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00:18 16.11.2015
Der Hermannshof steckt in Finanzschwierigkeiten.
Der Hermannshof steckt in Finanzschwierigkeiten. Quelle: Archiv
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Sie gestalten Kunst für Suchende, Entdecker und Selberdenker. So beschreiben die Macher des Hermannshofes ihre Arbeit auf ihrer Homepage. Jetzt müssen sie selbst suchen - nach Geld. 2015 wurde der Verein Kunst und Begegnung Hermannshof noch mit 24 500 Euro von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur unterstützt. 2016 fällt die Förderung offenbar geringer aus.

Völksen. Über die Höhe des Einnahmeverlusts mag Hermannshof-Geschäftsführer Eckhart Liss nicht sprechen. Im Kulturausschuss hat er jedenfalls beantragt, dass die Stadt ihren Zuschuss - bisher jährlich 1000 Euro - künftig erhöht. Liss ist zweifelsohne einer der renommiertesten Kulturmacher in der Region Hannover. Erst vor einem Jahr erhielt er den Stadtkulturpreis in Hannover. Für ihn steht außer Frage: Wer überdurchschnittliche Veranstaltungen abliefert, braucht auch das Geld dafür.

Um die finanzielle Basis des Trägervereins des Hermannhofes auf festere Füße zu stellen, hatte Liss für das kommende Jahr städtisches Fördergeld in Höhe von 2500 Euro beantragt. Ab 2017 bat er um eine regelmäßige jährliche Förderung von jeweils 5000 Euro. Dass diese Dauerförderung schwierig werden könnte, hatte die Verwaltung bereits in der Vorlage für den Ausschuss und mit Blick auf die Wahl 2016 angedeutet. „Das erscheint, auch hinsichtlich der damit verbundenen Vorgaben für die dann neu zusammengesetzten politischen Gremien, bedenklich“, heißt es da.

Ähnlich schätzte das im Kulturausschuss auch Elke Riegelmann (CDU) ein. Nicht zuletzt mit Blick auf die prekäre Haushaltslage der Stadt fordert sie, dass über eine langfristige Förderung erst in Zukunft entschieden wird. Dem Verwaltungsvorschlag, den Hermannshof 2016 mit 1000 Euro zu fördern, könne ihre Partei aber zustimmen, sagte die Christdemokratin. Auf Initiative der Sozialdemokraten wurde die städtische Fördersumme schließlich um 500 Euro auf 1500 Euro erhöht. Insgesamt wurde der Betrag für die städtische Kulturförderung von ursprünglich 3000 Euro auf jetzt 5000 Euro angehoben. Kontroversen über die Anhebung gab es keine - sie wurde einstimmig beschlossen.

Hermannshof-Geschäftsführer Liss freut sich über die Erhöhung der Förderung, obwohl sie geringer ausgefallen ist, als in seinem Antrag vorgesehen war. „Ganz wunderbar ist das“, sagt er. Liss wertet die Entscheidung der Politiker als positives Signal für anstehende Verhandlungen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur.

Der Trägerverein des Hermannshofs ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft für Soziokultur. Diese wiederum wird finanziell ausgestattet vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Von Ralf T. Mischer