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Springe Diakoniezentrum baut großes Zentrum an der Jägerallee
Umland Springe

Diakoniezentrum plant Großprojekt mit Neubau

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15:48 29.11.2019
Bei der Übergabe: Das Pflegedienst-Team des Diakoniezentrums bereitet sich auf den Schichtwechsel vor mit Lisa Bruns (von links). Lara Herweg, Larissa Stichilas, Elisabeth Catouska, Matthias Pauli, Koszadinka Bifeld, Birgit Zimmermann und Antonia Tide freuen sich auf den Neubau.  Quelle: Ralf T. Mischer
Springe

Sie gehört zu den größten in Springe – nun wird die Senioreneinrichtung an der Jägerallee noch deutlich wachsen. Das kündigt Geschäftsführer Hans-Peter Pfeifenbring jetzt an. Und auch in der Innenstadt will das Diakoniezentrum ab kommendem Jahr Präsenz zeigen – entsprechende Räume sind bereits angemietet.

Kapazität soll auf allen Ebenen erweitert werden

Die Einrichtung bietet aktuell stationäre Pflege an – und der Bereich ist mit 104 Klienten aktuell voll belegt, betont der Geschäftsführer. In der ambulanten Pflege kümmern sich 30 Mitarbeiter um aktuell 100 Patienten. Aufgrund wachsender Nachfrage – auch die Springer werden immer älter – soll das Angebot deutlich ausgebaut werden. Pfeifenbring spricht von einer Kapazitätserweiterung um 30 Prozent. Und dafür müssen neue Mitarbeiter und neue Räume her. „Wir planen einen Neubau auf der Fläche Richtung Hamannsbruch“, sagt der Geschäftsführer. „Mein Ansinnen ist, dass wir im kommenden Jahr alle Genehmigungen daliegen haben.“ Danach könnte gebaut werden. Wenn das neue Pflegezentrum steht, würde das alte abgerissen.Das Haupthaus auf dem Gelände des Diakoniezentrums entstand bereits in den 1960er-Jahren, kann also als Altbau bezeichnet werden. Nicht von dem Abriss betroffen wäre das Nebengebäude, das im Jahr 2013 eingeweiht wurde und in dem Yocas untergebracht ist, eine Gruppe junger Pflegebedürftiger. Und auch das Gebäude, in dem die altersübergreifende Kindergartengruppe Deisterkrümel untergebracht ist, würde stehen bleiben, so Pfeifenbring.

Über die geplante Investitionssumme vermag der Geschäftsführer nach aktuellem Stand noch keine Auskunft zu geben – so weit seien die Planungen aktuell noch nicht fortgeschritten. Und auch das Antragsverfahren bei der Behörde stehe derzeit noch ganz am Anfang.

Springfeld: „Wie ein Secher im Lotto“

Bürgermeister Christian Springfeld indes signalisiert, dass er dem Bauvorhaben durchaus positiv gegenübersteht: „Für die Stadt ist das wie ein Sechser im Lotto, dass das Diakoniezentrum und dessen Träger, das Diakoniewerk Kirchröder Turm, sich so klar zum Standort Springe bekennen.“ Er betont in dem Zusammenhang die Bedeutung einer guten Nahverkehrsanbindung an die Jägerallee: „Auch die Anbindung an den Bahnhof wollen wir optimieren, wir sind an dem Thema dran“, sagt der Bürgermeister. Zuletzt gab es auch von Bewohnern des Diakoniezentrums immer wieder Kritik an der Nahverkehrsinfrastruktur: Unter anderem wurde mehrfach bemängelt, dass der Fahrstuhl am Bahnhof immer wieder ausfalle und Bewohner mit Beeinträchtigungen deshalb nicht mit dem Zug fahren könnten. Mittlerweile hat die Bahn aber Besserung gelobt. Die Erweiterung der Pflegeplätze hätte laut Pfeifenbring auch eine Aufstockung des Personals zur Folge. Aktuell sind insgesamt 90 Pflegekräfte in dem Haus beschäftigt.

Laut Baufachbereichsleiter Jörg Klostermann hat es bereits mehrfach Gespräche zu den Ausbauplänen des Diakoniezentrums gegeben. Die Verwaltung sorge dafür, dass die rechtliche Grundlage für das Bauvorhaben so schnell wie möglich geschaffen werde – er räumt aber ein, dass die Personaldecke in dem Bereich im kommenden Jahr absehbar dünner werde und dass es demzufolge länger dauern könnte, bis Großprojekte umgesetzt werden können.

Mobilitätsbüro als Anlaufstelle für die Bürger

Bereits in trockenen Tüchern ist indes ein anderes Projekt des Diakoniezentrums: „Wir schaffen in der Innenstadt ein Mobilitätsbüro als Anlaufstelle für die Bürger“, sagt Pfeifenbring. Das Gebäude neben der Commerzbank in der Fünfhausenstraße stand bislang leer, der Mietvertrag ist bereits unterschrieben. „Wir sind schon jetzt für die Stadt da, mit dem neuen Büro wollen wir die Verbindung mit der Stadt deutlicher machen“, sagt der Geschäftsführer des Diakoniezentrums. Die Eröffnung des Büros der Tochterfirma Mobilitas ist für das erste Quartal 2020 vorgesehen. In dem Büro soll Beratung für Pflegebedürftige und deren Angehörige angeboten werden. „Wir wollen Hilfe anbieten, die den Weg zurück ins Leben leichter macht“, sagt Pfeifenbring abschließend.

Von Ralf T. Mischer