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Sehnde Sozialverband feiert 100-jähriges Bestehen
Umland Sehnde

Sehnde: Sozialverband feiert 100-jähriges Bestehen

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10:03 28.10.2019
Der künftige Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse (links) hat dem Sehnder SoVD-Chef Karlheinz Drewes 100 Dominosteine mitgebracht. Quelle: Michael Schütz
Sehnde

Ein rundes Jubiläum wurde am Sonntag im Apart-Hotel gefeiert. Das kommt dort öfter vor, auf 100 Jahre blicken allerdings die wenigsten Jubilare zurück. In diesem Fall war es der Ortsverband des Sozialverbandes Deutschlands (SoVD) unter seinem Vorsitzenden Karlheinz Drewes. Mit dem Namen Sozialverband Deutschland ist das immer noch so eine Sache, wie der Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt in seinem Vortrag im gut gefüllten Wintergarten an der Peiner Straße ausführte. „Bei 100 Jahren SoVD blickt man oft in überraschte Gesichter“, sagte er. Unter Reichsbund sei der Verband auch 20 Jahre nach der Umbenennung immer noch besser bekannt.

Arbeit aktueller denn je

Egal, unter welchem Namen er firmiere, sei der SoVD nach wie vor eine Interessenvertretung der sozial Benachteiligten, jenseits politischer Ausrichtungen. „Und die Unterstützung für die Menschen ist in diesen Tagen aktueller denn je“, meinte Sackarendt. Das sehe man beispielsweise beim Wohnungsmarkt. Das Programm der Bundesregierung gehe zwar in die richtige Richtung. „Aber wir brauchen noch zusätzlich 100.000 Wohnungen mehr und die Ausweitung der Sozialbindung.“

Der Vorsitzende des SoVD-Ortsverbandes Sehnde, Karlheinz Drewes, begrüßt im Wintergarten des Apart-Hotels zahlreiche Gäste. Quelle: Michael Schütz

Mitgliederzahl ist gestiegen

Klaus Wedemeier, Chef des Kreisverbandes Burgdorf, sieht den SoVD bis heute als Erfolgsgeschichte. „Und der Ortsverband Sehnde ist ein Teil davon.“ Das könne man schon an den Zahlen ablesen. Im Moment habe der Ortsverband, der außer Rethmar das Stadtgebiet umfasst: 833 Mitglieder insgesamt. „Das sind 40 mehr als noch zu Beginn des Jahres“, zeigte er sich beeindruckt. „Bei Ihnen ist das soziale Miteinander nicht nur eine leere Worthülse.“

Auf die ehrenamtliche Arbeit gingen fast alle Redner der Veranstaltung ein, darunter auch der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch: „Ohne Ehrenamt könnten wir die 100 Jahre heute nicht feiern, denn ohne Ehrenamt würde es den Verband gar nicht geben.“

Miersch plädiert für Grundrente

Der Laatzener Sozialdemokrat stellte die Frage in den Raum, ob die Beweggründe am Ende des Ersten Weltkriegs, aus denen heraus der damalige Reichsbund gegründet wurde, heute noch eine Rolle spielten. Damals sei es die Sicherung des Friedens und die Bekämpfung purer Not gewesen. „Heute sehe ich Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und keine auskömmliche Rente bekommen.“ Deswegen müsse man auch heute noch diese Werte hochhalten. „In dieser fundamentalen Frage ist die Grundrente selbstverständlich und doch hochumstritten.“

Der SoVD sei ein Anwalt der Solidarität und für ihn ein wichtiger Mitstreiter, sagte Miersch. „Allein im Parlament etwas zu verändern, geht nicht.“ Man brauche gesellschaftlichen Druck, den der SoVD ausübe. Sehndes stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Neuse war froh, dass es den SoVD gibt. „Sonst müsste die Stadt Ihre Arbeit übernehmen.“

SoVD genießt Wertschätzung

Olaf Kruse, ab Freitag neuer Bürgermeister Sehndes, sprach als Vertreter der Ortsbürgermeister. „Die hohe Zahl der Repräsentanten aus der Stadt zeigt die Wertschätzung, die Sie genießen“, meinte der scheidende Wehminger Ortsbürgermeister. Für die weiteren 100 Jahre hatte Kruse eine Großpackung mit 100 Dominosteinen mitgebracht.

Karl Schomburg gründete Ortsgruppe

Zum Jubiläum hat der Ortsverband auch eine Festschrift aufgelegt, in der unter anderem zu lesen ist, wie 1919 der Sehnder Karl Schomburg die damalige Ortsgruppe gegründet hat. Nach der Auflösung unter den Nazis wurde der Reichsbund 1946 von August Tünnermann und dem Vorsitzenden Stange neu gegründet. Die damals wichtigen Themen Rentenvorsorge und Bekämpfung der Wohnungsnot klingen noch sehr aktuell. Heute werden beim SoVD vor allem Veranstaltungen und Fahrten organisiert sowie Hilfe in sozialen Fragen angeboten.

Die Orchesterklasse der 8. und 9. Klassenstufen der KGS unter der Leitung von Andreas Engelhorn sorgt für die Musik. Quelle: Michael Schütz

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Von Michael Schütz

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