunde 

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17:02 26.08.2019
Auf der Driving Range übt Laura Beigel den Abschlag des Balls, für den es die richtige Hüft- und Oberkörperbewegung braucht. Quelle: privat
Rethmar

Fokussiert starre ich auf den weißen Golfball der direkt zu meinen Füßen liegt. Mein Rücken ist gerade, die Knie in einer leichten Beuge. Abwechselnd blicke ich zum Golfball und zu der weißen Fahne, die in circa 150 Meter Entfernung flattert. Wenn alles gut läuft, landet der Ball genau dort. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Meinen Schläger habe ich fest umklammert. Dann hole ich aus. Meine Hüfte folgt der Ausholbewegung, um dann mit dem Schläger zusammen nach vorne zu schnellen. Jetzt ruht mein Blick nur noch auf der Fahne. Der Schläger ist inzwischen auf Augenhöhe. Doch: Wo ist mein Ball?

Golfer müssen zuerst Platzreifeprüfung absolvieren

Irritiert blicke ich nach unten, wo der Golfball immer noch unangetastet ruht. Neben ihm im Gras ist jetzt ein kleines Loch. „Das war jetzt mehr Rasen als Ball“, sagt Kai Berger. Er ist der Manager des Golfclubs an der Seufzerallee in Rethmar, wo am Sonntag ein Golferlebnistag ausgerichtet wurde. Das 110 Hektar große Gelände ist ein Mekka für Golfer. Mit frisch gestutzten, saftig grünen Rasenflächen, die im Gegensatz zu manchen Vorgärten kein bisschen vertrocknet aussehen. Der ideale Ort für eine Hobby-Minigolferin, sich an den richtigen Golfsport heranzutasten.

So sieht das Mekka der Golfer in Rethmar aus. Quelle: Laura Beigel

Kai Berger legt einen neuen Ball auf das Tee, also den kleinen Stift aus Plastik, von dem die Golfbälle abgeschlagen werden. „Jetzt mehr das Gewicht auf das linke Bein verlagern und ganz entspannt sein“, rät mir der Clubmanager, der an diesem Tag den Job als mein Trainer übernimmt. Auf die richtigen Golfplätze darf ich allerdings noch nicht. Dafür muss jeder Spieler erst einmal eine Platzreifeprüfung absolvieren. Für Neulinge wie mich eignet sich stattdessen die Driving Range, wo ich den Abschlag üben kann.

Nächste Station: das Putting Green

Nach mehreren Fehlschlägen kann ich endlich ein Erfolgserlebnis verbuchen. In hohem Bogen fliegt der Golfball über die Wiese. „Das war doch nicht schlecht“, lobt Berger. Die weiße Fahne erreicht der Ball zwar nicht, aber stolz bin ich trotzdem. „Ich glaube, es gibt nur wenige, die einen solchen Ball nach so wenigen Versuchen schon spielen konnten“, sagt Berger. Richtig glauben kann ich das Lob nicht, aber der Clubmanager meint es offensichtlich ernst. „Dann können wir ja zum Putting Green gehen.“

Für die Besucher liegen Schläger am Putting Green bereit. Quelle: Laura Beigel

Das Putting Green, also die Übungsfläche zum Einlochen, ist nur einen kleinen Fußmarsch von der Driving Range entfernt. Selbst wenn ich beim Abschlagen eine gute Figur hingelegt haben sollte, ruiniert das Putten mein soeben aufgebautes Ansehen enorm. Aus kurzer Entfernung soll ich sechs Bälle einlochen. Die größte Herausforderung ist das leichte Gefälle der Fläche. Der Rasen wird meinen Ball sicherlich etwas abbremsen, denke ich, und schlage lieber etwas kräftiger zu. Um das Loch ist mit einem Seil ein Kreis abgesteckt, in dem der Golfball im besten Fall zum Stehen kommen sollte – sofern er nicht direkt ins Loch geht.

Zum Putten braucht es das richtige Maß an Kraft

Doch ich habe falsch gedacht: Als säße im Ball ein Elektromotor, rollt er direkt am Loch vorbei auf den angrenzenden See zu. Schnell muss Berger hinterherlaufen, um den Golfball noch abfangen zu können. „Etwas weniger Schwung“, rät er mir. Jetzt versuche ich es mit einer so geringen Ausholbewegung wie nur möglich. Und trotzdem bleibt der Ball nicht im Kreis liegen. „Noch weniger“, ruft mir Berger zu, der jetzt schon sicherheitshalber zwischen Loch und See stehen geblieben ist.

„Noch weniger geht ja schon gar nicht mehr“, antworte ich und stupse den Ball nur kurz mit dem Schläger an. Dieses Mal schafft er es noch nicht einmal bis zum Kreis. Irgendwie finde ich nur schwer das richtige Maß. Nach gefühlt 15 Minuten in der sengenden Hitze sind alle sechs Bälle im Loch versenkt. An Erfahrungen mit dem Golfsport mangelt es mir jetzt nicht mehr.

Erlebnistag bietet auch einen Segway-Parcours an

Nachdem ich mich bei Kai Berger für das Schnuppertraining bedankt habe, zieht es mich dann doch eher zu den Segways, die in unmittelbarer Nähe des Clubhauses stehen. Dort gibt es einen Parcours aus orangefarbenen Pylonen. Und irgendwie gelingt mir das besser als das Golfspielen. Schnell nehme ich mit den Segways an Fahrt auf und bewältige selbst die schwierigsten Stationen des Parcours. Golfspielerin werde ich vielleicht nicht, denke ich mir zum Abschluss, aber vielleicht sollte ich das nächste Mal die Sportart Segwaypolo ausprobieren.

Das ist der Golfclub in Rethmar

1999 wurde das Clubhaus des Golfvereins an der Seufzerallee 10 in Rethmar errichtet. Heute sei die 110 Hektar große Anlage, die sich hinter dem Gebäude erstreckt, zu „einem Mekka für Golfer“ geworden, sagt Clubmanager Kai Berger. Der Platz wurde von Golflegende Arnold Palmer selbst entworfen und wird von sechs Greenkeepern gepflegt.

Rund 160 aktive Mitglieder suchen dort vor allem einen Ausgleich zum stressigen Berufsalltag. Das Klischee, dass nur betuchte, ältere Leute den Golfsport betreiben, sei längst überholt, sagt Berger. „Golfen ist etwas für jedermann. Wir haben auch viele Familien, die hier herkommen.“ Die jüngsten Golfer beginnen schon im Grundschulalter mit der Sportart – zumal das Erfolgserlebnis für Neulinge schnell groß sei.

Die meisten Sportler beginnen mit mehreren Einstiegskursen und müssen dann eine Platzreifeprüfung absolvieren. Dabei wird überprüft, ob sie die geforderten Benimmregeln und die Etikette kennen. So gehört es sich zum Beispiel, dass sich die Spieler auf dem Golfplatz grüßen. Jeans auf dem Platz seien tabu. Wer die Platzreifeprüfung erfolgreich bestanden hat, darf dann die richtigen Golfbahnen in ganz Deutschland betreten.

Um in den Golfclub einzutreten, müssen Neueinsteiger aber nichtsdestotrotz ein bisschen Geld zur Hand haben. Im Durchschnitt kostet eine Mitgliedschaft 100 Euro im Monat. „Das sei relativ günstig für einen Golfclub“, sagt Berger. Bevor sich endgültig für eine Mitgliedschaft entschieden wird, können Interessierte an einem Schnupperjahr teilnehmen und danach jederzeit wieder kündigen.

Bisher kommen die meisten Golfspieler aus dem näheren Umland sowie aus Großstädten wie Köln nach Rethmar. Seinen Fokus will der Golfclub künftig auch auf internationale Gäste legen. Deshalb liegt Berger das Thema Tourismus besonders am Herzen, um die Anlage weiter bekannt zu machen.

Auch auf dem Golfplatz vertreten: ein Segway-Parcours, den Laura Beigel gleich mit testet. Quelle: privat

Von Laura Beigel

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