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Sehnde Schützen suchen Pächter für ihre Gaststätte
Umland Sehnde Schützen suchen Pächter für ihre Gaststätte
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15:19 01.01.2019
Schützenchefin Janina Behrens hofft, dass sich für die Schützenklause bald wieder ein neuer Pächter findet.
Schützenchefin Janina Behrens hofft, dass sich für die Schützenklause bald wieder ein neuer Pächter findet. Quelle: Katja Eggers
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Sehnde

Die Sehnder Schützengesellschaft sucht einen neuen Pächter für ihre Schützenklause. Weil jemand fehlt, der sich dort um die Gastronomie kümmert, kann die vereinseigene Gaststätte an der Chausseestraße 8 schon seit rund zwei Jahren nicht mehr für die Öffentlichkeit geöffnet werden. „Das ist natürlich sehr schade, weil es sich ja um ein Restaurant mit voll ausgestatteter Küche, möbliertem Gastraum mit 40 Plätzen und Saal für Feiern mit bis zu 70 Personen handelt“, erklärt Schützenchefin Janina Behrens. Um das Restaurant attraktiver zu gestalten, hatten die Schützen den Biergarten der Klause komplett erneuert. Es gibt eine neue Holzterrasse, der Weg wurde frisch gepflastert. Demnächst soll noch ein Wasserspiel dazu kommen.

Zum Vereinsheim gehört auch eine gut ausgestattete Theke. Quelle: Katja Eggers

Genutzt wird die hergerichtete Anlage derzeit allerdings nur von den Schützen. Zuletzt hatte das Apart Hotel die Schützenklause betrieben. Seit dies nicht mehr der Fall ist, wuppen die Schützen bei Veranstaltungen die Gastronomie in sehr abgespeckter Version ehrenamtlich in Eigenregie. „Es gibt dann Flaschenbier aus dem Kühlfach, vielleicht auch mal’ne Frikadelle oder Currywurst mit Pommes und bei Preisverleihungen mitunter Bier vom Fass – dafür haben wir auch eine Schankgenehmigung“, berichtet Behrens.

Derzeit öffnet die Schützenklause lediglich an den Schießtagen des Vereins, und zwar freitags ab 17 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr. „Ein neuer Pächter müsste künftig zu diesen Zeiten auch öffnen, dürfte aber ansonsten natürlich schalten und walten, wie er wollte“, betont Behrens. Einen neuen Pächter zu finden, ist jedoch äußerst schwierig. Die Schützen versuchen dies schon seit zwei Jahren. Der Pachtpreis könne aber nicht der Grund sein. „Da liegen wir in Relation zu anderen Vereinen gut“, meint Behrens.

Die Schützenklause liegt an der Chausseestraße und hat auch einen kleinen Biergarten. Quelle: Katja Eggers

Es habe in der Vergangenheit auch durchaus Interessenten gegeben. Einige hätten sich die Schützenklause auch angeguckt, seien aber dann häufig nicht wieder aufgetaucht oder hätten weitere Termine abgesagt. „Wir hatten auch schon Verträge ausgearbeitet, und dann sind potenzielle Pächter kurzfristig abgesprungen – das waren dann auch keine guten Voraussetzungen für eine künftige Zusammenarbeit“, erklärt Behrens.

Die besten Erfahrungen haben die Schützen bisher mit Pächterehepaaren gemacht. Sehndes Schützenklause gibt es laut Behrens schon seit 1968. In ihrer jetzigen Form existiert das Vereinslokal aber erst seit 1997, als die Schützen es vergrößern und umfangreich hatten umbauen lassen. Vor einigen Jahren hat das Gebäude zudem noch einen Vorbau bekommen.

Interessierte Pächter erhalten Infos auf Email-Anfrage an info@sg-sehnde.de.

Gastronomie: Vereine setzen auf Eigenregie

Unter den zahlreichen Schützenvereinen in den Ortsteilen im Stadtgebiet bilden die Sehnder Schützen eine große Ausnahme. Laut Stadtschützenchef Christoph Schemschat sind sie derzeit die einzigen, die für ihr vereinseigenes Lokal einen Pächter suchen und dies in der Vergangenheit auch schon von anderen Pächtern betreiben ließen.

„Alle anderen machen das in Eigenregie mit Ehrenamtlichen“, sagt Schemschat. Durch eine Verpachtung an Dritte seien die Vereine vertraglich gebunden und würden vieles aus der Hand geben. Einige Schützenvereine würden ihre Vereinsheime jedoch für Feiern vermieten und die Lokalität mitunter anderen örtlichen Vereinen kostenlos zur Verfügung stellen.

Nicht alle Schützenvereine im Stadtgebiet haben jedoch überhaupt ein eigenes Vereinsheim. Laut Schemschat sind es lediglich die Schützen aus Ilten, Müllingen, Höver, Evern und Haimar. Als er noch Schützenchef in Höver war, habe der Verein auch darüber nachgedacht, sich gastronomisch für die breite Öffentlichkeit zu öffnen. „Aber dann war uns Eigenständigkeit wichtiger“, erklärt Schemschat.

Dass Sehndes Schützen für ihre Schützenklause so schwer einen neuen Pächter finden, begründet der Stadtschützenchef auch damit, dass das Lokal an der Chausseestraße relativ abseits liege. „Aber wenn dort demnächst eine neue Sporthalle gebaut wird, gibt es dort mehr Leben, und eine Gaststätte würde sich dann sicher lohnen“, meint Schemschat.

Von Katja Eggers