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Baugebiet Zur Schille wird erneut von Archäologen untersucht

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11:54 28.11.2019
Hier wird gebuddelt: Die Archäologen vermessen das Gelände und heben Erdreich aus.  Quelle: Anna Brinkmann-Thies
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Bennigsen

2018 wurden nur sogenannte Suchschnitte angelegt, jetzt rollen erneut die Bagger: Die Archäologen haben auf dem Gelände des Baugebiets Zur Schille erneut etwas gefunden. Was das ist, teilt die zuständige Regionsarchäologin Ute Bartelt aber auf Nachfrage erst Anfang kommenden Jahres mit. Fest steht, dass die Funde den Zeitplan der Investoren ganz schön durcheinanderwirbeln könnten.

Die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) möchte auf dem Areal bauen. Auf einer Fläche von rund 3,6 Hektar plant sie, ein Baugebiet zu entwickeln. Und genau dort haben vor langer Zeit womöglich schon ganz andere gebaut. Weshalb bereits im August 2018 zwei sogenannte Suchschnitte durchgeführt wurden. Das sind Grabungen, die zum Ziel haben, innerhalb einer begrenzten Fläche festzustellen, ob sich dort Siedlungsspuren finden lassen. Offenbar wurde damals etwas gefunden. Denn laut Klaus Abelmann, Pressesprecher der Region Hannover, „wird jetzt der Bereich dazwischen untersucht“.

Funde aus vorchristlicher Zeit

Bereits im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass sogenannte Pfostengruben aus der Zeit vor Christi Geburt gefunden worden waren. „Es wurden mehrere Befunde aufgedeckt: Sogenannte Pfostengruben und Siedlungsgruben“, erläuterte Klaus Abelmann, Pressesprecher der zuständigen Region Hannover damals auf Anfrage.

Tatsächlich findet sich im Bebauungsplan für das Baugebiet mittlerweile auch ein Hinweis auf die archäologischen Befunde an dieser Stelle. Infolgedessen erfolgte der Hinweis darauf, dass nicht einfach so drauflos gebaut werden darf: „Sämtliche Erdarbeiten im Plangebiet bedürfen daher einer denkmalrechtlichen Genehmigung“, heißt es da. Damit die erteilt werden kann, müsste allerdings „sichergestellt werden“, „dass die archäologischen Funde und Befunde vor ihrer Zerstörung durch die Baumaßnahmen sach- und fachgerecht dokumentiert und geborgen werden“.

Erdarbeiten müssen von Grabungstechniker begleitet werden

Genau das ist der Grund dafür, dass in der Schille nun wieder die Archäologen unterwegs sind. Sie untersuchen nicht nur, was da ist, sondern auch, wie es geborgen und oder überbaut werden kann, ohne dass die Überreste zerstört werden. Denn, und auch das ist Teil des Bebauungsplanes, wenn gebaut wird, müssen „die Erdarbeiten von einem Grabungstechniker begleitet werden“.

Matthias Böhle, Geschäftsführer der HRG, die das Baugebiet entwickeln will, gibt Entwarnung: „Das ist ganz normal, das hat man in ganz vielen Baugebieten, es kann natürlich immer irgendwo etwas sein.“

Man habe das Gebiet ja schon archäologisch sondieren lassen. In dem Bereich, wo jetzt sondiert werde, müsse man das Gebiet komplett abarbeiten. Beim Bau der Erschließungsstraße, räumt Böhle ein, könne es „natürlich einen Fund geben“. Nach den Bauarbeiten sei ein Satzungsbeschluss seitens der Stadt nötig, man gehe davon aus, dass im nächsten Jahr mit der Erschließung begonnen werden kann. Dann starte man auch mit der Vermarktung.

Gebaut werden sollen auf dem 3,6 Hektar großen Gelände zum Großteil Einfamilienhäuser, auch ein Pflegeheim ist vorgesehen sowie mehrere Mehrfamilienhäuser.

Von Ralf T. Mischer