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Sehnde Tankstelle Laas ist seit 50 Jahren ein Familienbetrieb
Umland Sehnde Tankstelle Laas ist seit 50 Jahren ein Familienbetrieb
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00:18 17.03.2019
Melanie und Ernst-August Laas betreiben die Tankstelle in zweiter Generation. Quelle: Oliver Kühn
Ilten

Bei einem Zeitraum von 50 Jahren kann man noch von keiner Dynastie sprechen. Aber die einzige ist die Familie Laas seit einem halben Jahrhundert in Ilten dennoch: Am Freitag auf den Tag genau betreibt die Familie seit fünf Jahrzehnten und nun schon in zweiter Generation die einzige Tankstelle im Ort. Auch wenn im Verkaufsraum kein Aschenbecher mehr für Raucher steht und es auch keinen Feierabendschnaps oder Bier mehr für Stammkunden gibt – das deutlich vergrößerte Unternehmen direkt an der B65 ist immer noch ein Treffpunkt etwa für die Feuerwehr und ein Umschlagplatz für Tratsch und Infos. Die Ansprüche der Kundschaft dagegen haben sich komplett verändert.

Früher ging es um Zündkerzen, heute um Rundumversorgung

„Früher kauften die Leute vorwiegend Zigaretten, Bier und Zündkerzen, wollten den Öl- und Luftdruck prüfen lassen und ein bisschen Smalltalk halten“, erinnert sich Ernst-August Laas. „Heute wollen sie eine Rundumversorgung“, sagt der 46-Jährige, der die von seinem Vater Ernst gebaute Tankstelle mit seiner Frau Melanie führt. Er selbst habe früher hinten in der Halle geschraubt und, wenn ein Kunde im Laden klingelte, vorne kassiert. Der Betrieb war 1969, als der Liter Benzin noch 60 Pfennige kostete, von der Hindenburgstraße an die belebtere B65 umgezogen. „Nur vom Dorf allein könnten wir heute nicht mehr leben.“ Dafür war das 1821 gebaute Bauernhaus Hoyer abgerissen worden.

Der Anfang: 1969 eröffnete Ernst Laas die Tankstelle an der damals noch ruhigen B 65 im Vordergrund. Quelle: Privat

Aus der kleinen Tanke, in der seine Mutter noch die Autos gewaschen hat, ist heute ein Betrieb mit Schnellwaschanlage und großer Kfz-Werkstatt mit insgesamt 20 Mitarbeitern geworden. 1985 gab es erstmals bleifreies Benzin, heute sogar Autogas. Die vor drei Jahren diskutierte mögliche Ortsumgehung für Ilten hatte Laas mit Sorge beobachtet. „Das wäre der Tod für diesen Standort.“ Die Preistafel in luftiger Höhe mit der Hand umzudrehen, während ein zweiter Mitarbeiter unten die Leiter sicherte, ist zum Glück Vergangenheit. Heute geschieht dies elektronisch, kein Wunder bei bis zu fünf Preissprüngen am Tag. Und in der Kfz-Werkstatt werden die Mitarbeiter von Meister Ernst-August Laas selbst ausgebildet und, wie gerade geschehen, auch gern übernommen.

Von Überfällen und Verfolgungsjagden

Bei einem spektakulären Unfall sind 2005 auch Zapfsäulen zerstört worden. Quelle: Privat

In den Jahrzehnten sei so einiges passiert, erinnert sich der 46-Jährige. Etwa die Überfälle. Erst im Juli vergangenen Jahres hatte ein 23-Jähriger eine Kassiererin mit einem Messer bedroht und Geld gefordert. Aber auch der spektakuläre Unfall 2005, als ein Betrunkener nachts die Zapfsäulen umfuhr und der Betrieb nur knapp einer Katastrophe entging, gehört dazu. „Die Hinterachse lag vor der Waschhalle, der Wagen beim Nachbarn im Graben.“ Auch von wilden Verfolgungsjagden hinter Kreditkartenbetrügern oder Benzinzechprellern kann Laas anschaulich berichten. Der größte Schaden sei jedoch bei dem schweren Hagel 2013 entstanden, als die Dachverkleidung und alle Werbeschilder zu Bruch gingen. Dass auch mal Prominente wie Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Ex-Fußballer Stefan Effenberg oder Sänger Reinhard Mey vorbeischauten, sind kleine Randnotizen.

Die Tankstelle Laas läuft unter der HEM-Flagge und ist doch etwas Besonderes. Denn von den 400 Filialen bundesweit seien nur 50 inhabergeführt, sagt Bezirksleiter Volker Thiele: „Zusammen mit einer Werkstatt gibt es das kaum noch.“ Mit 20 Mitarbeitern sei Laas zudem einer der größeren Arbeitgeber in der 5200-Einwohner-Ortschaft Ilten. „Da hängen Existenzen dran.“ Und es sieht gut aus, dass die Tankstelle in dritter Generation von Tochter Luisa Sophie und Sohn Adrian weitergeführt wird. „Bevor es zu Ende geht, wollen beide einsteigen“, sagt Mutter Melanie Laas.

Jubiläum wird mit Fest gefeiert

Das Jubiläum ist am Freitag – doch groß gefeiert wird erst am Sonnabend, 30. März. Von 13 bis 18 Uhr gibt es rund um die Tankstelle Kinderbelustigung, Ponyreiten, Hüpfburg, ein Platzkonzert der Ahltener Musikanten, eine Tombola zugunsten der Iltener Jugendfeuerwehr sowie Getränke, Gegrilltes, Kaffee und Kuchen.

Von Oliver Kühn

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