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Umland Springe Nachrichten Erhalten Private den Zuschlag? Regiobus droht das Aus
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00:15 15.01.2018
Wohin steuert Regiobus?  Quelle: Becker
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Hannover/Springe

  Wenige Tage nach dem Amtsantritt der beiden neuen Geschäftsführerinnen aus der Regionsverwaltung Elke van Zadel und Regina Oelfke überschlagen sich bei Regiobus die Ereignisse. Das abgebrannte Busdepot in Springe wird nicht neugebaut, das teilte die Geschäftsführung gestern mit. Wie außerdem bekannt wurde, könnte das Unternehmen zudem möglicherweise die Konzession für die Buslinien komplett verlieren. 

Wenn sich bis zum Juni ein Unternehmen meldet, dass den Busverkehr in der Region ohne öffentliche Zuschüsse abwickelt, dann würde dieses Unternehmen auch den Zuschlag für die Linien bekommen. „Regiobus müsste dann vom Markt gehen“, sagte der Leiter der Förderabteilung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), Jürgen Römer, der HAZ. 

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Nach seinen Angaben muss die Region zum 8. März europaweit bekanntgeben, dass sie beabsichtigt, Regiobus bis zum Jahr 2030 mit einem so genannten Öffentlichen Dienstleistungsvertrag mit den Verkehrsleistungen zu beauftragen, ohne dass es Ausschreibungen geben muss. Ähnliches hatte die Region vor kurzem für die Üstra gemacht. Andere Busunternehmen haben bis Anfang Juni Zeit, ein Angebot ohne Zuschussbedarf zu erarbeiten. 

Auf dem Regiobus-Betriebshof im Springer Ortsteil Eldagsen hat es erneut einen Großbrand gegeben.

„Wir können nicht einschätzen, ob es Konkurrenten gibt“, sagt Geschäftsführerin van Zadel. Trotz des engen Zeitplans gehe es jetzt darum Maßnahmen einzuleiten, die sicherstellten, dass das Unternehmen wieder eine gesunde wirtschaftliche Basis bekomme. Im vergangenen Herbst hatte ein Gutachter dem Unternehmen einen zu geringen Kostendeckungsgrad von rund 40 Prozent attestiert. Nötig für den Öffentlichen Dienstleistungsauftrag sind mindestens 50 Prozent. Im Jahr 2016 musste die Region den Betrieb des Busunternehmens mit knapp 34 Millionen Euro unterstützen. 

Auslöser für die Absage des Baus in Eldagsen ist der fehlende Förderbescheid der Landesnahverkehrsgesellschaft. Diese hat ihre Zusage erst einmal auf Eis gelegt, weil es nur Fördergelder für den Bau gibt, wenn es auch die langfristige Bindung an Regiobus durch die Direktvergabe gibt, erläutert Römer von der LNVG. Andernfalls setze man sich dem Vorwurf aus, Fördermittel aus dem Fenster geschmissen zu haben, erläutert er. 

Weihnachten 2014 waren bei einem Brand des Betriebshofes 23 Busse sowie große Teile der Betriebsgebäude zerstört worden. Zwischenzeitlich gab es Pläne zum Bau eines neuen Betriebshofes in Gehrden. Schließlich entschied sich der Aufsichtsrat doch für Eldagsen

Van Zadel kündigt eine Neuaufstellung des Unternehmens an. „Es gibt inzwischen viele Fakten, die die Ausgangslage verändert haben“, sagt die Geschäftsführerin. Geplant sei zum Beispiel ein verstärkter Einsatz von Elektrobussen. Als Beispiel dafür nennt sie die Sprinterlinie 500 von Gehrden nach Hannover. Dafür spiele der Standort des Betriebshofes eine wichtige Rolle. 

Von Mathias Klein