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Nachrichten „Fürchterlich, was da passiert ist“
Umland Springe Nachrichten „Fürchterlich, was da passiert ist“
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17:50 29.06.2016
Von Klaus von der Brelie
Zwölf Linienbusse verbrennen beim Großbrand auf dem Regiobus-Gelände, 120 Einsatzkräfte sind im Einsatz.  Herrmann
Zwölf Linienbusse verbrennen beim Großbrand auf dem Regiobus-Gelände, 120 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Herrmann Quelle: Bernhard Herrmann
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Eldagsen

Unterhalten sich, schießen Fotos. Autos fahren vorbei. Stunden zuvor haben hier 120 Feuerwehrleute gegen die Flammen gekämpft. Schon wieder ein Großfeuer. Schon wieder Regiobus.

Zwölf der 66 dort abgestellten Busse sind verbrannt, auf drei Millionen Euro schätzt das Unternehmen den Schaden. Ein 45-jähriger Busfahrer, der am Morgen als Erster zum Dienst kam, konnte noch fünf Linienbusse vom Parkplatz wegfahren. Beim Eintreffen der Feuerwehr Eldagsen standen laut Stadtfeuerwehrsprecher Stefan Quentin alle auf der Westseite des Geländes abgestellten zwölf Linienbusse in Flammen.

Einsatzleiter Thorsten Hoppmann ließ zwei etwa 800 Meter lange Schlauchleitungen zum Gehlenbach in Höhe der Straße Am Pfingstanger verlegen, um dort das Wasser zum Brandort zu pumpen. Auch aus Hydranten und einer Zisterne holten die Einsatzkräfte Wasser. Mit zwei Strahlrohren wurden die auf der Ostseite stehenden Busse benetzt und gekühlt. Damit konnte ein Ausbreiten des Brandes auf eine benachbarte Elektronikfirma südlich des Parkplatzes sowie auf das andere Dutzend Busse verhindert werden.

Das Feuer war gegen 5 Uhr gelöscht. Auflodernde Brandnester in den Wracks wurden noch etwa eine weitere Stunde abgelöscht. In der Umgebungsluft konnte die Feuerwehr keine erhöhte Konzentration von Schadstoffen messen.

Aus den zerstörten Kraftstofftanks floss allerdings Diesel zusammen mit Löschwasser bis auf die Fahrbahn. Der Bauhof der Stadt Springe rückte mit einem Wagen an, um die Abwasserkanäle zu spülen. Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde der Region Hannver begutachtete den Umweltschaden.

Zur Begutachtung war am Morgen auch Bürgermeister Christian Springfeld nach Eldagsen gekommen. Sein erster Gedanke: „Gut, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.“ Der Bürgermeister lobte ausdrücklich die Arbeit der ehrenamtlichen Brandbekämpfer: „Durch ihre professionelle Arbeit haben sie eine Ausbreitung des Feuers verhindert“, ist Springfeld überzeugt.

An einen Zufall, der zu einem erneuten Brand bei Regiobus geführt haben könnte, mag der Rathauschef indes nicht so recht glauben, will aber der Ermittlungsarbeit der Polizei nicht vorgreifen. Dass sich der abermalige Brand negativ auf den Standort der Stadt Eldagsen als Regiobus-Stützpunkt auswirken könnte, kann sich Springfeld nicht vorstellen. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Projektentwicklern von Regiobus; ein Standortwechsel steht nicht zur Debatte.“

Das bestätigte gestern auch Regiobus-Chef Georg Martensen: „Die Vorbereitungen zum Wiederaufbau am Standort Eldagsen werden davon nicht beeinträchtigt“, hält Martensen fest.

Sorgen über den Standort machte sich gestern zunächst auch Ortsbürgermeister Ralf Burmeister. Er verfolgte das Feuer noch in der Nacht - und zeigte sich erschreckt über das Ausmaß: „Es ist fürchterlich, was da passiert ist.“ Vor allen Dingen habe er Angst, dass Regiobus die Zusage zum Wiederaufbau des Standorts zurücknehme. „Das würde nicht nur Eldagsen, sondern ganz Springe betreffen und über 100 Mitarbeiter, die ihren Job verlieren würden“, befürchtet Burmeister.

Seit der vergangenen Nacht sei er im ständigen Austausch mit dem Betriebsleiter von Regiobus. „Das passiert nicht einfach so, dass zwölf Busse brennen. Ich befürchte, dass es Brandstiftung war“, so seine Einschätzung.

Die Polizei ermittelte gestern bis in den frühen Abend hinein. Sie sucht dringend Zeugen. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst der Polizei unter (05 11) 1 09 55 55 entgegen.