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Von Andreas Zimmer
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„SchülerVZ ist ein virtueller Schulhof, aber auch ein virtuelles Lehrerzimmer,“ sagte Moritz Becker vom Verein Smiley in Hannover vor rund 100 Eltern und Lehrern bei dem fast zweistündigen Infoabend im OHG. Warnungen von Erwachsenen, die heutige Darstellung im SchülerVZ könne sich später nachhaltig bei einer Berufsbewerbung auswirken, seien für die meisten jüngeren Jahrgänge zu abstrakt. Auf den Gedanken aber, dass Lehrer Einblick in ihr Privatleben nehmen, kämen sie oft nicht. Doch bevor Erwachsene den Zeigefinger heben, sollten sie selbstkritisch sein, beispielsweise ihren Umgang mit Kundenkarten überprüfen. Erwachsene sollten ferner keine Scheu haben, sich von ihren Kindern das SchülerVZ und Chatprogramme wie ICQ erklären zu lassen.

„Wir müssen von unseren Kindern lernen und verstehen, dass Erwachsene das Internet als Werkzeug nutzen, die Kinder aber als Spielzeug“, sagte Becker. Ignoriert werden könnten die Online-Angebote nicht. Dafür spielten sie im Leben der Schüler eine zu große Rolle. Die meisten Springer Anmeldungen bei SchülerVZ stammen von Gymnasiasten, Realschülern und Berufsschülern. Danach folgt die Hauptschule mit knapp 130 Schülern. Mit Eldagsern und Völksenern sind schon die ersten Grundschüler online. „Früher fiel in der zweiten großen Pause der Hammer für die Nachmittagsgestaltung“, sagte Becker. Heute geschehe dies übers Netz. Doch dieses werde auch für Beleidigungen genutzt. Seine Ausführungen brachte Becker stets in Zusammenhang mit seiner mitgebrachten Holzfigur, die den Jugendlichen Max darstellen sollte. Gelbe Zettel auf Max? Jacke zeigten, was Jugendliche ins Internet treibt, darunter Neugier, Wunsch nach Anerkennung sowie Gruppenzugehörigkeit. „Es ist das Bedürfnis, Spuren zu hinterlassen.“ Dieses hatten vorherige Generationen auch, sagte Becker. Eingeritzte Namen in Baumrinden und Geschriebenes an Klotüren zeugen von einer Zeit, in der es das Internet noch nicht gab.

Im April kommt der Verein Smiley wieder nach Springe. Im OHG arbeitet er mit Schülern zusammen. Beim Infoabend am Mittwoch klärte der Verein wichtige Fragen von Eltern: Warum sind soziale Netzwerke so beliebt? Kein Schüler stellt sich auf den Schulhof und ruft, ob jemand Lust habe eine Gruppe zu einem bestimmten Thema zu gründen. Diese gibt es im Internet. Dort finden Jugendliche Gleichaltrige, die signalisieren: Es ist in Ordnung, was du machst! Warum freut es Jugendliche, wenn sie viele Kommentare zu Beiträgen haben, auch wenn diese negativ sind? Sie geben ihnen das Gefühl, wichtig zu sein. Jede Seite hat zudem einen Zähler, der registriert, wie viele Besucher die Seite anklicken. Was ist bei SchülerVZ zu beachten? Notebook zur Kontrolle mitten in der Wohnung aufstellen. Bevor Fotos eingestellt werden: Freunde fragen, wie das Bild auf sie wirkt! Wer Fotos von Anderen einstellen will, muss das Recht aufs eigene Bild bedenken.