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Umland Springe Nachrichten Mit Doktortitel Job in Pflegeeinrichtung ergaunert
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00:51 28.04.2018
Vorm Amtsgericht Springe musste sich ein falscher Doktor verantworten. Quelle: Andreas Zimmer
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Springe

Mit gefälschtem Psychologen-Diplom und erlogenem Doktortitel hat sich ein 39-Jähriger im vergangenen Sommer eine Leiterstelle in einer Springer Pflegeeinrichtung ergaunert. Der Schwindel flog schnell auf, der Mann bekam das vereinbarte Gehalt für diesen Posten nicht.

Zuvor hatte der einschlägig vorbestrafte Mann bereits unter falschen Voraussetzungen in einer anderen Einrichtung gearbeitet und dafür widerrechtlich rund 8500 Euro kassiert.

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Wegen besonders schweren Betrugs sowie eines Verstoßes gegen den Gebrauch eines akademischer Titels wurde der Mann jetzt vor dem Springer Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und 5 Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Unumwunden räumte der 39-Jährige, der aus der Nähe von Schwerin stammt, die Taten ein. Er habe zunächst als Pflegehelfer in der Springer Einrichtung gearbeitet. Als dann die Leiterstelle ausgeschrieben wurde, habe er sich beworben und sei angenommen worden, berichtete er. Habe sich denn niemand von seinen Kollegen gewundert, wollte die Strafrichterin wissen. Er habe erzählt, dass er das Studium jetzt gerade abgeschlossen habe. Das Einstellungsgespräch sei von Auswärtigen geführt worden.

Sein vornehmliches Diplom für ein Psychologie-Studium fälschte der Mann so, als ob es von einer englischen Universität ausgestellt worden sei. Und auch eine angebliche Promotions-Urkunde von einer Uni aus dem Ruhrgebiet legte der 39-Jährige vor.

Er habe bei seiner Arbeitsstelle aber keinerlei Schaden angerichtet, erklärte der Angeklagte. Vielmehr habe er sogar neue Ausbildungsplätze geschaffen und für eine pflegerische Verbesserung für die betreuten Männer und Frauen gesorgt, betonte er. Behalten wollte die Einrichtung den Mann dennoch nicht, und erstattete Strafanzeige.

Auch ein anderes Heim in Niedersachsen hatte gegen den 39-Jährigen Anzeige erstattet. Dort arbeitete der gelernte Rettungsassistent als Fachkraft, obgleich er eine derartige berufliche Qualifikation gar nicht erlangt hatte. Dafür kassierte der Angeklagte insgesamt rund 8500 Euro, bevor sein Betrug aufflog.

Er wolle sich nun aber aus allen medizinischen Assistenzberufen zurückziehen, kündigte der Mann an. Vielmehr wolle er sich nun der Landwirtschaft widmen – und seine erkrankten Schwiegereltern versorgen. Doch zuvor muss sich der Schweriner noch einmal vor dem Amtsgericht in Nordenham verantworten. Dort erwartet ihn ebenfalls eine Anklage wegen Betrugs, denn auch dort hat er sich in einer Pflegeeinrichtung als höher qualifiziert ausgegeben. Zudem soll er dort einem Bewohner Medikamente gespritzt haben, obgleich er für die Aufgabe nicht befugt war.

Der Angeklagte zeigte sich bei der Verhandlung in Springe einsichtig. „Es war nicht richtig, was ich gemacht habe“. Und der fügte hinzu: „Deshalb bin ich aber kein schlechter Mensch“.

 

 

Von Anne Brinkmann-Thies