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Sehnde Trockenheit bedroht 600 junge Rotbuchen
Umland Sehnde Trockenheit bedroht 600 junge Rotbuchen
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16:30 25.04.2019
Fünf Stunden Arbeit: Jürgen Falkenhagen muss die Setzlinge regelmäßig wässern. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

Erst im März hatte der Sehnder Jürgen Falkenhagen mit seinem Bruder Karl und Dirk Vainqueur auf eigene Kosten 600 neue Rotbuchen im Lehrter Holz angepflanzt. Doch durch die große Trockenheit ist der Bestand an Jungpflanzen nun in Gefahr. „Leider hat das Wetter nicht mitgespielt“, sagt der Landwirt mit einem Seufzer: „Natur erhalten ohne Wasser ist schwierig.“ Mit seinen Mitstreitern hat er deshalb bereits rund 10.000 Liter Wasser mit einem Unimog von seinem eigenen Hofbrunnen in Sehnde in den Wald gekarrt.

Für jede Wässerung sind 3000 Liter nötig

Trockene Blätter: Ohne regelmäßige Bewässerung würden die Jungpflanzen eingehen. Quelle: Oliver Kühn

Das ist ein Aufwand, den Falkenhagen nicht eingeplant hat. 2500 bis 3000 Liter braucht er für eine Wässerung aller Jungpflanzen. Da der Tank des Unimog nur 1000 Liter fasse, müsse er also jedesmal dreimal hin und her fahren. Das Wässern des rund 1000 Quadratmeter großen Areals dauere dann noch einmal rund fünf Stunden. Denn die insgesamt acht Reihen mit jeweils 70 bis 80 Bäumen müssten zunächst angewässert werden und bekämen erst anschließend in einer zweiten Runde den Rest ihres Bedarfs. Beklagen will sich der 55-Jährige dennoch nicht. Die Buchen stärkten das kleine Wäldchen und werteten das Lehrter Holz auf. „Die Natur ist mein Hobby, die Lage in der Landwirtschaft ist derzeit wegen der Trockenheit viel angespannter.“

Hasen knabbern gern an Jungpflanzen

Hasen knabbern gern an den Jungpflanzen. Quelle: Oliver Kühn

Aber nicht nur die Dürre setzt den Jungpflanzen zu. Hasen knabbern gerne an den frischen Setzlingen, auch wenn sich die Verluste derzeit noch in Grenzen halten. Damit nicht auch das Rehwild Gefallen an den Knospen der jungen Bäume findet, haben Falkenhagen und seine Mitstreiter bereits einen sogenannten Duftzaun installiert. Das sind offene Gefäße mit einem flüssigen Konzentrat, das einen säuerlichen Geruch verbreitet und die Tiere fernhalten soll. Ein richtiger Zaun wäre für den ehemaligen Sehnder Ortsbürgermeister auch nicht infrage gekommen: „So etwas ist zu teuer und gehört auch nicht in einen Wald.“ Außerdem müsste der Zaun regelmäßig kontrolliert werden, ob sich dort etwa Wild darin verfangen hat.

Naturschützer hoffen auf ausgiebigen Regen

Nun hofft der Sehnder wie alle anderen Landwirte, Gartenbesitzer und Naturschützer auf ausgiebigen Regen. Dass seine Arbeit und die seiner beiden Helfer damit aber beendet wäre, glaubt er nicht. „Mal sehen, wie das in der Urlaubszeit ist“, sagt Falkenhagen. „Das wird schwierig.“

Der Einsatz lohne sich aber. Denn das Lehrter Holz an der B 443 an der nördlichen Stadtgrenze zu Lehrte ist ein außerordentlich gut ausgeprägter und „sehr wertvoller“ Hainbuchenwald, wie der Landschaftsarchitekt Dietmar Drangmeister erst kürzlich bei seiner Präsentation zur Aktualisierung des Landschaftsplans im Sehnder Umweltausschuss hervorgehoben hatte. Aktuell stehen dort Birken, Eichen, Hainbuchen, Eschen und Erlen sowie einige Wildkirschen.

Die Erde ist fast staubtrocken und dürstet förmlich nach Wasser. Quelle: Oliver Kühn

500 Euro hatte sich das Trio die Anpflanzung der 600 Rotbuchen kosten lassen, an denen sich auch die nächste Generation erfreuen soll. Denn dort hätten schließlich schon ihre Großväter und sogar Urgroßväter Bäume gepflanzt. Diese Tradition des Umweltschutzes möchte Falkenhagen gerne fortführen.

Von Oliver Kühn

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