Sehnde: So erleben Tageseltern die Corona-Krise 
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Sehnde So erleben Tagespflegestellen die Corona-Krise
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Sehnde: So erleben Tageseltern die Corona-Krise 

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14:20 03.05.2020
Nicht nur für die Tageseltern, sondern auch für die Kinder ist die Corona-Krise eine beängstigende Situation. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Sehnde

Die Kinder-Reisebetten sind verlassen, das Spielzeug ist unberührt und der kleine Spielplatz vor Jana Dudenbostels Haustür leer. Die Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass die 30-Jährige ihre Kindertagespflege in Bilm vorübergehend schließend musste. Eine Notbetreuung, wie sie einige Kindertagesstätten und Krippen im Stadtgebiet anbieten, wurde bei der Tagesmutter noch nicht angefordert. Umso größer ist bei ihr die Sorge vor finanziellen Engpässen.

Stadt zahlt Beiträge im April und Mai weiter

Im Gegensatz zu den Kindertagesstätten kann Dudenbostel nicht auf die vollständige Begleichung der Beträge hoffen und mit den bisherigen Einnahmen weiterplanen. „Ich überlege ständig, wie es weitergehen soll – auch finanziell“, sagt Dudenbostel. Denn seit Wochen zahlen die Eltern wegen der Corona-Pandemie keine Gebühren mehr. Doch die Betriebskosten – etwa für Miete und Unterhaltung der Räume – laufen weiter.

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Die Beiträge an Tageseltern setzen sich aus zwei Teilen zusammen: Erstens aus den Gebühren, die die Eltern zahlen – diese pausieren zurzeit allerdings –, und zweitens aus Beiträgen der Stadt Sehnde.

Katharina Strauß, Leiterin des städtischen Fachdienstes Kindertagesstätten und Jugend sagt den Tagespflegepersonen in Sehnde nun zumindest bis Ende Mai Unterstützung zu: „Wir zahlen den Betriebskostenzuschuss an die Tagespflegepersonen weiter, unabhängig davon, ob sie eine Notbetreuung machen oder nicht.“ Immerhin der städtische Anteil fließt während der Corona-Pause weiter. Wie es dann ab Juni weitergehe, sei aber noch nicht klar. Dies sei abhängig davon, wie sich die Situation weiter entwickele, erklärte Strauß.

Tagesmütter wünschen sich besseren Informationsfluss

Dudenbostel wurde per E-Mail über die Kostenübernahme durch die Stadt informiert. Sie findet, dass diese Information sehr spät kam. Die Tagespflegestellen seien lange im Ungewissen gelassen worden, sagt die Tagesmutter. „Am Ende hat man sich viele Tage Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll.“

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„Was den Informationsfluss seitens der Stadtverwaltung betrifft, ist das alles recht schwammig“, bestätigt auch Iris Aschemann. Die Leiterin der Kindertagespflege „Kleine Wilhelm-Henze-Strolche“ würde sich durchaus mehr Informationen von der Stadt Sehnde wünschen. Aber sie hat auch Verständnis in der aktuellen Krisen-Situation: „Wenn nicht mehr Informationen vorhanden sind, kann die Stadt schließlich auch nicht mehr weitergeben.“

Kinder haben Schwierigkeiten, sich einzugewöhnen

Seit knapp 17 Jahren ist Aschemann als Tagesmutter tätig. Für zwei Kinder übernimmt sie derzeit eine Notbetreuung. Obwohl sie schon zuvor sehr auf Hygiene geachtet habe, sei sie bei dem Thema jetzt noch viel sensibler geworden. Sie mache dabei lieber zuviel als zu wenig, sagt Aschemann. Regelmäßig müssten sich die Kinder Hände waschen, Tische und Stühle werden öfter desinfiziert, täglich gebe es frische Handtücher. Die große Spielzeugkiste werde öfter gesäubert sowie der Boden noch häufiger gewischt und gesaugt.

„Corona ist eine Hausnummer – nicht nur für die Kindertagespflege, sondern auch für die Kinder“, sagt die Tagesmutter. Schon in der Notbetreuung sei ihr aufgefallen, dass die Kleinen anfangs Schwierigkeiten hatten, sich wieder einzugewöhnen. Ähnliches befürchtet auch Jana Dudenbostel, wenn sie mit ihrer Betreuung wieder starten darf: „Für die Kinder ist es eine furchtbare Situation, die sie oft schwer nachvollziehen können. Und dann sollen sie nicht mit den anderen Kindern zusammen spielen dürfen – das kann nur in die Hose gehen.“

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Von Laura Beigel

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