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Springe Baustelle bringt Wochenmarkt durcheinander
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Baustelle bringt Wochenmarkt in Springe durcheinander

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17:32 25.05.2020
Vorn die Gärtnerei, hinten der Blumenladen – viel Angebot auf begrenzter Fläche.
Vorn die Gärtnerei, hinten der Blumenladen – viel Angebot auf begrenzter Fläche. Quelle: foto
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Ärgerlich. aber es gehe leider nicht anders, heißt es auch bei der Stadt.

Die Freude ist getrübt

Das Blumenhaus Eberhard Krahm ist, was man wohl alteingesessen nennen darf: Im Sommer 1969 verkündeten „Eberhard Krahm und Frau Heike“ per Anzeige die Übernahme des Blumenhauses Zeidler, damals hieß das Oberntor noch Lange Straße. Seitdem ist das Geschäft neben dem Glockenspiel eine der Institutionen der Innenstadt geworden.

Doch die Freude der Familie ist seit einer Weile getrübt: Als Stadt, Wochenmarktbetreiber und betroffene Händler über die Fernwärmebaustelle an der Fünfhausenstraße und den deshalb nötigen Umzug der Freitagsmarktstände vor dem Alten Rathaus diskutierten, da sei eine klare Ansage gemacht worden, erinnert sich Stober: „Es wird kein Bäcker vor einen Bäcker gestellt und kein Blumenladen vor einen Blumenladen.“

Weniger Platz für eigene Blumen

Schließlich sollen sich Marktstände und feste Händler idealerweise einmal die Woche ergänzen: Die einen locken zusätzliche Besucher in die Innenstadt. Und die anderen profitieren vom vollsten Tag der Woche und von der attraktiveren Innenstadt.

Bei Krahm und Stober hat das nicht so ganz geklappt. Denn sie bekamen dann doch den Blumenhändler zugeordnet, der sonst am Alten Rathaus steht – er muss nun direkt gegenüber stehen.

Man störe sich gar nicht an den Ständen vor der Tür an sich; sie habe auch vollstes Verständnis für Baustelle und die dadurch nötigen Umzüge, sagt Stober. Nur eben nicht für die Zwangskonkurrenz. Stober berichtet von Diskussionen mit dem Markthändler, von weniger Platz für die eigenen Blumen vor der Tür, von Kunden, die irritiert seien, von Verwechslungen, welche Blumen eigentlich zu wem gehören. Und dann kam auch noch Corona. Und während Krahms und Stober über Wochen ihr Geschäft zwangsschließen mussten, ging auf dem Markt – und vor den Augen der Familie – das Geschäft weiter.

Fazit: Es geht nicht anders

In ihrer Verzweiflung wandte sich Stober irgendwann auch an Bürgermeister Christian Springfeld, der wiederum mit dem Betreiber Attraktive Wochenmärkte und mit Marktmeister Peter Eicke lange Gespräche führte. Ergebnis: Es geht alles nicht anders.

„Ich kann den Ärger total verstehen“, sagt Springfeld. Doch Eicke und alle anderen Beteiligten hätten sich lange mit dem Problem beschäftigt, viele Gespräche geführt, alle Optionen geprüft, alles versucht: „Egal, wie man es schiebt: Es passt nicht.“ Der von Stober angeregte Tausch mit anderen Ständen sorge nur für neue Probleme. Ziehe etwa der Textilhändler um, der bei schlechtem Wetter auch mal wegbleibt, entstehe plötzlich eine große Lücke, die es aber zu vermeiden gelte.

In dem Fall, so der Bürgermeister, bleibe leider nicht viel übrig, als „die Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen“ – schließlich, sagt auch er, profitiere der Einzelhandel grundsätzlich schon vom Markt.

Springfeld appelliert an alle Beteiligten, „gut und kollegial miteinander umzugehen“, ein konstruktives Miteinander anzustreben. Das hat er auch Ariane Stober gesagt.

Die zuckt mit den Schultern. Das sei zwar richtig: „Aber wie soll das in der Realität gehen?“, fragt sie: „Das ist einfach nur harte Konkurrenz.“

Von Christian Zett