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In den Büchern der Stadt sind 40 000 Euro verschwunden

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17:08 14.06.2019
Wo sind die 40000 Euro geblieben? Quelle: dpa
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Wortreich versuchte Kämmerer Christian Wetzig zu erklären, was womöglich passiert war vor all den Jahren. Am Ende ließen sich die Ausführungen des Fachmanns im Finanzausschuss grob so zusammenfassen: Man weiß es nicht genau. Und momentan sieht es auch so aus, als werde man es nie genau wissen. Fakt ist: Irgendwo in den städtischen Büchern sind in den vergangenen Jahren 40 000 Euro verschüttgegangen.

Dass diese Geschichte, die in erster Linie eigentlich 2009 und 2010 spielt, nun überhaupt noch mal auf dem Tisch liegt, hat einen einfachen Grund: Die Stadt ist im Verzug mit den Jahresabschlüssen für ihre Haushalte – und zwar so richtig. Warum das so ist, hat wiederum mehrere Ursachen, die an dieser Stelle kaum entscheidend sind.

In dieser Woche bekam der Ausschuss jedenfalls erst den Abschluss für 2010 auf den Tisch. Geprüft wurde er auf Herz und Nieren vom städtischen Rechnungsprüfer Jens Böhne. Und dem fiel auf, dass in den Unterlagen irgendwie was fehlte – nämlich besagte 40 000 Euro.

Was sich heute noch klären lässt, ist dies: Bis vor einigen Jahren zog die Stadt im Auftrag von Entsorger Aha bei den Bürgern die Müllgebühren ein, reichte sie an Aha weiter – behielt jedoch einen Anteil für ihren Aufwand. Als man nun 2010 mit der Aha abrechnen wollte, fiel das Ungemach nach und nach auf. Denn nachdem die Stadt gut 2,38 Millionen Euro Müllgebühren nach Hannover überwiesen hatte, war nicht mehr genug übrig, um die eigenen Gebühren von dem eigens eingerichteten Müll-Konto auf das der Stadt zu überweisen: 40 000 Euro fehlten.

Der ursprüngliche Fehler kann laut Böhne noch viel weiter zurückliegen: Dass er erst 2010 auffiel, könnte mit der Umstellung der gesamten Haushaltsführung zu tun haben, die die Stadt damals vornehmen musste. Wahrscheinlich, mutmaßt Böhne, habe man damals jedes Jahr einfach alte Lücken mit frischem Geld gestopft – nach der alten Haushaltsführung war das offenbar möglich, ohne dass ein Problem auftrat.

Dass etwas im Busche war, wurde 2012 erstmals öffentlich aktenkundig: Das Prüfungsamt mahnte in einem Bericht den fehlenden Aha-Anteil an. Die Stadt verwies auf eine erfolgte Überweisung von 27 000 Euro – eben 40 000 Euro weniger als angefallen wären.

Inzwischen sind weitere sieben Jahre ins Land gegangen – und im finalen Bericht für das Jahr 2010 bringen die Prüfer das Thema dieses Jahr wieder auf den Tisch: „Es ist ein Schaden von 40 223,32 Euro entstanden“, heißt es in dem Papier.

Aber ist das wirklich so?

Die Stadt zweifelt das an: Zwar könne man „nicht mehr nachvollziehen“, was wann wie und wofür ausgegeben oder gebucht worden sei. Weil man aber die korrekte Summe von den Bürgern eingenommen und auch an die Aha weitergeleitet habe, sei kein Nachteil entstanden. Das Geld ist doch da, soll das heißen. Nur keiner weiß, wo.

Böhne irritiert das kollossal: „Dass es sich nicht mehr nachvollziehen lässt, erschreckt mich noch viel mehr als alles andere“, sagt er: „Das Geld ist nicht an die Aha gegangen, und es ist nicht mehr da.“ Auch die Politik zeigte sich im Finanzausschuss überwiegend „konsterniert“, wie SPD-Ratsherr Eberhard Brezski es formuliert. Nach langer Diskussion einigte man sich darauf, einen möglichen Schaden an die Versicherung der Stadt zu melden. Und ansonsten die 40 000 Euro sich selbst zu überlassen. Eine Sorge: Die Ursachenforschung könnte den Rahmen sprengen, „wir müssen vielleicht in D-Mark-Zeiten zurück“, fürchtet Böhne. Wiederholen kann sich der Fehler aber kaum – die Stadt verwendet heutzutage weder Verwahrkonten, noch treibt sie die Gebühren für Aha ein.

Von Christian Zett

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