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Springe Außenstellen-Diskussion: Bennigsen fordert Kompromissbereitschaft von Springfeld
Umland Springe Außenstellen-Diskussion: Bennigsen fordert Kompromissbereitschaft von Springfeld
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19:24 11.04.2019
Die Entscheidung, wie es mit den Verwaltungsaußenstellen weitergeht, wurde vom Rat auf Juni vertagt. Quelle: foto: Jens Rathmann
Bennigsen/Egestorf

Im Streit um die Zukunft der Verwaltungsaußenstellen schießt Bennigsens Ortsbürgermeister Jörg Niemetz (CDU) scharf gegen Bürgermeister Christian Springfeld (FDP). Dem fehle „jegliche Kompromissbereitschaft“, wirft Niemetz dem Rathauschef vor.

„Der Bürgermeister denkt immer noch auf der politischen Ebene – er ist aber Chef der Verwaltung“, sagt Niemetz und fordert mehr Kompromissbereitschaft ein. Vor einer Woche hatte der Stadtrat mit großer Mehrheit für einen Aufschub beim Thema Verwaltungsaußenstellen gestimmt: Bis zur Ratssitzung Ende Juni soll „eine verlässliche Lösung“ gefunden werden, wie die Stadtteilbüros ersetzt werden können.

Unterschiedliche Ideen der Ortsräte bei Beratungsrunden

Wichtig ist den Parteien vor allem, dass Bürger aus den Dörfern, die nicht mobil sind, auch weiterhin Meldeangelegenheiten erledigen können. Bei den Beratungsrunden in den vergangenen Wochen gab es mehrere unterschiedliche Ideen der Ortsräte. Die müssen nun einen gemeinsamen Nenner finden.

Ortsbürgermeister haben Termindruck

Für Niemetz steht fest: „Die Ortsbürgermeister müssen sich einig sein und die Position dann in den Ortsrat tragen.“ Er fürchtet aber zugleich, dass das angesichts des Termindrucks schwierig werden könnte. „Derzeit suchen wir nach einem gemeinsamen Termin. Viele Ortsbürgermeister sind aber gerade im Urlaub.“ Noch nicht abgestimmt ist offenbar, ob sich nur die vier Ortsräte mit eigener Verwaltungsaußenstelle an einen Tisch setzen werden (also Bennigsen, Völksen, Eldagsen und Gestorf), oder auch Lüdersen, Alferde, Holtensen und Alvesrode in die nächste Beratungsrunde eingebunden werden.

Springfeld will Außenstellen schnellstens schließen

Springfeld hatte am Tag nach der Ratssitzung angekündigt, die Verwaltungsaußenstellen „schnellstmöglich“ schließen zu wollen. Damit übergehe er die Meinung zahlreicher Ortsratsmitglieder, sagt Niemetz. Auch Völksens Ortsbürgermeister Andreas Wietstock hält das Aus der Verwaltungsaußenstellen nicht für die einzig logische Folge des Ratsbeschlusses.

Fahrservice nach Bedarf statt regulärer Öffnungszeiten

Es sei auch denkbar, dass sich alle Gremien auf den Antrag einigen, den sein Ortsrat auf den Weg gebracht hatte: Demnach hätten die Stadtteilbüros keine regulären Öffnungszeiten mehr, sondern würden nach Bedarf genutzt. Sobald mehrere Dorfbewohner einen Termin vereinbart haben, fährt ein Rathausmitarbeiter in die Außenstelle.

Außerdem im Gespräch sind ein Fahrservice zum Rathaus, ein Bürgerkoffer, mit dem Hausbesuche absolviert werden könnten, oder ein Verwaltungsbus, der in regelmäßigen Abständen die Dörfer abfährt. Auch die Forderung, alles beim Alten zu belassen, steht noch im Raum.

Besucherzahlen sind sehr unterschiedlich

Die Verwaltungsaußenstelle Eldagsen ist im ersten Quartal dieses Jahres überdurchschnittlich häufig aufgesucht worden: 242 Fragesteller nutzten das Angebot. Im Januar waren es 66 Personen, im Februar 78, im März 98. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr waren es 646 Besucher.

Völksen kommt dagegen auf lediglich 20 Nutzer im gesamten ersten Quartal. Sie teilen sich auf in sechs Kunden im Januar, acht im Februar und sechs im März.

In Gestorf waren es 57 Besucher in den drei Monaten: 13 im Januar, 33 im Februar, elf im März.

Für Bennigsen fehlen noch die März-Zahlen. Im Januar waren es 35 Fragesteller, im Februar 34. 

 

Von Ralf T. Mischer