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Sehnde Stadt investiert 350.000 Euro in die Kinderbetreuung
Umland Sehnde

Sehnde: Stadt investiert 350.000 Euro in Kinderbetreuung

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09:01 26.10.2019
Die Stadt Sehnde will im nächsten Jahr 350.000 Euro in die Kinderbetreuung stecken. Quelle: Symbolbild
Sehnde

Eine Erweiterung der Betreuungszeiten, mehr Springkräfte, Stellen für Auszubildende, Sozialassistenten und Erzieher: Die Stadt Sehnde baut kontinuierlich die Kinderbetreuung aus. Hierfür will die Verwaltung für nächstes Jahr insgesamt mehr als 358.000 Euro im Haushalt verankern. Der Ausschuss für Kindertagesstätten und Jugend folgte dieser Empfehlung in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich. Probleme bereitet indes der Mangel an Fachkräften.

Zahl der Geburten steigt

Weil die Zahl der Kinder in Sehnde steigt, muss die Verwaltung auf die wachsenden Anforderungen reagieren. Für 2019 sind 693 Geburten prognostiziert und ein Jahr später sogar 720. Aber nicht nur die Plätze sind von Bedeutung, auch die Wünsche der Eltern – die mehr und mehr auf die Betreuung in Krippen und Kindergärten setzen. Deshalb sollen beispielsweise die Betreuungszeiten im Dorfkindergarten Dolgen von 13 auf 15 Uhr verlängert werden. Die Umsetzung ist für Anfang des Jahres geplant. Die zusätzlichen Kosten schlagen mit etwa 15.000 Euro zu Buche.

Personal für Springkräfte soll steigen

Der städtische Fachdienst für Kindertagesstätten und Jugend sieht auch Aufstockung der Springkräfte zum nächstmöglichen Zeitpunkt um insgesamt 81 Wochenarbeitsstunden vor, um die kontinuierliche Betreuung in den Einrichtungen gewährleisten zu können. Dafür betragen die zusätzlichen Personalkosten pro Jahr rund 105.000 Euro.

Stadt will drei Azubis ausbilden

Längerfristig angelegt ist die Schaffung von drei Stellen zum 1. August nächsten Jahres für Auszubildende zum Sozialassistenten. Die Stellen sollen jeweils einen Umfang von 25 Wochenstunden haben und nach dem Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVöD, Entgeltgruppe S2) bezahlt werden. Die Personalkosten für die drei Azubi-Stellen betragen pro Jahr circa 72.000 Euro. Auch reduzierte Stellen für zwei Erzieher und zwei Sozialassistenten mit jeweils 33 Wochenstunden sollen zum 1. Januar ausgeschrieben werden. Summa summarum plant die Stadt, mehr als 166.000 Euro in die vier Stellen zu investieren.

„Mit den Investitionen schauen wir nach vorne“, sagt Iris Jungclaus, stellvertretende Leiterin des Fachdienstes für Kindertagesstätten. Das Geld solle in den neuen Haushalt eingestellt werden. Auch wenn sich der Fachkräftemangel aktuell als „Katastrophe“ darstelle, wolle die Stadt zukunftssicher aufgestellt sein, erläutert Jungclaus. „Derzeit profitieren wir von Initiativbewerbungen“ – also Bewerbungen ohne Ausschreibungen.

Probleme bereiten der Stadt auch die sogenannten Flexi-Kinder. Eltern können bis zu einem gewissen Stichtag entscheiden, ob ihre Kinder, die zwischen Juli und September geboren worden, im Sommer eingeschult werden oder noch ein Jahr weiter im Kindergarten bleiben sollen. Laut einer Studie der Region Hannover geraten die Städte und Gemeinden deshalb unter großen Druck, weil immer mehr Kinder vom Schulbesuch zurückgestellt werden. Der gestiegene Betreuungsbedarf hat laut des Regionsberichts die Platz- und Planungskapazitäten vieler Kommunen überfordert. Der Grund: Viele Einrichtungen erfahren erst spät, wie viele Kinder bleiben oder nicht und können deshalb nur schwer kalkulieren – so auch Sehnde.

Zwei neue Kitas

Um den Rechtsanspruch auf einen Kindergarten- und Krippenplatz zu garantieren, soll im nächsten Jahr eine neue Kindertagesstätte mit vier Gruppen auf dem Gelände des ehemaligen Bundessortenamtes in Rethmar eingerichtet werden. Zwei bis vier Gruppen soll zudem eine Kindertagesstätte im Baugebiet Maschhöfe in der Kernstadt haben, die der Investor bis Ende 2021 errichten will.

In Sehnde werden 1015 Kinder betreut

Die Stadt betreibt selbst 14 Kindertagesstätten und fördert darüber hinaus sechs Kindertagesstätten in freier Trägerschaft. In den 20 Einrichtungen stehen für 683 Kinder von drei bis sechs Jahren Betreuungsplätze im Kindergarten zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch 152 Hortplätze für Schulkinder und 180 Krippenplätze für Kinder ab einem Jahr. Zudem gibt es in Sehnde aktuell eine integrative Gruppe, in der Kinder mit einer Behinderung und nicht behinderte Kinder gemeinsam betreut werden. Außerdem bietet die Stadt zwei Gruppen an, in denen Zwei- bis Sechsjährige betreut werden.

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