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Springe 22-Jähriger manipuliert Fahrkarte
Umland Springe 22-Jähriger manipuliert Fahrkarte
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00:31 28.05.2018
Schwarzfahren kann teuer werden – insbesondere, wenn Fahrkarten vorsätzlich manipuliert werden.
Schwarzfahren kann teuer werden – insbesondere, wenn Fahrkarten vorsätzlich manipuliert werden. Quelle: dpa
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Springe

Eine bereits gestempelte Fahrkarte für die S-Bahn auf der Strecke von Hannover nach Springe hat ein 22-jähriger Mann im Oktober vergangenen Jahres ein zweites Mal verwendet.

Datum und Uhrzeit entfernt

Das Ticket war zuvor mit einer Rasierklinge manipuliert worden, um das ursprüngliche Datum und die Uhrzeit zu entfernen. Wegen Urkundenfälschung und versuchten Betrugs wurde der Mann jetzt vor dem Springer Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt.

Er habe das Ticket im Oktober vergangenen Jahres zwei Mal in den Stempelautomaten am hannoverschen Hauptbahnhof gesteckt, weil der Apparat beim ersten Mal nicht funktioniert habe, erklärte der Mann über seine Dolmetscherin. Wohl deshalb sei der Stempeldruck nicht in Ordnung gewesen.

Doch die Strafrichterin zeigte dem jungen Mann die Vergrößerung des Fahrscheins, auf dem ganz offenkundig mit einem scharfen Messer der Stempeldruck entfernt worden ist. Er habe die Fahrkarte geschenkt bekommen, erklärte der Mann daraufhin. Und fügte auf Französisch hinzu: „Falls dieses Ticket falsch war, wusste ich es nicht.“

Doch auch, wenn er das Ticket im Wert von 4,30 Euro geschenkt bekommen habe, hätte er es nicht nutzen dürfen – es war ja manipuliert, erklärte ihm die Richterin. „Es ist auch strafbar, eine Urkunde zu nutzen, die ein anderer gefälscht hat.“

Das Gericht erlaubte dem Mann schließlich, die auferlegte Geldstrafe in Monatsraten zu jeweils 20 Euro abzutragen.

Von Anne Brinkmann-Thies