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Nachrichten So ist es zu der Schlammwelle gekommen
Umland Springe Nachrichten

Auf Spurensuche nach der Schlammwelle

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16:27 28.05.2019
Blick vom Daberg auf Völksen: Die Wetter-App vom DWD hat am Freitag für Springe vor Gewitter und Starkregen gewarnt. Quelle: foto: Bernhard Herrmann/CAP
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Völksen

Die Spuren des kurzen und kräftigen Gewitters mit Starkregen am Freitagabend über Völksen und die dadurch ausgelöste Schlammwelle, die sich von der Sporthalle talwärts bis in den Bohlweg erstreckte, sind am Montagnachmittag nahezu beseitigt. Aber inwieweit konnte man das Ereignis vorhersehen?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte über die Warn-Wetter-App um 19.35 Uhr eine erste Warnmeldung für Springe vor Gewitter herausgegeben, sagt DWD-Pressesprecher Andreas Friedrich. Die Warnmeldung wurde um 20.08 Uhr durch eine amtliche Warnung vor markantem Wetter mit starkem Gewitter erweitert. Zu diesem Zeitpunkt zog die angekündigte Gewitterfront mit dunklen Wolken von Barsinghausen an der Nordseite des Deisters vorbei, genau auf Völksen zu.

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25 bis 30 Liter Regen

Laut DWD fielen über dem Deisterkamm etwa 25 bis 30 Liter Regen pro Quadratmeter in drei Stunden. Über Völksen stand eine etwa vier Quadratmeter kleine Gewitterzelle, aus der etwa 15 bis 25 Liter Regen in drei Stunden fielen – die wiederum oberhalb der Sporthalle auf einem Acker niedergingen und von dort die Schlammwelle bis in den Ort hinein auslöste.

Springes Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe weist daraufhin, dass die Feuerwehr keine Prävention für die Grundstücksbesitzer bei Unwetter und Schlammwellen, etwa mit gefüllten Sandsäcken, betreibe.

Exakte Vorhersage nicht möglich

Die Eigentümer müssen ihr Hab und Gut zunächst selbst schützen. Und laut Deutschem Wetterdienst kann zu diesem Zeitpunkt niemand vorhersagen, wann in Zukunft der nächste Starkregen in welcher Menge über Bennigsen und Völksen niedergeht, sagt Friedrich.

Warnung per Wetter-App

Das sogenannte „Nowcasting“, eine Wettervorhersage etwa von Gewitterzellen für die nächsten Stunden, erfolgt anhand der Radardaten.

Der DWD warnt für die jeweiligen Städte und Gemeinden mit der Warn-Wetter-App, auch als Push-Meldung. Eine Warnung ist laut der Wetterexperten etwa im Zeitraum von 30 bis 60 Minuten vor dem jeweiligen Wetterereignis möglich.

Von Bernhard Herrmann