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Der Harberger Wald lockt mit Hochprozentigem

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00:18 13.06.2019
Geben den Takt des Harbergfestes vor: Die Aktiven des Musikvereins Gestorf begleiten die Ausflügler in den Harberg Wals und spielen auch für die Kinder auf, die die Schatzsuche bereits gemeistert haben und dafür mit Gutscheinen für Bratwürdte belohnt werden. Quelle: Fotos
Gestorf

Von dort aus spaziert die Gesellschaft mit dem Musikverein in das Waldstück zwischen Gestorf und Eldagsen, wo sie von den „Kaffeekochern“ erwartet wird, die den Platz im Harberger Wald hergerichtet haben. Dieses Jahr übernahm der Heimatbund diesen wichtigen Part.

Kein Gold, sondern Schnaps

Zu den Höhepunkten gehört die Schatzsuche. Der Schatz, das sind aber nicht etwa Edelsteine oder Juwelen, sondern Schnapsflaschen, die die Veranstalter wenige Wochen vor dem Fest im Waldboden verbuddeln. Ausgraben darf theoretisch jeder. In der Praxis sind es aber die Kinder, die sich ans Werk machen.

130 Jahre zählt inzwischen dieser Brauch. „Als 1886 das Fest seinen Anfang nahm, hatten wir kein Bier, also tranken die Musiker Schnaps“, sagte der Vorsitzende der Naturfreunde Harberg, Werner Zucknik. Und weil sie zu viel mitgenommen hatten, blieb einiges über, das sie nicht wieder mit zurücknehmen wollten. Deswegen vergruben sie die Flaschen kurzerhand im Waldboden – so zumindest die Überlieferung über die Geburtsstunde des ungewöhnlichen Brauchs.

Auch davon, dass dieser nicht immer auf Gegenliebe stoße, berichtete der Vorsitzende, denn es habe bereits böse Stimmen und Briefe gegeben, dass Jungen und Mädchen Hochprozentiges ausgraben. „Den Kindern ist es egal, wonach sie suchen“, verteidigte Zucknik die Tradition, „und hier ist es halt der Schnaps.“ Natürlich trinken die Jungen und Mädchen keinen Tropfen Alkohol. Die liefern die fest verschlossenen Flaschen ab und erhalten zur Belohnung für ihre Mühen Gutscheine für Bratwürstchen. Bei ihrem Gang werden sie stets vom Musikverein begleitet.

Naturstock soll Kosten decken

Ein weiterer Höhepunkt des Harbergfestes ist die Versteigerung des Naturstocks. Dieser in Messing gefasste Holzstock wird Jahr für Jahr mit einem neuen Banner verziert und ist dafür gedacht, die Fixkosten für das Fest zu decken. Dieses Jahr ging der Naturstock für 331 Euro an Michael Garstecki aus Karlsbad. Wichtige Programmpunkte sind auch der Waldgottesdienst und eine große Tombola.

Von Patricia Szabo

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