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Sehnde Spaziergang zur Bürgermeisterwahl mit Carl Jürgen Lehrke (CDU)
Umland Sehnde Spaziergang zur Bürgermeisterwahl mit Carl Jürgen Lehrke (CDU)
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00:18 26.04.2019
Die Erweiterung der KGS um 18 Klassen gehört für Carl Jürgen Lehrke zu den Schwerpunkten der Sehnder Stadtgestaltung in der nächsten Zeit. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

Er möchte das Sehnde-Logo „Familienstadt Sehnde – ganz nah draußen“ zwar nicht für seinen Wahlkampf vereinnahmen. „Aber wir wollen weiterhin die jüngste Kommune in der Region Hannover blieben“, betont Amtsinhaber Carl Jürgen Lehrke (CDU). Deshalb sei die Schullandschaft für ihn auch ein zentraler Baustein in der Entwicklung der Infrastruktur, genauso wie der Ausbau von Kita- und Krippenplätzen. Dazu gehöre eine „Bevölkerungsentwicklung mit Augenmaß“, die die Stadt nicht überfordere, wie es das Pestel-Institut in einem Gutachten bestätigt habe.

KGS-Erweiterung steht auf der Agenda ganz oben

Ganz oben auf der Agenda steht dabei die Erweiterung der unter Raumnot leidenden und teils seit Jahren in Container untergebrachten Kooperativen Gesamtschule (KGS). 18 neue Klassenräume entstehen dort in einem gerade begonnenen Neubau für 7,5 Millionen Euro. Einen zweiten Standort, wie ihn die Grünen für eine der größten Schulen in Niedersachsen angeregt haben, favorisiert der Bürgermeister nicht. „Je größer die Schule, desto vielfältiger das Angebot und desto interessanter für die Schüler.“

Das halte nicht nur junge Familien in der Stadt, sondern helfe auch der Wirtschaft. „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren viele Arbeitsplätze in die Stadt geholt“, schreibt sich Lehrke auf die Fahnen seiner Verwaltung. Die Gewerbesteuer etwa sei von gut zwei Millionen vor einigen Jahren auf rund sechs Millionen Euro angewachsen, das schaffe Handlungsspielraum. Dazu trage auch die günstige Lage in der Nähe des Ballungsraums Hannover und die gute Anbindung an die Autobahnen bei, gerade für Logistikfirmen. „Viele Firmen in Sehnde haben 100 Mitarbeiter und mehr“, sagt Lehrke.

1000 neue Wohneinheiten in den nächsten zehn Jahren

Über seine Vorstellungen für die Zukunft sprach Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (links) mit Redakteur Oliver Kühn.

Die Region Hannover hat kürzlich einen leichten Bevölkerungsrückgang für Sehnde konstatiert, dieser werde aber durch die Neubaugebiet Kleines Öhr sowie geplante Vorhaben in den Maschwiesen, in Bilm und vor allem künftig in Rethmar-West mehr als ausgeglichen, meint Lehrke. Dafür habe man vor drei Jahren vorausschauend, da ist der Bürgermeister ganz Wahlkämpfer, 10 Millionen Euro für den Ankauf von Boden in die Hand genommen, um die Zukunft für Baugebiete und Gewerbeflächen für die nächsten zehn Jahre sicherzustellen. „In dieser Zeit brauchen wir 1000 neue Wohneinheiten“, schätzt Lehrke.

Ausbau von Kitas und Krippen als sozialer Schwerpunkt

Den Ausbau von Kitas und Krippen nennt Lehrke als eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Früher sei eine Versorgung von 35 Prozent aller Kinder im Alter bis zu drei Jahren vorgesehen gewesen, die Stadt plane künftig aber mit 80 Prozent. Auch die Planung von Kitaplätzen sei nach der Gesetzesänderung im vergangenen Jahr nicht einfach und der Aufwand groß. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist aber wichtig, um junge Familien in der Stadt zu halten.“ Das gelte insbesondere für alleinerziehende Frauen, aber auch für Mütter, die sich bewusst für eine Auszeit entscheiden und dann wieder in ihren Beruf einsteigen wollen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Im ehemaligen Bundessortenamt solle deshalb eine neue viergruppige Einrichtung entstehen, auch das geplante Familienzentrum mit Betreuung gehöre dazu.

Freizeit und Erholung

Da das Leben nicht nur aus „Arbeit, Schule und schlafen“ bestehe, sei etwa auch der Bau der beiden neuen Sporthallen oder der Erhalt des Waldbads und des Lehrschwimmbeckens in Höver eine Aufgabe für die Daseinsvorsorge. Ebenso der Ausbau der Breitbandversorgung für die Bürger und die Wirtschaft, der Bau neuer Feuerwehrhäuser und die Sanierung von Straßen. Bei so vielen Pflichtaufgaben stehe das in die Jahre gekommene und aus allen Nähten platzende Rathaus erst einmal hinten an. „Auf lange Perspektive muss aber was passieren“, verdeutlicht Lehrke.

Seit 18 Jahren Bürgermeister der Stadt

Carl Jürgen Lehrke ist seit 18 Jahren Bürgermeister der Stadt Sehnde, seit 2005 und damit den weitaus größten Teil davon als Hauptamtlicher. Politisch aktiv ist der 61-Jährige bereits seit mehr als 30 Jahren. Der gelernte Landwirt und Vater dreier erwachsener Kinder sowie Großvater zweier Enkel ist ein waschechter Sehnder mit einem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, ist aktives Mitglied der Feuerwehr und engagiert sich in verschiedenen Vereinen.

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Von Oliver Kühn

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