Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sehnde Uetze will bei Windkraft nicht einspringen
Umland Sehnde Uetze will bei Windkraft nicht einspringen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 31.01.2019
In der Schwüblingser Gemarkung an der Grenze zum Landkreis Peine sind bereits sechs Windräder der neuen Generation mit einer Gesamthöhe von fast 200 Metern aufgestellt worden.
In der Schwüblingser Gemarkung an der Grenze zum Landkreis Peine sind bereits sechs Windräder der neuen Generation mit einer Gesamthöhe von fast 200 Metern aufgestellt worden. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Anzeige
Uetze

Als Konsequenz auf den unerwarteten Ausbaustopp der Windenergie in der Region Hannover werden die Vorrangflächen für Windkraftanlagen im Uetzer Gemeindegebiet nicht vergrößert werden. Das erklärte Rathaussprecher Andreas Fitz. „Wir springen nicht als Lückenbüßer ein“, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung.

Die Deutsche Flugsicherung hat ihr Veto gegen 17 von der Region Hannover ausgewiesene Vorrangflächen für Windenergie in Neustadt, Sehnde, Pattensen, Laatzen und Springe eingelegt. Durch die hohen Windräder sieht die Behörde die Flugsicherheit gefährdet. Deshalb wird sie in einem Umkreis von 15 Kilometern um die Drehfunkfeuer bei Sarstedt (Landkreis Hildesheim) und Wenden bei Nienburg keine weiteren Windräder genehmigen. Das Problem, die Region braucht diese Flächen, um ihr Klimaschutzziel zu erreichen: Bis zum Jahr 205o sollen insgesamt 3250 Gigawattstunden durch Windenergie produziert werden, derzeit sind es knapp 600 Gigawattstunden.

Uetze ist neben Neustadt das Kraftwerk der Region Hannover. Schon Ende 2016 wurde im Gemeindegebiet doppelt soviel Strom aus Windenergie produziert wie verbraucht. Die Vorrangflächen für Windenergie, die das neue Regionale Raumordnungsprogramm vorsieht, können laut Fitz so wie geplant mit Windrädern bebaut werden. „Damit haben wir eine maximale Auslastung der Vorrangflächen.“

„Wir haben eine sehr hohe Akzeptanz der Bevölkerung. Aber man muss aufpassen, dass man das Ganze nicht überzieht. Dann könnte es zu Protesten kommen“, erklärte Fitz, warum die Gemeindeverwaltung eine Ausweitung der ausgewiesenen Standorte für Windenergieanlagen (WEA) ablehnt. Die hohe Akzeptanz führt Fitz auch darauf zurück, dass der Abstand der WEA zur Wohnbebauung immer mindestens 1000 Meter beträgt. „Nur in Ausnahmefällen wird dieser Abstand unterschritten, zum Beispiel in Uetze Südwest, dort beträgt er nur an die 800 Meter“, sagte Fitz. Der Mindestabstand, den die Region in ihrem RROP vorschreibt, liegt bei 800 Metern.

Von Anette Wulf-Dettmer