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Sehnde Stadt will mehr als 100 Blühstreifen für Insekten schaffen
Umland Sehnde Stadt will mehr als 100 Blühstreifen für Insekten schaffen
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16:47 24.04.2019
Am Bärenkampgraben in Ilten gibt es bereits einen Blühstreifen. Quelle: Stadt Sehnde
Sehnde

Die Grünen und auch deren Gruppenpartner SPD fordern es bereits seit Langem, jetzt zieht die Stadt Sehnde auf Druck des Rates nach: Der Fachdienst Stadtentwicklung, Straßen und Grünflächen will im Stadtgebiet unter dem Motto „Blühendes Sehnde“ mehr als 100 städtische Blühstreifen anlegen, die als Lebensraum für Insekten wie Schmetterlinge und Bienen dienen sollen. Insgesamt haben die Flächen eine Größe von rund 15.000 Quadratmetern. „Das monotone städtische Einheitsgrün an Straßen und in Grünflächen soll jetzt naturnäher und bunter für Mensch und Tier werden“, erklärt Sabine Zilkenath vom Fachdienst.

Artenvielfalt gegen einen „stummen Frühling“

Bunte Vielfalt: Pflanzen und Kräuter bieten vielen Insekten, Bienen und Schmetterlingen einen neuen Lebensraum. Quelle: Oliver Kühn

Das Programm, das die Artenvielfalt erhöhen und dem Insektenserben entgegenwirken soll, soll im nächsten Frühjahr beginnen und sich dann über drei Jahre hinziehen. Erst im Februar hatte sich eine breite Mehrheit im Rat für entsprechende Anträge der Fraktion der Grünen gefunden, die vor einem „stummen Frühling“ gewarnt und vehement mehr Einsatz der Stadt bei der Anlage von Blühstreifen gefordert hatten.

Zudem solle sich die Stadt an dem Programm „Deutschland summt“ mit einem eigenen Projekt „Sehnde summt“ beteiligen, darüber ist aber noch nicht endgültig entschieden. Dabei könne man etwa lokale Imker unterstützen, zudem könne jeder Bürger bei seiner persönlichen Gartengestaltung Lebensraum für Insekten schaffen, meint der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Günter Pöser. Darüber hinaus haben die Grünen für die nächste Ratssitzung einen Antrag vorgelegt, auf städtischen und auch verpachteten Flächen auf den Einsatz von Pestiziden und Glyphosat zu verzichten.

Dieses Tagpfauenauge lässt sich auf einer Ruhebank am Feldrand in Gretenberg von der Sonne bescheinen. Quelle: Oliver Kühn

Die Flächen verteilen sich auf alle Stadtteile mit Ausnahme von Klein Lobke und Wirringen und liegen überwiegend innerörtlich. Darauf soll eine Saatgutmischung für Schmetterlings- und Wildbienen aus einheimischen ein- und mehrjährigen Blütenpflanzen eingesät werden. „Die Sehnder Bürger können auf die Entwicklung dieser blütenreichen Flächen und den Eindruck, den sie das Jahr über vermitteln werden, gespannt sein“, verspricht Zilkenath. Die Flächen würden dann auch nur noch einmal im Jahr gemäht.

Für jeden Sehnder eine Blumenzwiebel – mehr als 24.000 Stück

An Elfenkrokussen laben sich gern Bienen. Quelle: Stadt Sehnde

Für die Grünflächen sind deshalb frühblühende und insektenfreundliche Blumenzwiebeln vorgesehen. Für jeden Sehnder will die Stadtverwaltung in diesem Herbst ein Schneeglöckchen, einen Elfenkrokus oder ein Blausternchen als Blumenzwiebeln zur Verfügung stellen, die dann in städtischen Grünflächen oder Straßen in jedem Ortsteil entsprechend der jeweiligen Einwohnerzahl gepflanzt werden sollen – insgesamt 24.320 Stück. Geplant sei, so Zilkenath, dass die Stadt gemeinsam mit den Ortsräten geeignete Flächen festlegt, die diese dann mit Helfern aus dem Ort wie etwa Kindergärten, Schulen und Initiativen bepflanzen.

Eine Blumenzwiebel kostet neun Cent

Schneeglöckchen, Elfenkrokus und Blausternchen seien für diese Aktion ausgewählt worden, weil sie als erste im Jahr blühen, Insekten anlocken, durch ihre Selbstaussaat nachhaltig seien sowie gut verwildern und Blütenteppiche bilden könnten. Eine Blumenzwiebel koste im Durchschnitt 9 Cent, somit beliefen sich die Materialkosten auf etwa 2200 Euro.

An der Kommunalen Entlastungsstraße leuchtet es violett. Quelle: Stadt Sehnde

Weitere Hinweise zu der Blumenzwiebelaktion sind auf der städtischen Internetseite sehnde.de unter dem Suchbegriff „Blumenzwiebeln“ zu finden. Zudem gibt es auf der Webseite auch Hinweise zur Anlage der Blühflächen.

Stadt gibt Tipps zur Auswahl der Flächen

Die Stadt hat bereits einige Tipps parat, was bei der Auswahl von Flächen für Blühstreifen beachtet werden sollte. Diese sollen relativ gut besonnt sein, innerorts liegen, von möglichst vielen gesehen und nicht begangen oder befahren werden. Die Flächen sollten mindestens fünf Quadratmeter groß sein, sodass sich im Laufe der Jahre ein farbiger Blütenteppich entwickeln kann. Zudem sollten sie nicht direkt an Gräben oder im Bereich von Regenrückhaltebecken, auf Spiel- und Bolzflächen oder auf stark genutzten Flächen liegen. Wegen des erforderlichen Abstands zu Privatgrundstücken sollten keine Wege und Straßen gewählt werden, die schmaler als fünf Meter sind – es sei denn, die Anlieger stimmen zu.

Die Auswahl der Blühstreifen soll mit den Ortsräten, Bürgern und der Stadtverwaltung bis Ende Juli abgeschlossen sein und in Pläne eingetragen werden, damit der Baubetriebshof diese bei der Pflege kennt und erst später im Herbst mäht.

Von Oliver Kühn

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