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Sehnde Klimawandel: Stadt will künftig andere Baumarten pflanzen
Umland Sehnde

Sehnde: Stadtbäume leiden unter Hitze

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19:18 14.08.2019
Sehndes Stadtbäume leiden unter der Hitze, auch diese Birke auf dem Sehnder Friedhof. Quelle: Philipp Bader
Sehnde

Welke Blätter, frühzeitiger Laubfall und kahle Äste: Die Hitze dieses Sommers hat auch den Sehnder Stadtbäumen extrem zugesetzt. Schlimmer als die Hitze ist allerdings der geringe Niederschlag. Schon durch den heißen Sommer des vergangenen Jahres sind die Wasserreserven der Böden nahezu aufgebraucht. Jungbäume können laut Sebastian Wels vom Fachdienst Stadtentwicklung, Straßen und Grünflächen noch mit Gießen am Leben gehalten werden. „Dadurch, dass die tiefen Bodenschichten ab einem halben Meter bis zwei Meter Tiefe stark ausgetrocknet sind, bekommen aber sogar Altbäume massive Wasserprobleme“, berichtet Wels.

Die Sehnder Stadtverwaltung hat auf die neuen klimatischen Bedingungen bereits reagiert und plant für Nach- und Neupflanzungen im Stadtgebiet nun mit Baumarten wie Manna-Esche, Eisenholzbaum, Purpur-Erle und Baummagnolien. „Außerdem achten wir darauf, dass ganze Straßenzüge nicht mit derselben Baumart bepflanzt werden, damit bei einer grassierenden Baumkrankheit nicht gleich alle Bäume ausfallen“, erklärt Wels. Darüber hinaus sollen Neuanpflanzungen künftig größere Wurzelräume bekommen.

Baumkrankheiten nehmen zu

Mitarbeiter des Bauhofs sind zudem täglich im Einsatz, um die Stadtbäume zu wässern. Sie arbeiten neuerdings mit sogenannten Gießsäcken, die um die Baumstämme herumgelegt werden und Wasser kontinuierlich über acht Stunden abgeben. Mit Gießen verhindern die Mitarbeiter aber auch, dass Baumkrankheiten wie etwa die Rußrindenkrankheit beim Ahorn ausbrechen. Diese wird von einem Pilz verursacht, dessen Sporen auch für den Menschen gefährlich sind. Auch die zunehmenden Baumkrankheiten sind laut Wels eine Folge des Klimawandels.

Er hat zudem ein weiteres Problem ausgemacht: Die von der Hitze geschwächten Bäume sind für Parasiten ein gefundenes Fressen. So haben Fichten zum Beispiel große Probleme mit dem Befall durch Borkenkäfer. Erst kürzlich hatte die Stadt daher vier große Fichten auf dem Sehnder Friedhof fällen müssen. Darüber hinaus leiden aber auch Birken, Mehlbeeren und Ahorn stark unter der Hitze. Von den rund 8000 städtischen Bäumen im Sehnder Gebiet sind laut Wels etwa 2000 bis 3000 Ahornbäume.

Gefahr von Astabbrüchen

Die Temperaturen in der Stadt seien zudem wesentlich höher als in der freien Natur. Bäumen in der Stadt steht laut Wels zudem aufgrund sehr kleiner Pflanzgruben, Bodenverdichtung und Versiegelung weniger Wasser zur Verfügung. Mit der Zeit führt dieser Wassermangel zu Problemen bei der Fotosynthese: Die Bäume bauen weniger Biomasse auf und können dadurch noch in den folgenden Jahren absterben.

Große Hitze birgt zudem die Gefahr von sogenannten Grünastbrüchen. „Dieses Phänomen ist nicht vorhersehbar – da kann man die Bäume noch so viel kontrollieren“, betont der Fachdienstmitarbeiter. Durch eine Verringerung des Saftdrucks im Holz und durch Erschlaffung der Zellen lässt die Elastizität des Holzes nach. Es kann zu Brüchen von Starkästen kommen. Bürgern empfiehlt Wels deshalb, bei extremer Hitze unter Bäumen besonders achtsam zu sein.

Bürger sollen Bäume gießen

Bürger können aber selber vorbeugen, und zwar indem sie große Bäume bei extremer Hitze wässern. Bei der Stadt würde man sich freuen, wenn sie in solch extremen Situationen auch städtische Bäume vor ihren Grundstücken gießen. „Verbrannter Rasen wird wieder grün, aber ein Baum erholt sich nicht wieder, der ist dann tot“, sagt Wels.

Von Katja Eggers

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