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Nachrichten Dilettantische Einzeltäter gehen auf Beutezug
Umland Springe Nachrichten Dilettantische Einzeltäter gehen auf Beutezug
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19:14 27.12.2016
Vor allem im Dezember waren in Springe die Einbrecher aktiv. Quelle: Frank Rumpenhorst
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Springe

Kripochef Retzlaff macht auch deutlich: „Springe liegt im Vergleich zu Kommunen näher an Hannover immer noch weit hinten in der Statistik.“ Einen genauen Überblick zu aktuellen Einbruchszahlen zu bekommen, ist schwierig: Zum einen gibt die Polizei außerhalb ihrer jährlichen Statistiken nur in seltenen Fällen Wasserstandsmeldungen heraus.

Zum anderen werden nicht alle Einbrüche automatisch in Springe bearbeitet: Ist die heimische Kripo nicht im Dienst – etwa nachts – dann springen Kollegen des Kriminaldauerdienstes aus Hannover ein. Dort werden die Fälle dann je nach Dringlichkeit nicht sofort nach Springe weitergeleitet. Zentral bearbeitet und eingeordnet werden die Einbrüche in der Region ohnehin bei einer speziell gegründeten Ermittlungsgruppe in Ronnenberg. So sollen etwaige Zusammenhänge zwischen mehreren Taten schneller erkannt werden.

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Viele Taten rund um Springe

Doch auch ein unvollständiger Blick auf die vergangenen Tage zeigt: Die berüchtigte dunkle Jahreszeit zieht Einbrecher an. Retzlaff bestätigt Einbrüche oder Einbruchsversuche in zahlreichen Ortsteilen oder der unmittelbaren Umgebung: in Altenhagen I (gemeldet am 13. Dezember), Hüpede, Springe, Eldagsen und Alferde (alle 15. Dezember), Bennigsen (am 16. Dezember), Schulenburg (am 19. Dezember) und erneut Alferde (am 22. Dezember). Dazu kommen Fälle in Lüdersen (23. Dezember) sowie in der Kernstadt (24. und 25. Dezember). In der Zeit vom 30. November bis 22. Dezember erwischte es außerdem ein Haus in Springe: Weil sich deren Besitzer im Urlaub befanden, lässt sich der Zeitraum nicht näher eingrenzen.

Täter kommen nicht nur nachts

Aus Sicht von Retzlaff sind allein die vielen verschiedenen Tatorte und Tage, an denen die Verbrechen begangen wurden, ein Hinweis darauf, dass es sich eher nicht um eine organisierte Bande von außerhalb handelt. Diese hätte, so der Experte, wohl eher gezielt an einem oder zwei Orten innerhalb kurzer Zeit zugeschlagen. Dazu kommt: Oftmals seien die Einbrecher bei ihren Taten eher dilettantisch vorgegangen: „Darum vermuten wir eher Einzeltaten örtlicher Täter.“

Zur Einordnung der aktuellen Häufung von Taten betont Retzlaff auch, dass die Winterzeit ohnehin traditionell attraktiver für Einbrecher ist: Oftmals schlügen diese nicht wie vermutet nachts zu, sondern schon bei Einbruch der Dunkelheit. Dann, wenn sie Häuser entdeckten, die nicht beleuchtet seien.

Von Christian Zett