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Sehnde Bürgermeisterwahl: „Röschen“ kommt zum CDU-Wahlkampfauftakt
Umland Sehnde Bürgermeisterwahl: „Röschen“ kommt zum CDU-Wahlkampfauftakt
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00:18 08.04.2019
Blumen für die Ministerin: Sehndes CDU-Stadtverbandschef Lutz-Alexander Lehmann bedankt sich bei Ursula von der Leyen und Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Quelle: Achim Gückel
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Rethmar

Zum Auftakt eines wichtigen Wahlkampf muss man klotzen und nicht kleckern. Diese Faustregel haben Sehndes Christdemokraten beherzigt. Am Freitagabend eröffneten sie das Rennen um das Bürgermeisteramt in der Stadt offiziell. Ihrem Kandidaten, Amtsinhaber Carl Jürgen Lehrke, stellten sie dabei eine Wahlhelferin an die Seite, wie sie prominenter kaum sein könnte: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Rund 100 Gäste kommen zu der Veranstaltung am Freitagabend im Gutshof Rethmar. Quelle: Achim Gückel

Der Griff ins oberste politische Regal der Republik ist allerdings ein naheliegender. Von der Leyen hatte ihre steile politische Karriere im Jahr 2001 in Sehnde begonnen. Damals lebte sie mit ihrer Familie in Ilten. Und auch heute sei die Region Hannover ihre Heimat, sagte die Bundesministerin bei der Veranstaltung zum Wahlkampfauftakt im Gutshof Rethmar, der mit seinem vollmundigen Titel „Das Erfolgsmodell Sehnde im Herzen Europas“ gleichsam der Bürgermeister- wie der Europawahl am 26. Mai Rechnung trug.

Nostalgische Schwärmerei zum Auftakt

Bilck zurück: So sahen die ersten Wahlplakate für den Bürgermeisterkandidaten Lehrke und die kommunalpolitische Kandidatin Ursula von der Leyen im Jahr 2001 aus. Quelle: Achim Gückel

Von der Leyen und Lehrke gerieten gleich zu Beginn des Abends ein wenig ins nostalgische Schwärmen. Auf einer Leinwand waren unter anderem Bilder von den ersten Wahlplakaten mit von der Leyen von vor 18 Jahren sowie zu sehen. Lehrke gab unter dem Schmunzeln der rund 100 Gäste seine Erinnerungen an den Abend des 8. April 2001 zum Besten, als er die Iltenerin in deren Wohnzimmer – und „als ihre Kinder im Bett waren“ – überredete, nicht nur für den Ortsrat und die Region Hannover zu kandidieren, sondern auch für den Sehnder Rat.

Was dann folgte, ist in Sehndes CDU Legende. Von der Leyen zog in alle Parlamente ein, für die sie kandidierte, wurde sofort Fraktionschefin der Sehnder Christdemokraten, blieb der Stadt- und Ortspolitik dann aber nicht lange erhalten, weil sie schon 2003 als Ministerin ins Landeskabinett und nicht allzu viel später in Angela Merkels Bundeskabinett gerufen wurde. Die Wurzeln habe von der Leyen aber in Sehnde, und sie habe auch nie den Kontakt in die Stadt verloren, betonte Lehrke.

Vertrautheit unter Weggefährten von einst

Und wie es unter alten Weggefährten nun mal so ist, stieg Sehndes Bürgermeister schnell von der respektvoll-distanzierten Anrede „Frau Doktor von der Leyen“ auf den von früher gewohnten Spitznamen „Röschen“ um. Im Gegenzug wurde der Bürgermeister in der Anrede schnell zu Carl Jürgen. Von der Leyen betonte, dass die kommunalpolitischen Anfänge in Sehnde sie enorm geprägt hätten. „Was ich hier im Rat gelernt habe, habe ich in die Landes- und Bundespolitik mitgenommen“, sagte sie. Und Lehrke skizzierte, dass vor 18 Jahren mit von der Leyen ein Ruck durch die Sehnder CDU gegangen sei. Seither ist Lehrke der Bürgermeister in der Stadt, jetzt kandidiert er für eine weitere Amtszeit von sieben Jahren. Sein politisches Credo: Arbeitsplätze in die Stadt holen, das Image der Familienstadt pflegen, nachhaltig arbeiten, Investitionen mit Augenmaß für Zukunftsprojekte und Sehnde alles in allem lebenswert gestalten. „Es lohnt sich, in Sehnde zu leben“, sagte der Bürgermeister.

Bogen von der Kommunal- zur Europapolitik

Zu Gast waren an dem CDU-Abend im Gutshof auch die christdemokratischen Bürgermeisterkandidaten aus Lehrte, Frank Prüße, und aus Burgdorf, Armin Pollehn, sowie der Europawahlkandidat und frischgebackene Vorsitzende der Jungen Union Deutschlands, Tilman Kuban aus Barsinghausen.

Lehrke und von der Leyen spannten einen weiten Bogen von der kommunalen Politik hin zur Europawahl. Die Ministerin mahnte dabei, dass „Nationalisten Europa zerstören wollen“ und Populisten wie etwa die AfD in Deutschland mit allzu einfachen Antworten für komplexe Fragestellungen sowie mit Halbwahrheiten arbeiteten. Lehrke betonte, dass auch Sehnde durch viele internationale wirtschaftliche Verflechtungen „von Europa und mitten in Europa“ lebe.

Und auch auf solche Fragen, wann Deutschland denn 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgebe, und wie sie zum Brexit stehe, gab von der Leyen vorsichtig Auskunft. 1,5 Prozent im Jahr 2024 seien das Ziel, und die Briten blieben auch nach einem Austritt aus der EU Freunde und Partner.

Wie viel arbeitet eine Bundesministerin?

Auf die Frage eines sehr jungen Besuchers, wie viel denn eine Verteidigungsministerin arbeite, holte von der Leyen weit aus. Eigentlich von morgens bis abends, skizzierte sie. Umso wichtiger seien Auszeiten, etwa bei ausgedehnten Spaziergängen durch das Moor bei Burgdorf-Beinhorn, wo die 60-Jährige zu Hause ist. Womit „Röschen“ wieder beim Thema „Heimatverbundenheit“ angekommen war.

Weitere Informationen zur Bürgermeisterwahl lesen Sie auf unserer Wahlseite.

Von Achim Gückel

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