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Springe Bahnhofsaufzüge funktionieren – fast immer
Umland Springe

Bahnhofsaufzüge fallen zu häufig aus

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17:03 18.07.2019
Funktioniert: Der Aufzug, der Passagiere auf den Bahnsteig bringt, ist allerdings auch schon ausgefallen.  Quelle: foto: Ralf T. Mischer
Springe

Die Bahn wehrt sich gegen die Kritik in Sachen Bahnhofsaufzüge. Zuletzt hatten sich zahlreiche Bürger über Ausfälle beschwert, etwa in der jüngsten Ratssitzung: Wer mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen dort unterwegs ist, für den sei die Nutzung des Bahnhofs schwerer bis unmöglich, hieß es dort. Gemeinsam mit der Stadt will das Unternehmen nun einen Infoabend veranstalten.

Auf Anfrage von Bürgermeister Christian Springfeld hat die Bahn ihre Statistiken bemüht – genauer: die Werte aus der Echtzeitüberwachung der Bahnhofsfahrstühle. Ergebnis: Die Ausfallzahlen der beiden Aufzüge (einer vom Vorplatz zum Tunnel, einer zu den Gleisen) lägen im Schnitt des Bereichs der S-Bahn Hannover.

Der hintere Aufzug (zu den Gleisen) komme demnach auf 99,7 Prozent Verfügbarkeit, war zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni nur 14 Stunden ausgefallen. Für den vorderen Aufzug zum Vorplatz habe es zwar „einen schlechten Start ins Jahr 2019 gegeben“, so die Bahn: Es sei zum Jahreswechsel wegen Entwässerungsproblemen im Tunnel zu Beeinträchtigungen und längeren Ausfällen gekommen.

„Keine nennenswerten Ausfallzeiten“

Danach habe es aber „keine nennenswerten Ausfallzeiten“ gegeben – neben den üblichen Wartungsterminen. Unter dem Strich komme man so auf eine Verfügbarkeit von 96,8 Prozent – nur knapp unter dem intern grundsätzlich angestrebten Wert von 97 Prozent. „Angesichts des Wasserschadens und der Trockenlegung und Wiederinbetriebnahme Anfang des Jahres“ sei das durchaus akzeptabel, so die Bahn.

Aber passen diese Zahlen? Die von der Bahn vorgelegte Statistik listet für den vorderen Aufzug 17 Ausfalltage für 2019 auf. Bei 181 Tagen zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni macht eigentlich eine Verfügbarkeits-Quote von 90,61 Prozent – deutlich unter der Zielmarke von 97 Prozent.

Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst erklärt den Unterschied auf Anfrage dieser Zeitung so: Weil der Aufzug zu Jahresbeginn wegen der Wasserprobleme längere Zeit außer Gefecht war, habe man diese Phase weitestgehend „aus der Berechnung genommen“: Es bringe nichts, den Aufzug mit dem System zu überwachen, wenn er dauerhaft ausfalle.

Erst kontrollieren – dann zum Bahnhof

Die Deutsche Bahn bietet Fahrgästen die Möglichkeit, selbst in Echtzeit die Betriebsbereitschaft der Aufzüge am Springer Bahnhof zu kontrollieren.

Das geht entweder per Internetseite (Adresse: www.ndz.de/aufzug) oder aber per Smartphone-App, die als DB Bahnhof live in den verfügbaren Portalen heruntergeladen werden kann.

Technisch funktioniert das Angebot laut Bahn so: Ein in die Steuerungstechnik der Aufzüge eingesetzter Kommunikationsbaustein erfasst ständig und live die Zustandsinformationen (ist der Aufzug betriebsbereit?) und überträgt diese automatisch per Modem an die zuständigen Betriebszentralen der Bahnhöfe. Diese Meldungen werden im Störfall für Reparaturen genutzt – und eben (mit weniger Begleitdaten) für die Fahrgäste zur Verfügung gestellt.

Was kann die Stadt in Sachen Aufzüge leisten?

So oder so: Für die Bahn ist das Thema noch nicht erledigt. Gemeinsam mit der Stadt soll es im August einen Infoabend im Diakoniezentrum an der Jägerallee geben.

Das Ziel: mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen darüber, was Stadt und Bahn in Sachen Aufzüge leisten können und was nicht. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Barrierefreiheit am Bahnhof Springe – Anspruch und Wirklichkeit“.

Vor Ort steht Jörn Tunat als Leiter des Bahnhofsmanagements Hannover bei der Bahntochter DB Station & Service AG zur Verfügung. Er soll den Bürgern rund um die Aufzüge Rede und Antwort stehen.

Laut Bürgermeister Christian Springfeld geht es dabei auch um die immer wieder geforderte Rampe an der Nordseite des Bahnhofs als Aufzugalternative: „Was kostet das? Kann die Stadt Springe das selber bauen?“

Die Infoveranstaltung von Stadt und Bahn beginnt am Montag, 26. August, um 18 Uhr im Bistro des Diakoniezentrums, Jägerallee 11.

 

Von Christian Zett