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Springe Feuerwehr probt mit Rauch aus Nebelmaschine Szenario für den Ernstfall
Umland Springe Feuerwehr probt mit Rauch aus Nebelmaschine Szenario für den Ernstfall
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19:37 14.04.2019
Stehen vor verschlossener Tür: Daniel Sundmacher (links) und Sascha Selimi trainieren für den Ernstfall. Quelle: Patricia Szabo
Völksen

18.40 Uhr. Im Ort heult die Sirene auf. Nur wenige Minuten später erreichen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr den Einsatzort am Hermannshof. Doch keiner der Anwesenden wirkt sichtlich besorgt – im Gegenteil: Trotz Kälte und einer auf den ersten Blick ernsten Situation verfolgen hier auch die Familien der Feuerwehrleute neugierig das Geschehen.

Mit simulierter Rauchentwicklung den Ernstfall geprobt

Mit einer simulierten Rauchentwicklung trainierten 18 Kameraden nun für den Ernstfall. Im Rahmen der Übung wurde am Hermannshof ein Raum mit dichtem Rauch eingenebelt und die Feuerwehrleute über zwei vermisste und verletzte Personen unterrichtet. Weil der Keller stark verraucht war, war das Betreten des Gebäudes nur noch unter schwerem Atemschutz möglich – ein realistisches Szenario, das vom Ortbrandmeister Alexander Klockemann, seinem Stellvertreter Michael Lühmann und zwei weiterern Vorbereitern ausgearbeitet wurde. „Das Ziel der Übung ist eine schnelle und gewaltlose Türöffnung unter realen Bedingungen, Menschenrettung und Brandbekämpfung. Dabei achteten die Übungsbeobachter auf die Taktik der Einheitsführung und natürlich auch die Durchführung der Maßnahmen“, erklärt Klockmann die Maßnahme.

Feuerwehrleute retten im Nebel im Hermannshof

Nicht alles lässt sich so realitätsnah nachstellen wie der dichte Rauch, der die Feuerwehrleute unmittelbar nach dem Öffnen der Kellertür einhüllte. „Im Grunde genommen ist das derselbe Rauch, der in der Disco aus der Nebelmaschine kommt, nur dass unsere Nebelmaschine etwas größer ist“, sagt Klockemann. Auch heiße Türen und andere tückische Stellen lassen sich nicht ohne Weiteres nachbilden. Hierfür bereiteten Lühmann und Klockemann Zettel vor, die sie an solchen Positionen, wie etwa den Türen, anhefteten: „Zylinder darf gezogen werden“, „Die Tür ist heiß“ oder „Keine Brechwerkzeuge“ – in einer wirklichen Gefahrensituation werde die Tür auch schon mal aufgebrochen, so der Ortsbrandmeister.

Zweiten Vermissten gibt es gar nicht

Bereits kurz nach ihrer Ankunft stürmten die Kameraden das Gebäude, schraubten das Schloss auf und fanden recht zügig eine Übungspuppe, die sie aus dem verrauchten Raum retteten.

Was aber war mit dem zweiten Vermissten? „Eine weitere Person gab es gar nicht“, sagte Klockemann anschließend. Das aber mussten die Kameraden selbst ermitteln.

Die Freiwillige Feuerwehr übt regelmäßig, damit im Ernstfall Abläufe und Absprachen zwischen den Einsatzkräften gelingen und alles reibungslos funktioniert. 

Von Patricia Szabo