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Letzte Hauptschule schließt im Sommer

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12:35 28.10.2019
Bald nur noch Geschichte: Gerhart-Hauptmann-Schule. Quelle: Zett
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Springe. Der Tagesordnungspunkt klingt technisch-bürokratisch. Doch dahinter steckt eine ganz einfache Wahrheit: das Aus einer Schulform, die Springe über Jahrzehnte geprägt hat. Das Ende der letzten Hauptschule der Stadt. Über die „Abwicklung der Gerhart-Hauptmann-Schule“ diskutiert die Politik am Mittwoch, 8. November. Die Türen sollen sich bereits im Sommer schließen - und damit sogar noch ein Jahr früher als geplant.

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Dass die Hauptschule - genau wie die Heinrich-Göbel-Realschule - keine Zukunft hat, ist schon seit Jahren klar. Mit der Einführung der Integrierten Gesamtschule (IGS) zum Schuljahr 2014/15 beschloss die Politik, dass gleichzeitig auch die beiden weiterführenden Schulen auslaufen sollten, eingeschult wird seitdem nicht mehr.

Die Hauptschule, die ihren heutigen Namen seit 1986 trägt, befindet sich inzwischen im Gebäude der Grundschule am Ebersberg: Sie tauschte zuletzt mit den unteren Jahrgängen des Otto-Hahn-Gymansiums und gab damit ihren Platz im vor einigen Jahren eigens für sie erweiterten Schulzentrum Süd auf.

1986 war die neu getaufte Hauptmann-Schule sogar noch im Schulzentrum Nord angesiedelt - gemeinsam mit der später in der Göbel-Realschule aufgegangenen Geschwister-Scholl-Realschule, die beide wegen der noch existierenden Orientierungsstufe nur die Jahrgänge 7 bis 10 unterrichteten. Vorher hieß die GHS noch schlicht „Hauptschule II“. 1993 wurden die beiden Springer Hauptschulen (SZ Nord und Hinter der Burg) dann zusammengeschlossen. 25 Jahre und viele Umzüge später sollen nun die Lichter ausgehen, zum 31. Juli 2018.

Auf eigenen Wunsch, wie die Stadt berichtet: Demnach habe sich die kommissarische Leitung der Schule vor einigen Wochen an die Stadt gewandt - mit den Ergebnissen von Gesprächen mit Lehrern, Landesschulbehörde und Eltern. Tenor: Eine Weiterführung der Schule sei nach den Sommerferien „nicht mehr durchführbar und auch pädagogisch nicht mehr vertretbar“. Und das wohl in erster Linie zahlenmäßig: Seit die IGS gestartet ist, wird sowohl an der Hauptmann-Schule als auch an der Realschule nicht mehr eingeschult. Übrig sind an der Hauptschule nun noch zwei Jahrgänge mit nur 38 Schülern. Von denen besuchen 23 die beiden neunten Klassen, 15 die zehnte. 2012 waren es noch 140 Schüler in sechs Jahrgängen.

Man gehe intern davon aus, „dass der überwiegende Teil der jetzigen neunten Klassen nicht den Abschluss der zehnten Klasse anstrebt“, sondern im Sommer geht, heißt es bei der Schule. Unter dem Strich gehe man dann mit sage und schreibe sechs Jugendlichen ins neue Schuljahr. Dieses halbe Dutzend Schüler wollen die Verantwortlichen „auf der Suche nach einer neuen Schule“ unterstützen, statt mit ihnen etwas in Springe auf die Beine zu stellen.

Thema im Schulausschuss

Die Landesschulbehörde habe sich dem Plan angeschlossen, heißt es im Rathaus. Nun muss das auch die Politik tun: Sie soll in der Ratssitzung am 7. Dezember das vorzeitige Aus beschließen. Vorher besprechen noch der Schulausschuss (8. November) und der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss das Thema.

Von Christian Zett