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Sehnde Ulf Schärling ist neuer Feld- und Flurwart im Nordwesten
Umland Sehnde

Sehnde: Ulf Schärling ist neuer Feld- und Flurwart im Nordwesten

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09:00 30.10.2019
Der neue Feld- und Flurbeauftragte Ulf Schärling hält sich gerne in der Natur auf. Quelle: Sandra Köhler
Höver/Bilm/Ilten

Sehnde hat einen neuen Feld- und Flurwart. Ulf Schärling hat im Bezirk Nordwest die Nachfolge von Bruno Borchert angetreten. Der ging dieser Aufgabe seit 1995 nach – und hat seinen Nachfolger selbst vorgeschlagen. Zum 1. August hat Schärling sein Ehrenamt angetreten.

„Ich bin gerne draußen in der Natur“, sagt der 59-jährige Kriminalbeamte. Ob mit dem Fahrrad, zu Fuß, alleine, mit seiner Frau, der stellvertretenden Ortsbürgermeisterin von Höver, oder den zwei Enkelkindern: Er genießt die Natur in und um Höver. Durch den Wald spazieren, kilometerweit am Kanal entlang laufen: Nicht nur Menschen aus der näheren Umgebung nutzen die Gegend, um aufzutanken.

Das verraten die Autokennzeichen an den Parkplätzen. „Man kann hier gut leben“, sagt Schärling. Auch wenn er angesichts des Mergelabbaus durch das Zementwerk Holcim zwiegespalten ist. „Einerseits brauchen wir ja den Zement und die Arbeitsplätze. Aber ob das wirklich so sein muss?“, fragt er sich und deutet auf die neueste Abbruchkante: „Vor ein paar Wochen war hier noch alles grün.“

Natur zwischen Industrie und Schutzraum

Andererseits haben in dem seit Jahrzehnten renaturierten alten Abbaugebiet zahlreiche Tiere und Pflanzen einen Lebensraum gefunden. „Zum Beispiel die Wildschweine, die stört der Betrieb nicht“, sagt Schärling. Er ist selbst Jäger und dort als Obmann für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ob ihn das prädestiniere für die Aufgabe als Feld- und Flurwart? Ihm gehe es um das vernünftige Miteinander von Mensch und Natur, sagt der 59-Jährige. Die Augen offen halten, der Stadt melden, wenn es irgendwo Probleme gebe. Und ansonsten ganz viel ins Gespräch kommen und aufklären: So beschreibt er sein Verständnis für seine Aufgabe. „Ich habe zwar einen Ausweis bekommen, aber keine Befugnisse wie etwas das Ordnungsamt.“

Also versucht er, Menschen bei persönlichen Begegnungen die Hintergründe für bestimmte Vorschriften zu vermitteln. Zum Beispiel den Leinenzwang. „Das Bockmerholz ist ja mittlerweile Naturschutzgebiet. In einem solchen müssen Hunde ganzjährig an der Leine geführt werden.“ Das gefalle nicht jedem – zumal manche Hundehalter auch aus Gegenden kämen, in denen es eben keine Möglichkeit zum Freilauf gebe. Doch auch während der Brut- und Setzzeit kämen ihm in dem von ihm betreuten Gebiet Höver, Ilten und Bilm häufig Menschen entgegen, deren Hunde frei am Feldrand oder Kanal herumliefen. „Manche werfen sogar Stöckchen aufs Feld.“

Leinenzwang schützt Wildtiere und deren Nachwuchs

Ein Unding, findet Schärling. Denn selbst wenn die Hunde keine Anzeichen machten, zu wildern: „Sie scheuchen doch Wildtiere oder Vögel auf, die vielleicht später nicht mehr zu ihren Jungen oder Gelegen zurückkehren.“ Auch das immer häufiger vorkommende wilde Entsorgen von Müll an Feldwegen oder Parkplätzen ist ihm ein Dorn im Auge. „Wir haben hier in Sehnde so gute Gelegenheiten zur Entsorgung, müssen nicht mal über eine Waage fahren wie in Burgdorf. Ich verstehe es einfach nicht“, ärgert sich Schärling über die Ignoranz einiger Menschen. Auch wenn es sich „nur“ um Grüngut handele: Sei erst mal ein Haufen da, wachse der schnell.

Warum er sich ehrenamtlich als Feld- und Flurwart engagiert? „Es klingt abgedroschen – aber wir haben eben nur diese eine Erde. Ich denke, eine Gesellschaft ist immer nur so gut wie die, die sie gestalten. Und manchmal muss man eben einfach etwas zurückgeben.“

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Von Sandra Köhler

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