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Kita-Kinder aus Eldagsen verwandeln Müll in Kunst

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14:35 11.09.2019
Sehr kreativ: Aus Plastikverpackungen basteln die Kinder in der Kita eine Woche lang eine große Landschaft. Das Material hatten Eltern zu Hause gesammelt, damit es ihr Nachwuchs weiterverwerten kann. Quelle: Fotos
Eldagsen

Hier ein Joghurt-Becher, da eine Chipsdose: 220,5 Kilogramm Verpackungen pro Kopf haben die Deutschen 2016 laut Umweltbundesamt verbraucht. Wie aus dem Müll sogar noch Kunstwerke entstehen können, haben jetzt die Kinder der DRK-Kita in Eldagsen unter Beweis gestellt.

Für das Recycling-Projekt, das noch bis Freitag angeboten wird, hat sich Kita-Leiterin Marion Heppner-Waldeck Unterstützung aus Nordstemmen geholt, genauer von der Vorsitzenden des Kunsthauses, Judith Riemer. Auf spielerische Weise sollen die Kinder erfahren, wie viel Müll im Alltag eigentlich produziert wird, der teilweise aber noch für andere Dinge weiterverwendet werden kann – zum Beispiel, um eine große Fantasiewelt zu bauen, erläutert Riemer. Aus Plastikbechern und Co. entstehen so ganze Landschaften mitsamt Bewohnern. Am Ende stellen die Kinder dann fest, dass von dem zuvor riesigen Müllberg gar nicht mehr viel übrig bleibt.

Das Besondere: Ziel der beiden Projektwochen ist es nicht nur, Kinder in Sachen Umweltschutz zu sensibilisieren, sondern gleichzeitig künstlerisch etwas zu gestalten, sagt Heppner-Waldeck. „Vor allem die ästhetische Bildung steht im Mittelpunkt.“ Durch den Einsatz der verschiedenen Materialien könnten die Kinder ihre ästhetische Wahrnehmung erweitern.

Die Kosten für die Aktion, die vom 23. bis 27. September ein zweites Mal angeboten werden soll, übernimmt der Förderverein. „Die Zusammenarbeit läuft einfach toll.“ Zu dem Projekt waren die Kinder eingeladen, die im kommenden Jahr eingeschult werden. In Eldagsen war die Aktion eine Premiere. Die Idee kam während einer Elternratssitzung von einer Mutter, erinnert sich Heppner-Waldeck. „Als wir dann unserem Förderverein von dem Vorhaben berichteten, waren alle sofort begeistert.“

Am Freitag wollen die Jüngsten ihre Arbeiten zu einer großen Fantasiewelt zusammenfügen, aber zum Abschluss auch Papiertüten bedrucken. Gleichzeitig will Künstlerin Riemer Themen wie Plastikvermeidung ansprechen. „Es geht aber nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger zu argumentieren, sondern vor allem darum, dass die Kinder Spaß beim Basteln haben.“ Und das hatten die 18 Kita-Kinder auf jeden Fall, während sie ihre Landschaftsplatten bunt bemalten oder aus leeren Plastikflaschen Menschen bastelten.

Von Saskia Helmbrecht