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Umland Springe Nachrichten Als die Tiere den Wald verließen
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22:06 08.05.2014
Der Fuchs in Nachbars Garten: Diese Aufnahme eines offensichtlich kranken Tiers entstand im Baugebiet Hamannsbruch.
Der Fuchs in Nachbars Garten: Diese Aufnahme eines offensichtlich kranken Tiers entstand im Baugebiet Hamannsbruch. Quelle: Privat
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Springe

Denn dass Wildtiere wie Waschbären, Wildschweine und eben Füchse immer mehr in die Zivilisation vordringen, ist auch in Springe nicht von der Hand zu weisen. Aber wie geht man damit um?

Die Fuchssichtung war nicht die einzige in der Nachbarschaft: Erst in dieser Woche riss ein weiteres Tier dort zwei Hühner. Für Detlef Hoppe, Geschäftsführer der Jägerschaft Springe, ein natürlicher Vorgang: Weil die Füchse gerade ihre Jungen aufzögen, versorgten sich die Eltern dort mit Beute, wo diese am leichtesten verfügbar ist.

Was viele der sonst eigentlich scheuen Waldbewohner anlockt, ist auch für Stadtförster Bernd Gallas ganz klar. Und deshalb warnt er: „Man darf die Tiere auf keinen Fall füttern.“ Waschbär, Fuchs und Co. gehörten in die Natur, nicht in den Vorgarten. Auch für Katzen herausgestelltes Futter könne so schnell Wildtiere anlocken, sagt Hoppe.

Meldungen über Füchse im Stadtgebiet habe es in der letzten Zeit häufiger gegeben, so Gallas. Zumindest über Wildschweine in der Nähe von Siedlungen oder über brenzlige Begegnungen mit Spaziergängern, wie man sie jetzt auch aus Hannover hört, ist ihm noch nichts zu Ohren gekommen.

„Grundsätzlich muss man sich vor Augen führen, dass die Tiere mehr Angst vor uns haben, als wir vor ihnen“, sagt der Förster. Die Wahrscheinlichkeit, beim Waldspaziergang auf Wildschweine zu treffen sei sehr gering: „Und das auch nur, wenn man querfeldein läuft“, so Gallas. Laufe man dann auf einen Kessel zu – so nennt sich das Nest der Wildschweine, in dem sie ihren Nachwuchs aufziehen – dann könne es unter Umständen zu gefährlichen Situationen kommen: „Die Bache, das weibliche Wildschwein, wird ihre Jungen dann natürlich verteidigen, weil sie den Eindringling als Bedrohung ansieht. Das kann für den Menschen übel ausgehen.“
Im Kontakt mit Wildtieren solle der Mensch ohnehin immer vorsichtig sein, erklärt Gallas. Eine Begegnung könne immer gefährlich sein, da viele der Tiere Krankheiten wie Tollwut oder den Fuchsbandwurm übertragen können.

Genau das befürchtet auch der Springer mit dem Fuchs im Nachbargarten: Denn das Tier, das ihm vor die Kamera lief, war offensichtlich krank. Diese Vermutung bestätigt auch Hoppe: Der Fuchs auf dem Foto sei offenbar von Räude befallen, ein hochansteckender Milbenbefall. Und das nicht nur für Füchse, sondern auch für Haustiere. Das erkrankte Tier habe wohl keine Überlebenschance, sagt der Jäger: „Es ist so geschwächt, dass es den Winter wohl nicht überlebt.“

Für Haustiere sei die Räude meist behandelbar und weniger gefährlich – ganz im Gegensatz zur Staupe, unter der rund um Springe momentan viele Waschbären und Füchse litten: „Wenn der Hund sich ansteckt und nicht geimpft ist, kann es sein, dass man ihn nicht retten kann“, warnt Hoppe.

Von Christian Zett und Jennifer Schüller

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