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Springe Reformationstag: Jürgen Gansäuer kommt zur Podiumsdiskussion nach Springe
Umland Springe Reformationstag: Jürgen Gansäuer kommt zur Podiumsdiskussion nach Springe
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19:01 21.11.2018
Wird das interreligiöse Gespräch moderieren, das es so in Springe noch nicht gegeben hat: Ulrike Hoffmann-Bürrig vor der St.-Andreas-Kirche.
Wird das interreligiöse Gespräch moderieren, das es so in Springe noch nicht gegeben hat: Ulrike Hoffmann-Bürrig vor der St.-Andreas-Kirche. Quelle: Marita Scheffler
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Springe

Kirchenvorstandsmitglied Ulrike Hoffmann-Bürrig hat dafür unter anderem den früheren niedersächsischen Landtagspräsidenten Jürgen Gansäuer gewinnen können.

Zusammen mit dem Historiker sitzen die Rabbinerin der liberalen jüdischen Gemeinde Hameln, Ulrike Offenberg, und der gebürtige Springer Mohammad Zaid El-Mogaddedi, der afghanische Wurzeln hat, an einem Tisch. El-Mogaddedi arbeitet in Hamburg als Unternehmensberater. Sein Schwerpunktthema ist deutschlandweit einmalig: das Einbringen der islamischen Ethik ins Geschäftswesen.

Die St.-Andreas-Gemeinde hatte im April das Aktionsjahr „475 Jahre Reformation in Springe“ ausgerufen. Eine Podiumsdiskussion zum neuen Feiertag hatte die Arbeitsgruppe schon damals geplant. Um die ideale Teilnehmerrunde zusammenzubekommen, brauchten die Verantwortlichen allerdings Zeit. Pastor Klaus Fröhlich hat vor der Einführung des neuen niedersächsischen Feiertags einen politischen Diskurs vermisst. „Der wurde gleich abgeblockt, nachdem Gegenwind zu spüren war“, sagt er. Die Springer Kirchengemeinde wolle trotzdem hinterfragen: „Ist das ein Feiertag für alle?“ – im Original stehen sogar drei Fragezeichen am Ende. Dabei geht es auch um den Vorwurf, es sei ein Luther-Gedenktag geschaffen worden. Laut Hoffmann-Bürrig gibt es bislang in Deutschland keine wissenschaftliche Untersuchung zur Feiertagskultur: „Das hat mich sehr verwundert.“ Der Normalbürger nehme den Reformationstag als zusätzliche Freizeit wahr und ärgere sich darüber, dass die Bayern bessergestellt sind, „aber kaum jemand feiert einen Feiertag im Sinne seiner Bedeutung“. Wie ist das bei Juden und Muslimen?

Bei dem interreligiösen Gespräch soll es aber auch um die Bedeutung der historischen Reformation gehen. Wie wirkt die bis heute nach? Wie hat sie zum Beispiel die Rechte einfacher Bürger – und Frauen – gestärkt? Zum Vorbereitungsteam gehören neben Hoffmann-Bürrig und Fröhlich auch Pastor Eckhard Lukow, Pastor i. R. Jürgen-Peter Lesch sowie Kirchenvorstandsmitglied Karin Müller-Rothe. Die Podiumsdiskussion beginnt um 19.30 Uhr im Gemeindehaus von St.  Andreas. Der Eintritt ist frei.

Von Marita Scheffler