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Quilisma-Chor führt Mix aus Monteverdi-Stück auf

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13:38 29.10.2019
Würfel mit verpixelten Bildern dienen als einzige Requisite für das Werk „Glaube, Liebe, Sturz“, für das der Quilisma-Chor probt. Quelle: Henning
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Die Fantasie der Besucher, sie soll gefordert werden – das ist eins der Ziele, für die die Sängerinnen und Sänger intensiv geprobt, auch am Veranstaltungsort in der Aula des Schulzentrums Süd. Dort zeigen die 36 Chormitglieder von Quilisma mit Leiter Keno Weber am Reformationstag ein besonderes Werk: „Glaube, Liebe, Sturz“ heißt der Mix aus Werken des italienischen Komponisten Claudio Monteverdi (1567–1643).

Monteverdis „L’Orfeo“ und eine Rede Trumps

Akribisch hat Weber Passagen aus der Marienvesper, „L´Orfeo“ sowie aus dem zweiten und sechsten bis achten Madrigalbuch entnommen und sie neu zusammengefügt. „Es wird ein dreiteiliger Abend“ erklärt Weber. „Jeder Besucher wird mit einer ihm eigenen Wahrnehmung das Erlebte mit nach Hause nehmen“, da ist er sich sicher. Die Einfügung eines Textes aus Friedrich Schillers Johanna von Orleans im ersten Abschnitt „Glaube“ oder eine Rede Donald Trumps im dritten Teil „Sturz“ mag zwar beim ersten Blick in Monteverdis Werken etwas befremdlich wirken – das ist aber von Weber gewollt. „Viele Elemente unserer Aufführung sind in sich autark aber dennoch stehen die drei Teile, Glaube, Liebe und Sturz in einer Beziehung“, sagt der Chorleiter.

Viele musikalische Stilrichtungen vereint

Und kündigt an: „Viele musikalische Stilrichtungen sind in dem Werk vereint.“ Ein Blick in den Konzertablauf bestätigt das: Es wird weltlich und geistlich, es gibt Solostücke und Chorauftritte, A-cappella-Stücke und solche mit Musik. Seit Anfang des Jahres befasst sich Weber mit der Ausarbeitung des Konzertes. Im August begann dann in Zusammenarbeit mit Regisseur Christian Carsten die szenische Umsetzung, in die auch die Chormitglieder sich intensiv einbrachten. Viele Handlungsteile haben die Jugendlichen in Eigeninitiative herausgearbeitet. Als einziges Requisit – neben den schlichten Kostümen der Akteure, einer Art Regenmantel – steht eine bunte Wand aus 24 Würfeln, deren Flächen aus verpixelten Bildern bestehen. „Bei jeder Aufführung sieht die Wand anders aus, ist sie anders zusammengestellt“, verrät Weber. Beim Probedurchlauf von „Glaube“ noch konnte man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Wand als eine Art Götzenstatue herhalten muss: Sie wurde hoch aufgebaut und die Chormitglieder standen wie betend mit erhobenen Händen drumherum.

Auch Musiker des Barockensembles beteiligt

Viele helfende Hände, unter anderem die guten Seelen des Chores Barbara Waltsgott und Katharina Schmackheit, sorgten für das Bühnenbild. Erst bei den letzten Proben griffen auch die Musiker des Barockensembles mit ein.

„Glaube, Liebe, Sturz“ beginnt am Donnerstag und Freitag jeweils um 19 Uhr in der Aula des Schulzentrums Süd. Karten gibt es im Vorverkauf unter Telefon (0 50 41) 7 58 40 15 oder karten@quilisma.de. Am Sonntag, 3. November, tritt der Chor in der Christuskirche Hannover auf (17 Uhr).

Von Reinhold Krause