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Sehnde Stadt baut die Sprachförderung aus
Umland Sehnde

Sehnde: Stadt baut Sprachförderung aus

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12:02 21.05.2019
Nicht nur das Sprechen, auch das Malen gehört zur Schuleingangsuntersuchung. Quelle: Region Hannover
Sehnde

Viele Eltern haben es schon geahnt – und nun hat es die Region Hannover mit ihrer kürzlich veröffentlichten Schuleingangsuntersuchung bestätigt: Zahlreiche Vorschulkinder in der Region haben Sprachprobleme oder Auffälligkeiten, wenn sie zu lange vor Fernseher, Smartphone, Computer oder Spielekonsole sitzen. Genaue Zahlen, ob die Zahl der Sprachförderkinder in Sehnde auch mit Blick auf Flüchtlingskinder gestiegen ist, kann die Stadt nicht vorlegen. Doch mit Fördergeld des Landes ist eigens eine Stelle geschaffen worden, um das Stammpersonal in den zwölf städtischen und sechs freien Kitas und Krippen zu entlasten und gezielt Sprachförderung anzubieten.

1200 Kinder unter sechs Jahren

Nach der Studie verbringt fast die Hälfte der Vorschulkinder täglich bereits bis zu einer Stunde vor einem Bildschirm. In Sehnde gibt es laut dieser Studie rund 1200 Kinder unter sechs Jahren. Die Sprachentwicklung hängt dabei entscheidend vom Bildungsgrad im Elternhaus ab, und Jungen schneiden grundsätzlich schlechter ab als Mädchen. Immer weniger Eltern lesen ihren Kindern vor, hören weniger zu, erzählen sich gegenseitig weniger über den Tag. Insgesamt wächst die Zahl der Sprachförderkinder laut Region stetig: Im vergangenen Jahr nahmen bereits 2291 Kinder (21,7 Prozent) an der Sprachförderung teil, vor vier Jahren seien es noch 1925 (18,8 Prozent) gewesen.

Für Sehnde kann Fischer keine Zahlen nennen. Nach ihrer Erkenntnis gebe es aber keinen drastischen Anstieg von Kindern, die noch ein Jahr länger in der Kita bleiben wollen oder sollen. Dies sei wegen der sogenannten Flexi-Kinder, die zwischen Anfang Juli und Ende September sechs Jahre alt werden, auch schwer einzuschätzen. Bei ihnen können die Eltern nun selbst bestimmen, ob sie ihr Kind noch ein Jahr in der Kita lassen oder in die Schule schicken wollen.

Den Wortschatz gezielt fördern

Weil Prävention viel Personaleinsatz verlangt, hat die Stadt seit Februar eine zusätzliche pädagogische Fachkraft mit 33,5 Wochenstunden für die zwölf städtischen und sechs freien Kitas eingestellt. 49.000 Euro bekommt sie dafür von der Region, die diese Finanzhilfe des Landes an die Kommunen verteilt. Die Kraft soll das Stammpersonal stunden- oder tageweise als dritte Gruppenkraft entlasten und gezielt Sprachförderung mit einzelnen Kindern oder in Kleingruppen anbieten.

Die Stadt beteilige sich aber bereits lange an Förderprogrammen, betont Fischer. Dazu gehören etwa die sogenannten Wortschatz-Kitas. Dort werden die pädagogischen Fachkräfte geschult, um die Sprachentwicklung noch gezielter umsetzen zu können. Die fünf Kitas Ladeholzstraße und Marggrafstraße in Sehnde, Berliner Straße und Hugo-Remmert-Straße in Ilten sowie in Wehmingen seien bereits zertifiziert, die Kita Bosenkamp in Ilten sei auf dem Weg dorthin. Schritt für Schritt sollen nach Aussage Fischers alle zwölf städtischen Kitas am Wortschatz-Programm teilnehmen.

Der Stadtelternratsvorsitzende Andreas Schriegel sagt, dass die Schuluntersuchungen und das Problem mit nicht schulfähigen Kindern in dem Gremium bislang noch kein Thema gewesen seien. „Wir werden darüber nicht informiert.“ Dennoch sei unübersehbar, dass Erstklässler heute andere Eingangsvoraussetzungen mitbrächten als noch vor 20 Jahren.

Sprachförderung von Grundschulen in Kitas verlagert

Erstmals hatte das Team Sozialpädiatrie und Jugendmedizin der Region das Medienverhalten mit einem Elternfragebogen abgeklopft. Denn mit dem neuen Kita-Gesetz des Landes ist die bislang von den Grundschulen organisierte Feststellung des Sprachentwicklungsstandes sowie die vorschulische Sprachförderung in die Kindertagesstätten verlagert worden – und damit in die Verantwortung der Region, die Jugendhilfeträger für die Stadt Sehnde ist. „Kommunalisierung der Sprachförderung“ nennt Fachdienstleiterin Katharina Fischer diese Umschichtung. Die Region hat deshalb ein regionales Sprachförderkonzept auf Grundlage ihrer bereits bestehenden Angebote und mit Beteiligung der Stadt erarbeitet.

Von Oliver Kühn

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