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Sehnde Zukunft des Kiosks in Höver ist ungewiss
Umland Sehnde

Sehnde: Schließt der Kiosk in Höver im nächsten Jahr?

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00:17 08.06.2019
Roswitha Rose arbeitet schon seit 20 Jahren im Kiosk in Höver. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
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Höver

Der Kiosk an der Hannoverschen Straße ist momentan die einzige Einkaufsmöglichkeit in Höver. In dem kleinen Laden an der Bushaltestelle gibt es Brötchen, Butter, Käse, etwas Wurst, Tabakwaren, Zeitungen sowie frisch gebrühten Kaffee – doch die Zukunft des Kiosks steht auf der Kippe. „Der Mietvertrag endet nächstes Jahr. Wir wissen nicht, ob und wie es danach weitergeht“, sagt Peter Zander, der den Laden seit 33 Jahren betreibt.

Mit dem Vermieter habe er noch nicht verhandelt. Es sei bislang nicht klar, ob die Räume weiter gewerblich genutzt werden könnten und wie hoch der Mietpreis dann ausfalle. Zander wartet nun erst einmal ab, er ist selbst schwer erkrankt. Das kleine Geschäft an der Bushaltestelle ist momentan täglich von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Der Kiosk ist zudem Lotto-Annahmestelle. Vormittags bedient Peter Zander, nachmittags steht Mitarbeiterin Roswitha Rose hinterm Tresen.

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Nahversorgung liegt im Argen

Der Pachtvertrag für den Kiosk an der Hannoverschen Straße läuft Ende nächsten Jahres aus. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Zander ist froh, dass er immer noch von seiner langjährigen Mitarbeiterin Roswitha Rose unterstützt wird. Die 77-Jährige will mit ihrem Chef „in den Ruhestand“ gehen. Wenn er aufhöre, sei auch für sie Schluss in Höver.

Die Aussicht auf eine mögliche Schließung des Kiosks beunruhigt die Höveraner und Ortsbürgermeister Christoph Schemschat. „Es liegt uns sehr am Herzen, die Nahversorgung für Höver zu sichern und deutlich zu verbessern“, sagt er. Nachdem der Bäcker am Brunnenplatz Anfang des Jahres seine Türen für immer schloss, hatte Schemschat versucht, für den Standort wieder einen Bäcker zu gewinnen – vergeblich. Allerdings steht die Immobilie nicht leer: Dort hat ein Cateringbetrieb mit einer Kochschule eröffnet.

Busverbindung nach Ahlten soll besser werden

Ortsbürgermeister Schemschat plant nun einen Runden Tisch zu dem Thema. Bevor der Kiosk schließe, müsse eine Idee her, wie es für den Ort weitergehe. Er habe schon den Besitzer einer großen Immobilie an der Hannoverschen Straße dazu mit ins Boot geholt. „In der nächsten Ortsratssitzung soll das Thema Nahversorgung auf der Tagesordnung stehen.“ Der Termin für die Sitzung stehe allerdings noch nicht fest.

Wichtig ist es für Schemschat auch, die Busverbindung zwischen Höver und dem Nachbarort Ahlten zu verbessern. Dort gibt es diverse Einkaufsmöglichkeiten. Auch dazu will er jetzt aktiv werden. Es sei ihm ein großes Anliegen, dafür zu sorgen, „dass ältere Menschen in ihrem Heimatort wohnen bleiben können“. Wichtige Voraussetzung dafür sei neben Einkaufsmöglichkeiten auch seniorengerechtes Wohnen.

Kioskbetreiber Zander könnte sich sogar Größeres in dem Ort vorstellen. Vor drei Jahren hatte er sich überlegt, in ein größeres Domizil umzuziehen und für die Bäckerei Klöpper einen Backshop in Höver zu betreiben. Doch die Immobilie an der Hauptstraße, die er dafür im Auge hatte, wurde verkauft – das Erdgeschoss soll nun zu Wohnraum umgewandelt werden.

Trotz eines deutlichen Rückgangs der Kundschaft lohne sich das Geschäft mit Tabakwaren, Zeitungen und Brötchen in Höver aber immer noch. „Es macht mir schon Spaß, und ich würde eigentlich sehr gerne noch ein paar Jahre weitermachen – wenn es mein Gesundheitszustand erlaubt“, so der Kiosk-Betreiber.

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Von Patricia Oswald-Kipper