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Umland Springe Nachrichten Bürgermeister besucht muslimischen Gebetsraum
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20:50 01.04.2016
Im Gespräch: Esad Pepic (v. l.) und Obeidullah El-Mogaddedi vom Trägerverein des Gebetsraums tauschen sich mit Christian Springfeld aus. Mischer
Springe

16 Stufen sind es bis nach unten, in den Keller unterm Preisparadies 2000, in dem seit zwei Jahren Springes einziger muslimischer Gebetsraum untergebracht ist. Christian Springfeld überwindet sie mit großen Schritten. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein Bürgermeister die muslimischen Bürger dort besucht.

Mieter der Kellerräume ist der Islamische Kreis Hannover, ein Verein, der bereits in den Siebzigerjahren gegründet wurde - aber heute ausschließlich in Springe aktiv ist. Gründungsmitglied ist Obeidullah El-Mogaddedi, der vor seiner Pensionierung lange als Oberarzt am Springer Krankenhaus gearbeitet hatte.

„Herzlich willkommen, schön, dass Sie da sind“: El-Mogaddedi streckt Springfeld seine Hand entgegen und bietet ihm einen Sitzplatz auf einem wuchtigen alten Ledersessel an. Auf dem Tisch davor stehen Baklava, Datteln und Türkischer Honig. Viele Gemeindemitglieder haben afghanische oder türkische Wurzeln, auch vom Balkan und aus dem Libanon kommen einige. Die meisten der Betenden kommen heute aus Syrien.

„Ich freue mich, dass wir zusammenkommen“, sagt Springfeld und nippt an einem Glas Tee, das vor ihm auf dem Tisch steht. Dann lobt er das Engagement der Gemeinde bei der Flüchtlingshilfe. Viele unterstützen die Neuankömmlinge dabei, sich in der Stadt zurechtzufinden. El-Mogaddedi betont, dass es seiner Gemeinde daran gelegen ist, sich den Springern zu öffnen. „Wir planen etwa, ein Ferienprogramm für Schüler in der Moschee anzubieten, um Vorurteile abzubauen.“

Später nimmt Springfeld am Freitagsgebet der Gemeinde teil. El-Mogaddedi predigt auf Arabisch und Deutsch über Sure 23, darüber, was es bedeutet, Muslim zu sein. Dabei nimmt er Bezug auf die Anschläge in Brüssel und Lahore. „Terrorismus gehört nicht zum Islam, diese Leute verbreiten statt der friedlichen Botschaft nur Tod. Sie haben einen satanischen Weg eingeschlagen.“

In einer kurzen Ansprache an die Gemeinde bedankt sich der Bürgermeister: „Nach dem, was ich heute gesehen habe, weiß ich gar nicht, was uns trennt. Das kann eigentlich nur unser Unwissen sein.“

Von Ralf T. Mischer

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