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Sehnde Stadt plant zentralen Beratungsstützpunkt
Umland Sehnde Stadt plant zentralen Beratungsstützpunkt
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18:00 21.02.2019
Das AWO-Team in Höver verabschiedet sich Ende Februar: Rabia Kuru (von links), Gülten Dündar, Hassan Ibrahim Omar und Osman Dafallo. Es fehlt Albagir Karamella Al Nure. Quelle: Privat
Sehnde

Jetzt ist es amtlich: Der Verein Flüchtlingshilfe Sehnde erhält ab diesem Jahr für seine Sozialarbeit 70.000 statt der bisherigen 50.000 Euro als städtischen Zuschuss. Das hat der Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Soziales am Mittwochabend einstimmig beschlossen. Auch dem neuen Integrations- und Beratungskonzept für Geflüchtete in Sehnde, das die Stadt unter Mitwirkung des Vereins erarbeitet hat, haben die Kommunalpolitiker bis auf eine Gegenstimme von der AfD befürwortet. Dieses beinhaltet eine Heimleitung für eine Sammelunterkunft oder zur Beratung, für die ab nächstes Jahr ebenfalls weitere 70.000 Euro zur Verfügung gestellt werden sollen. Das Konzept war eine Forderung des Rates gewesen, die Zustimmung zu dem Gesamtpaket in der nächsten Sitzung am 28. Februar dürfte damit als sicher gelten.

Verein schreibt Sozialarbeiterstelle aus

Nach der Entscheidung hat Ortrud Mall, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe, angekündigt, nun sofort eine Vollzeitstelle für einen Sozialarbeiter auszuschreiben. Dieser soll auch die Stadt bei ihrer Sozialarbeit unterstützen – denn insgesamt gibt es in der Verwaltung für alle Einheimischen und Geflüchteten nur 2,38 Stellen. In Sehnde leben derzeit 22.581 Deutsche und 1771 Ausländer, das entspricht einem Anteil von knapp 7,3 Prozent der Bevölkerung. Von den insgesamt 336 in Sehnde lebenden Flüchtlingen sind 281 (knapp 16 Prozent) mit einer guten Bleibeperspektive wie aus Irak, Eritrea, Iran, Somalia und Syrien. Nach einem Betreuungsschlüssel der Region wären aber allein für Flüchtlinge eigentlich 4,48 Stellen nötig, doch dafür gibt es keine Haushaltsmittel. Für die Flüchtlingssozialarbeit sind jährlich insgesamt 245.000 Euro nötig, davon übernimmt die Region Hannover 187.000 Euro.

Zu Hochzeiten wie hier im Sommer 2016 wurde auf dem Gelände in Höver sogar Gemüse angebaut. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Zentraler Beratungsstützpunkt in Rethmar

Zentrales Ziel des neuen Integrationskonzepts ist es deshalb, nach Auflösung der letzten Sammelunterkunft in Höver Ende des Monats in Rethmar im ehemaligen Bundessortenamt einen zentralen Beratungsstützpunkt zu etablieren. Mit kurzen Wegen, verschiedenen Beratungen unter einem Dach und einem ganzheitlichen Ansatz anstelle einzelner integrationsfördernder Maßnahmen. „Das schafft Synergieeffekte“, sagt Karin Rohwerder Leiterin des Fachdienstes Soziales. Dort hat der Flüchtlingshilfeverein bereits einen Treffpunkt und Büros für Beratungen, auch die Caritas und die Diakonie sind dort tätig. Von März bis August übernimmt die Region Hannover die Personalkosten für die Heimleitung, danach will sie über den Bedarf neu entscheiden.

Ziel ist Eigenverantwortung der Geflüchteten

Neu ist an dem Konzept, dass es für alle Geflüchteten gelten soll, nicht nur für Asylbewerber. „Sie sollen befähigt werden, ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich und selbstständig zu erledigen, um in Deutschland leben zu können“, sagt Rohwerder. Dies solle spätestens vier Jahre nach der Erstzuweisung der Fall sein. Ab dem fünften Jahr soll eine Beratung nur noch bei allgemeinem sozialarbeiterischen Bedarf, aber nicht mehr durch die Flüchtlingssozialarbeit erfolgen. Mit dem Konzept wolle man eine „hohe Akzeptanz“ erreichen, sagt die Fachdienstleiterin. Wolfgang Ostermeyer (AfD) kritisierte, dass Inhalte wie etwa die Gleichstellung von Mann und Frau doch schon allgemein anerkannt seien, Silke Lesemann (SPD) lobte dagegen, dass das Konzept aus den Erfahrungen der Praxis heraus entstanden sei.

Von Oliver Kühn

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