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Sehnde Dramatische Szenen bei Dachstuhlbrand im Klinikum Wahrendorff
Umland Sehnde

Sehnde: Zehn Verletzte bei Dachstuhlbrand im Klinikum Wahrendorff 

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17:10 27.09.2019
Beim Brand im Klinikum Wahrendorff löste die Leitstelle den sogenannten Massenanfall an Verletzten aus. Quelle: Feuerwehr Sehnde
Köthenwald

Zehn Verletzte, ein Schaden von mindestens 500.000 Euro sowie ein Gebäude, das mindestens teilweise nicht mehr nutzbar ist. Das ist die verheerende Bilanz nach dem Feuer im Dachgeschoss eines Gebäudes des Klinikums Wahrendorff in der Nacht zu Freitag.

Doch nach Einschätzung von Feuerwehrsprecher Tim Herrmann hätte es noch deutlich schlimmer kommen können. „Wir sind da nur knapp einer Katastrophe entgangen“, meint er. Denn vermutlich hatte sich das Feuer über Stunden hinweg nur als Schwelbrand entwickelt. Wäre es „durchgezündet“, wie es im Feuerwehrjargon heißt, hätte wohl der gesamte Dachstuhl in kürzester Zeit in Flammen gestanden, meint Herrmann.

Bewohnerin flüchtet auf Dach und stürzt beinahe ab

Zudem ist eine Bewohnerin des Klinikums nur mit viel Glück einem Sturz vom Dach des mehrstöckigen Gebäudes entgangen. Die psychisch kranke und körperlich eingeschränkte Frau hatte sich in ihrer Not durch eine Gaube auf das Dach des Gebäudes gerettet, beschreibt Herrmann. Dort rutschte sie ab. Nur der kleine Zaun, der gegen den Absturz von Schneemassen dient, habe verhindert, dass die Frau in die Tiefe stützte, verdeutlicht Herrmann.

Die Polizei geht nach ihren Untersuchungen am Freitagvormittag von einem technischen Defekt in einem Wäschetrockner in einem Hauswirtschaftsraum unter dem Dach als Ursache für das Feuer aus.

108 Feuerwehrleute sind im Einsatz

Die erste Alarmierung wegen massiver Rauchentwicklung im Dachgeschoss des Hauses an der Wahrendorffstraße war um 23.53 Uhr bei der Regionsleitstelle eingegangen – inklusive Hinweise auf einen möglichen sogenannten Massenanfall an Verletzten.

Als Rettungskräfte und Polizei mit einem Großaufgebot – 25 Fahrzeugen und 108 Einsatzkräften der Feuerwehren Ilten, Sehnde, Bilm und Höver – eintrafen, galten drei Bewohner der psychiatrischen Klinik als vermisst – darunter jene Bewohnerin, die sich auf das Dach gerettet hatte. Das Gebäude war zuvor bereits evakuiert worden. 52 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Notärzte untersuchten die Evakuierten und versorgten sie vor Ort. Die Vermissten wurden schnell gefunden, die Frau auf dem Dach wurde per Drehleiter gerettet. Sie sowie ein Wahrendorff-Mitarbeiter erlitten jeweils eine so heftige Rauchgasvergiftung, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Neun weitere Menschen wurden auf dem Gelände versorgt. Die Evakuierten wurden in umliegenden Gebäuden untergebracht.

Löscharbeiten sind kompliziert

Für die Feuerwehren war der Einsatz kompliziert. Sie mussten unter anderem die Verlattung und Isolierung des Daches beseitigen, um an Glutnester zu gelangen. Auch eine Wärmebildkamera kam zum Einsatz. Erst nach 3.30 Uhr konnten die Einsatzkräfte wieder abrücken.

Feuerwehrsprecher Herrmann meint, dass die Hitze in dem Raum unter dem Dach, in dem sich der Schwelbrand entwickelte, enorm gewesen sein muss. Dort sei sämtliche Einrichtung komplett verbrannt und sogar das Sicherheitsglas in der Tür geborsten. Daraufhin seien auf der gesamten Etage die Plastikeinfassungen der Lampen geschmolzen. Bei dem Raum habe es sich nicht um ein Patientenzimmer gehandelt, sagt Herrmann.

Polizei untersucht den Brandort

Im Klinikum Wahrendorff hat es in diesem Jahr bereits drei Feuerwehreinsätze gegeben, sagt Herrmann. Dabei habe es sich aber immer um „kleine Sachen“ gehandelt, betont er.

Lesen Sie auch:Februar 2019: Papierspender im Klinikum Wahrendorff fängt Feuer

Weitere Meldungen der Polizei und Feuerwehr finden Sie hier in unserem Polizeiticker.

Von Achim Gückel/RND/sbü

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