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Friedhofsdiebstähle in Springe ärgern Angehörige

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12:23 26.09.2019
Zwei Löcher im Sockel erinnern an den geklauten Grabschmuck: Am Grab der Schwiegereltern von Bernd Weber ist mehrfach etwas geklaut worden.   Quelle: Juliet Ackermann
Eldagsen

Die Laterne am Grab der Eltern ist verschwunden – herausgebrochen, wie auch die Vase. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von einem halben Jahr, dass sich jemand an der letzten Ruhestätte auf dem Eldagser Friedhof zu schaffen gemacht hat: Für Angelika und ihren Mann Bernd Weber kein schöner Gedanke. Allein: Es ist kein Einzelfall.

Bei den Webers waren Vase wie auch Laterne auf einem Marmorsockel festgeschraubt; beide Gegenstände bestanden aus Bronze und hatten insgesamt einen Wert von 700 bis 800 Euro, schätzt Angelika Weber. Beide Male brachte sie bei der Polizei den Diebstahl zur Anzeige. „Es geht vor allem um den ideellen Wert“, weniger um den materiellen, hebt Bernd Weber hervor.

Aus Angst vor weiterem Diebstahl Verzicht auf Grabschmuck

Da das Ehepaar nicht mehr in Eldagsen lebt, sondern in Wunstorf, hatte es sich für eine pflegeleichte Grabvariante anstelle aufwendigen Blumenschmucks entschieden. Aus Angst, dass neuer Grabschmuck aus Metall ebenfalls geklaut wird, wollen die beiden keine neuen Utensilien anbringen.

Ihr Fall ist indes nicht der erste: Allein seit Juli sind bei der Polizei zwei weitere Diebstähle zur Anzeige gebracht worden, die sich auf dem Eldagser Friedhof ereignet haben – im gesamten Stadtgebiet sind es sogar 15.

Problematisch bei den Ermittlungen seien die ungewissen Tatzeiträume, sagt André Kix, stellvertretender Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Da Angehörige die Gräber teilweise nur alle drei bis vier Wochen aufsuchten, werde der Diebstahl mit Verzögerung gemeldet. In den meisten Fällen werde Grabschmuck aus Metall entwendet, der entweder abgerissen oder abgesägt wird. „In vielen Fällen sind Sägespuren zu sehen“, so Kix. Zu vermuten sei, dass Täter die Beute wegen des Materialwerts klauen und etwa an Schrotthändler verkaufen.

Meiste Fälle in Bennigsen

Bei der Polizei Springe sind seit Juli 15 Friedhof-Diebstähle zur Anzeige gebracht worden, teilt der stellvertretende Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes André Kix it. Der meiste Grabschmuck wurde in Bennigsen entwendet: Dort gab es acht Vorfälle – in der Kernstadt waren es dagegen drei. In Eldagsen sowie in Gestorf sind jeweils zwei Diebstähle zur Anzeige gebracht worden. Die Polizei ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, so Kix. Wer etwas Verdächtiges bemerkt, wird gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon (0 50 41) 9 42 90 zu melden.

Von Juliet Ackermann